Neues Buch von Sebauer: „Popóm“ - oder die Liebe zur Absurdität

Johanna Sebauer

Nach ihrem Erstlingswerk „Nincshof“, das 2023 mit dem Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals ausgezeichnet wurde und dem satirischen Text „Das Gurkel“, der ihr 2024 sowohl den 3Sat-Preis als auch den Publikumspreis beim Bachmann-Wettbewerb einbrachte, kam nun Johanna Sebauers neuer Roman „Popóm“ - in dem ein junger Mann sein älteres Ich trifft - auf den Markt. In dem bei DuMont erschienene Buch erzählt die Autorin die zugleich ernsthafte als auch melancholiegetragene Geschichte mit feiner humoristischer Feder.

Die 38-jährige Autorin Johanna Sebauer lebt und arbeitet nach elf Jahren in Hamburg nun wieder in Marz. Mitte Juli erschien ihr neues Buch „Popóm“.

Die 38-jährige Autorin Johanna Sebauer lebt und arbeitet nach elf Jahren in Hamburg nun wieder in Marz. Mitte Juli erschien ihr neues Buch „Popóm“.

© zVg/Pamela Rußmann

Bereits mit ihrem ersten Roman „Nincshof“ fuhr 2023 die 1988 in Wien geborene und nun in Marz lebende Autorin Johanna Sebauer einen beachtlichen Erfolg in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ein. Der Roman - er handelt von einem Dorf an der österreichisch-ungarischen Grenze am Neusiedler See, das vergessen werden soll, weil es sich nach Ruhe und Freiheit sehnt - wird in naher Zukunft in einer Theaterinszenierung auf den Bühnen der Burgenländischen Kulturzentren zusehen sein. 2024 wurde sie beim Bachmann-Lesewettbewerb in Klagenfurt mit ihrem satirischen Text über „Das Gurkel“ sowohl mit dem 3Sat-Preis, als auch mit dem Publikumspreis gefeiert. Jetzt, Mitte Juli erschien ihr neuer Roman „Popóm“, dessen Protagonist ist der knapp 30-jährige Werbetexter Hendrik, der in einer Lebenskrise steckt. In Zeiten von Trennung, Umzug und der Sinnlosigkeit und Verlogenheit seiner Arbeit in der Agentur, trifft er sein älteres Ich und hofft, in diesem das zu finden, was ihm in seinem Leben fehlt - nämlich Halt und Zuversicht.

„Das Buch 'Nincshof', das von einem Ort im Burgenland handelt, habe ich damals neben meinem Fulltime-Job in Hamburg geschrieben, wo ich elf Jahre lang gelebt und gearbeitet habe und mich ein wenig das Heimweh nach dem Burgenland plagte. Drei oder vier Jahre hat der Roman damals beim Schreiben in Anspruch genommen“, so die Autorin, die gesteht: „Seit zwei Jahren lebe ich jetzt als hauptberufliche Schriftstellerin wieder in Marz und in dieser Zeit ist das Buch 'Popóm' entstanden, dessen Handlung in einer norddeutschen Großstadt spielt, die aber nicht namentlich genannt wird. Jetzt ist es umgekehrt, ich hab ein bissal Heimweh nach Hamburg, obwohl ich mich im beschaulichen Marz sehr wohl fühle.“

Wo Johanna Sebauer ihre Texte schreibt, ist ihr eigentlich egal „Hauptsache es ist ein ruhiger Ort. In einem Kaffeehaus oder im Zug gehts also gar nicht.“ Woher die Inspiration für ihr neues Buch kam ist auch ganz schnell beantwortet: „Diese Romanfigur des Hendrik, der sein älteres Ich trifft, hat sich mir ganz einfach aufgedrängt. Da ich es liebe absurde Ideen näher zu verfolgen, habe ich diese in Romanform gebracht. Daraus wurde ein Buch, in dem sich die Frage 'Wer bin ich?' stellt, es geht hier auch ganz viel um das 'Verlierenlernen' und wie damit umgehen.“

Möchte die Autorin in die Situation ihres Roman-Protagonisten kommen und ihrem älteren Ich begegnen? „Ich persönlich möchte keinem begegnen, der alles über meine Zukunft weiß, weil ich mich dann hinfürchten müsste auf alles, was noch auf mich wartet“, ist ihre Antwort darauf. Ihre schriftstellerische Arbeit sieht Johanna Sebauer durchaus als Experiment: „Wie es damit weitergehen wird, das weiß man ja nie.“