18-jährige Burgenländerin kämpft unterm Korb um den Meistertitel

Iva Sanseovic

18 Jahre jung, lange verletzt und trotzdem unter den stärksten Basketballerinnen Österreichs: Iva Sanseovic greift mit den Klosterneuburg Duchess nach der rot-weiß-rote Krone.

Iva Sanseovic ist mit nur 18 Jahren bereits eine der stärksten Centers in Österreich.

Iva Sanseovic ist mit nur 18 Jahren bereits eine der stärksten Centers in Österreich.

© NÖN

Iva Sanseovic hat mit 18 Jahren schon eine beeindruckende Karriere hinter sich und wohl eine noch deutlich größere vor sich. Die 1,85 Meter große Mattersburgerin spielt aktuell mit den Klosterneuburg Duchess um den Meistertitel in Österreichs höchster Spielklasse. Mit nur einer Niederlage in sieben Matches liegen die Niederösterreicherinnen auf dem zweiten Platz hinter UBI Graz.

Schon als Kind spielte Sanseovic in Kroatien Basketball, 2015 nach dem Umzug nach Mattersburg dockte sie bei den Rocks an. Von dort ging es zu den BBC Nord Dragonz Ladyz nach Eisenstadt, die zeitweise auch in der 2. Bundesliga vertreten waren und auch bei den Österreichischen U19-Meisterschaften (ÖMS) mitmischten. „Das war eine wichtige Station für mich, über die ÖMS bin ich für das Nachwuchs-Nationalteam gescouted worden“, erklärt die 18-Jährige.

Kein Karriereknick nach Kreuzbandriss

Vielleicht wäre auch schon heuer der Sprung ins A-Nationalteam geglückt, wäre nicht ein Kreuzbandriss dazwischen gekommen. „Das war natürlich ein sehr harter Rückschlag – aber dafür kann sich meine Leistung in der Superliga derzeit sehen lassen.“ Bei ihren durchschnittlich 16 Minuten Einsatzzeit kommt Sanseovic auf 6,7 Punkte und 2,9 Rebounds pro Match.

18-jährige Burgenländerin kämpft unterm Korb um den Meistertitel

© Pictorial / M.Filippovits, © Michael Filippovits, Pictorial

Umso beachtlicher sind die Zahlen, da gerade auf ihrer Position Routine und körperliche Reife besonders wichtig sind. „Ich sehe mich schon als Vierer oder Fünfer. Die fehlende Erfahrung für diese Position versuche ich mit Schnelligkeit und Athletik zu kompensieren“, erklärt die Mattersburgerin ihr Erfolgsrezept.

Klosterneuburg setzt dabei heuer generell auf einen jungen Kader. „Das ist auch ein Vorteil, weil wir deshalb oft unterschätzt werden.“ Das Ziel für die laufende Saison ist für Sanseovic und ihr Team klar: „Wir wollen Meister werden – und ich denke, das ist auch durchaus realistisch.“

„Frauen-Basketball braucht mehr Öffentlichkeit“

Was Frauen-Basketball generell angeht, gebe es neben erfreulichen Entwicklungen weiterhin viel Aufholbedarf, meint Sanseovic. Vor allem brauche es mehr Öffentlichkeit.

Wenn sich nach unserem Match die Halle füllt, weil nach uns die Dukes spielen, ist das schon frustrierend. Iva Sanseovic, Center bei den Klosterneuburg Duchess.

Um mehr junge Frauen zum Basketball zu motivieren, brauche es Vorbilder. Nicht nur WNBA-Stars wie Caitlin Clark, die in den USA für Rekordquoten sorgt, sondern greifbare Heldinnen.

Viel Talent, aber kein Aufwärtstrend im Burgenland

Aufholbedarf gebe es auch im Burgenland. Ein Aufwärtstrend sei hier nicht erkennbar, eher im Gegenteil. Sanseovics subjektiver Eindruck: „Beide Teams, bei denen ich im Burgenland gespielt habe, wurden aufgelöst, weil der Verein nicht voll dahinter stand und die Mädchen dem Verein nichts mehr gebracht haben.“ Bis zur U16 floriert der Basketball bei jungen Frauen, aber darüber gibt es aktuell kein Team im Land.

An Talenten mangelt es jedenfalls nicht, neben Superligistin Iva Sanseovic spielen auch ihre ältere Schwester Tena (Klosterneuburg Duchess) und ihre ehemaligen Teamkollegin Chiara Pavitsits (Vienna United) und Magdalena Nikolic (SKN St. Pölten; aktuell verletzt) in der Superliga – wenn auch mit weniger Spielminuten. Die „greifbaren Heldinnen“ wären also da, es fehlt nur an Sichtbarkeit – und an Damen-Teams vor Ort.