53-Jähriger fuhr mit Prostituierter einbrechen: Verurteilt

Bezirk Oberwart

Weil er im Oktober 2023 kein Geld hatte, stahl ein 53-Jähriger zuerst im AMS eine Geldbörse, dann aus einer Firma eine Geldkassette und den Möbeltresor.

Die 39-jährige Prostituierte und ihr 53-jähriger Freund wurden nun verurteilt.

Die 39-jährige Prostituierte und ihr 53-jähriger Freund wurden nun verurteilt.

© BVZ/Kirchmeir

Gemeinsam mit einer Prostituierten musste sich der siebenfach vorbestrafte 53-Jährige am 21. Februar 2024 vor Gericht verantworten.

Mit der 39-jährigen Prostiuierten, Mutter von vier minderjährigen Kindern, habe er von Mai bis Oktober 2023 eine Beziehung gehabt, gab der Angeklagte an.

Er sei, sagte der 53-Jährige, „zu hundert Prozent schuldig“. 2022 sei bei ihm im Zuge eines Alkohol- und Medikamentenentzugs ein Gehirntumor diagnostiziert worden. Nach einer ersten Operation wurde 2023 festgestellt, dass der Tumor nachgewachsen, jedoch nicht operabel sei.

Wegen der Kopfschmerzen habe er im Vorjahr nur drei Monate arbeiten können, berichtete der Angeklagte.

„Sah dort Geldbörse liegen und nahm sie mit“

Am 6. Oktober 2023 wollte er sich am Arbeitsamt erkundigen, weil ihm kein Geld überwiesen worden sei. „Ich hatte Stress, sah dort eine Geldbörse liegen und nahm sie mit“, berichtete der 53-Jährige.

Rasch konnte der Dieb ausgeforscht werden. Am nächsten Tag erhielt er einen Anruf von der Polizei und gab die Geldbörse samt 115 Euro Bargeld, Bankomatkarte und allen Ausweisen ab.

„Der Besitzer der Geldbörse bekam alles zurück“, sagte der Angeklagte. Jener 57-jährige Arbeitssuchende, der seine Geldbörse am 6. Oktober 2023 im AMS verloren hatte, bestätigte dies.

„Hatte in der Firma eine Geldkassette gesehen“

Die Geldnot des 53-Jährige dauerte im Oktober weiter an. Am 17. Oktober 2023 fasste er daher den Entschluss, bei einer Firma in der Nähe seines Wohnortes im Bezirk Oberwart einzubrechen. „Ich hatte dort eine Woche zuvor Holz eingekauft und eine Geldkassette gesehen“, sagte der Angeklagte.

Gemeinsam mit der Prostituierten, seiner Freundin, habe er zuvor Alkohol konsumiert. „Ich sagte zu ihr, wir fahren Geld besorgen“, berichtete er.

Die 39-jährige Frau setzte eine blonde Perücke auf und nahm vor dem Gebäude Aufstellung, während ihr Freund ein Fenster einschlug.

Als der Alarm losging, lief die Prostituierte davon

„Der Alarm ging los und sie lief davon“, schilderte der Angeklagte den weiteren Verlauf.

„Da bin ich draufgekommen, worum es ging“, behauptete die Prostituierte. Sie habe dann im Auto auf ihren Freund gewartet.

Dieser holte die Geldkassette und fuhr mit seiner Freundin nach Hause.

Nur 43 Euro Kleingeld befanden sich in der Kassette. Der 53-Jährige kehrte daher neuerlich zum Tatort zurück.

Einbrecher kehrte zum Tatort zurück und holte den Tresor

„Ich riss den Tresor aus der Wand, das dauerte fünf Stunden“, berichtete er. Außerdem habe er eine Flasche Schnaps, die er in der Firma fand, geleert. „Alles lief aus dem Ruder“, gab der Angeklagte zu.

Zuhause habe er den Tresor geöffnet, 2.300 Euro entnommen und den Tresor in einem Bach „entsorgt“.

Er habe das Geld damals dringend gebraucht, habe sich nichts zum Essen, Trinken oder Rauchen kaufen können. Seine Freundin, die Prostituierte, habe nichts von der Beute bekommen.

„Ich habe ihn geliebt, was hätte ich sagen sollen?“, gab sich die Frau unschuldig.

Bei Firma entstand Gesamtschaden von 11.500 Euro

Der Geschäftsführer jener Firma, in der eingebrochen worden war, machte einen Gesamtschaden von mehr als 11.500 Euro geltend.

Unter anderem mussten alle Schlösser von firmeneigenen Fahrzeugen getauscht werden, weil bei der Tat auch Fahrzeugschlüssel abhanden gekommen waren. „Wir befürchteten, dass uns die Fahrzeuge gestohlen werden“, sagte der Geschäftsführer.

Es dauerte eine Zeitlang, bis die Täter ausgeforscht werden konnten. Am 4. Jänner 2024 wurde der 53-Jährige verhaftet. Seine Komplizin wurde auf freiem Fuß angezeigt.

Nun wurden beide Angeklagte verurteilt. Der 53-Jährige muss sieben Monate Haft verbüßen, weitere 14 Monate wurden auf Bewährung verhängt. Die bislang unbescholtene Prostituierte erhielt eine bedingte Haftstrafe von sechs Monaten.

An die Firma, in die er eingebrochen war, muss der Angeklagte 11.514 Euro. Die Angeklagten nahmen das Urteil an.