Seltene Eselrasse: Erstes Fohlen am Gut St. Martins geboren

Jede Geburt zählt

Mit der Geburt eines Weißen Barockesels hat das Gut St. Martins in Frauenkirchen einen Beitrag zum Erhalt einer seltenen Nutztierrasse geleistet. Das am 7. Juni geborene Stutfohlen trägt den Namen Maria Theresia von St. Martins und ist das erste weibliche Fohlen, das auf dem Gut zur Welt gekommen ist.

Seltene Eselrasse: Erstes Fohlen am Gut St. Martins geboren

© St. Martins Therme & Lodge

Die Österreich-Ungarischen Weißen Barockesel gelten als hochgefährdete alte Nutztierrasse. Weltweit werden nach Angaben des Gut St. Martins jährlich nur rund 20 Fohlen dieser Rasse geboren. Entsprechend groß ist die Bedeutung jeder einzelnen Geburt für den Fortbestand der Tiere.

„Als Biologin liegt mir die Erhaltung genetisch wertvoller Haustierrassen besonders am Herzen – und mit Maria Theresia von St. Martins erleben wir, wie bedeutsam jede einzelne Geburt für den Fortbestand einer solchen Rasse ist", sagt Elke Schmelzer, Biologin und Resident Managerin der St. Martins Therme & Lodge. „Im Gut St. Martins verbinden wir zudem die Haltung alter Haustierrassen mit gelebter Tiergestützter Intervention (TGI): Unsere Barockesel werden einerseits für ihren Fortbestand gehalten und andererseits sind sie auch wertvolle Begleiter für unsere Gäste – und das macht diese Tiere zu etwas wirklich Einzigartigem. Dass wir nun mit einem Stutfohlen auch den Grundstein für die nächste Züchtergeneration legen konnten, erfüllt uns mit großer Freude und Stolz. Das Wichtigste aber: Die Geburt verlief ohne Komplikationen und Mutter und Fohlen sind wohlauf."

Tiergestützte Intervention bezeichnet pädagogische, therapeutische oder soziale Angebote, bei denen gezielt Tiere eingebunden werden.

Der Weiße Barockesel ist eng mit der Geschichte der Pannonischen Tiefebene verbunden. Im Barock und Rokoko galten weiße Tiere als Symbol des Guten und als sogenannte „Lichtbringer“. Weiße Esel waren daher begehrte Statussymbole des Adels.

Der Name des Fohlens knüpft an diese historische Verbindung an. „Der Name Maria Theresia ist kein Zufall“, betont Schmelzer. „Der Weiße Barockesel ist untrennbar mit der Geschichte Österreichs und der Pannonischen Tiefebene verbunden – jenem Kulturraum, aus dem die Rasse stammt und in dessen historischer Region die St. Martins Therme & Lodge liegt.“

Als ausgestorben geglaubt, wurde die Rasse erst in den 1980er-Jahren wiederentdeckt. Heute leben weltweit nur wenige hundert Tiere. Die Mutter des Fohlens, Mariandl von Schloss Hof, sowie der Vater Galambér von Hortobágy leben am Gut St. Martins. Der Hengst stammt von einer nahezu ausgestorbenen Blutlinie ab, die für die Zucht besondere Bedeutung hat.

Charakteristisch für die Tiere sind ihr cremefarbenes Fell im sogenannten Cremello-Farbschlag und ihre blauen Augen. Diese Merkmale werden nur vererbt, wenn beide Elterntiere reinrassige Weiße Barockesel sind.

Das Gut St. Martins hält seit mehreren Jahren verschiedene seltene Nutztierrassen. Neben den Barockeseln leben dort unter anderem Jakobschafe, Zackelschafe, Hühner, Ziegen und Kaninchen. Als Greencare-zertifizierter Hof bindet der Betrieb die Tiere in Programme der Tiergestützten Intervention ein.

Für Geschäftsführer Martin Adelwöhrer unterstreicht die Geburt die Ausrichtung des Betriebs. „Die Geburt von Maria Theresia von St. Martins zeigt wieder einmal mehr, was für ein einzigartiger Ort unser Haus ist. Wir verbinden für unsere Gäste die gesamte Region an einem Ort. Luxus trifft bei uns auf Regionalität, Natur und nachhaltige Landwirtschaft, dazu gehört auch der Erhalt alter Nutztierrassen“, erklärt er. „Das erste Stutfohlen des Hauses bedeutet für uns, dass wir unsere Rolle als aktiver Zuchtort für diese hochgefährdete Rasse weiter ausbauen können. Wir verstehen das als Verantwortung gegenüber einem lebendigen Kulturerbe – und als Teil unseres Verständnisses von nachhaltigem Tourismus."

Maria Theresia von St. Martins ist das zweite auf dem Gut geborene Fohlen dieser Rasse. Ihr Vorgänger Jojo-Otto von St. Martins kam 2023 zur Welt und lebt weiterhin auf dem Gelände.

Das Zuchtprogramm erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Verein zur Erhaltung der Weißen Barockesel. Die St. Martins Therme & Lodge ist Mitglied des Vereins und gehört dessen Vorstand an.