Musikverein Fürst Bismarck feierte 55 Jahre Vereinsgeschichte

Jubiläumskonzert

Mit einem abwechslungsreichen Jubiläumskonzert feierte der Musikverein Fürst Bismarck am Wochenende sein 55-jähriges Bestehen. Unter der Leitung von Kapellmeister Herbert Bürger präsentierten die Musikerinnen und Musiker ein breit gefächertes Programm – von klassischer Blasmusik bis hin zu modernen Pop-Arrangements.

Das aktuelle Ensemble rund um Kapellmeister Herbert Bürger (vorne, 3.v.l.)

Das aktuelle Ensemble rund um Kapellmeister Herbert Bürger (vorne, 3.v.l.)

© zVg

Bereits der Auftakt machte deutlich, dass es sich um einen besonderen Konzertabend handelte. Gemeinsam mit Moderator Peter Opitz führte der Musikverein durch ein Programm, das bewusst die Geschichte des Vereins und unterschiedliche musikalische Stilrichtungen miteinander verband. Neben klassischen Konzertmärschen und Walzern standen unter anderem Melodien aus Opern von Giuseppe Verdi, moderne böhmische Blasmusik sowie bekannte Stücke von ABBA auf dem Programm. Besonders stolz zeigt sich Kapellmeister Herbert Bürger über die musikalische Entwicklung des Vereins. „Viele Gäste haben nach dem Konzert gesagt, dass wir heute auf einem viel höheren musikalischen Niveau spielen als noch vor ein paar Jahren. Das hört man als Kapellmeister natürlich sehr gerne“, erzählt er. Durch die intensive Probenarbeit habe jede Musikerin und jeder Musiker den eigenen Klang weiterentwickeln können. „Durch den Wechsel von lautem und leisem Spiel sowie die Interpretation der einzelnen Phrasen war kein einziges Werk langweilig für das Publikum.“

Intensive Probenarbeit vor dem Konzert

Die Vorbereitungen auf das Konzert liefen bereits seit Anfang Februar. Insgesamt absolvierte der Musikverein laut Bürger 17 Proben, zusätzlich einen gesamten Probentag sowie mehrere Registerproben. Vor allem manche Stücke hätten die Musikerinnen und Musiker vor große Herausforderungen gestellt. „Besonders schwierig waren das Verdi- Potpourri und das ABBA-Medley“, erzählt Bürger. Beim Verdi Stück hätten vor allem Tempowechsel, unterschiedliche Taktarten und Übergänge zwischen den einzelnen Opern viel Konzentration verlangt. „Einige Musiker kannten manche Melodien davor gar nicht. Deshalb mussten wir uns da wirklich intensiv hineinarbeiten.“ Das ABBA Medley wiederum sei rhythmisch äußerst anspruchsvoll gewesen. „Neben der bekannten Melodie hatten manche Instrumente komplett andere Rhythmen zu spielen. Gleichzeitig gab es schwierige Basslinien und sehr anspruchsvolle Passagen für Flöten, Klarinetten und Schlagzeug. Das Zusammenspiel aller Instrumente mussten wir intensiv proben.“

Die intensive Vorbereitung habe sich am Ende aber ausgezahlt. „Obwohl ich für unseren Musikverein teilweise recht schwere Stücke ausgewählt habe, mussten wir kein einziges Werk aus dem Programm streichen, weil wir es nicht konzertreif spielen hätten können“, sagt Bürger. „Darauf können wir wirklich alle stolz sein.“ Besonders zufrieden sei war er darüber, dass seine Vorstellungen zur Dynamik und Interpretation von den Musikerinnen und Musikern beim Konzert genau umgesetzt wurden. „Ich konnte jedes Stück beim Konzert schon während der Darbietung einfach genießen.“

Verein mit langer Geschichte

Im Rahmen des Konzerts wurde auch auf die Geschichte des Musikvereins zurückgeblickt. Musiziert wurde in der Gemeinde bereits seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts in unterschiedlichen Formationen und Kapellen. 1971 kam es schließlich zur Zusammenlegung der Ortskapellen Zemendorf und Hirm. Daraus entstand zunächst der „Musikverein Einigkeit“, aus dem später der heutige Musikverein Fürst Bismarck hervorging. Bereits kurz nach der Gründung entwickelte sich der Verein rasch weiter. Nach der Anschaffung neuer Instrumente nahm man schon 1972 erstmals an einer Konzertwertung in Eisenstadt teil. 1974 erhielt der Verein mit Unterstützung der damaligen Winzergenossenschaft erstmals eine einheitliche Tracht. Gleichzeitig entstand auch der heutige Vereinsname. Ein wichtiger Meilenstein folgte 1981 mit dem Bau des eigenen Musikheims, das mit viel Eigenleistung, Unterstützung der Gemeinde und Spenden aus der Bevölkerung errichtet wurde. Heute absolviert der Musikverein Fürst Bismarck laut Moderator Peter Opitz rund 40 Proben und etwa 15 Auftritte pro Jahr.

Für Kapellmeister Herbert Bürger steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: die Gemeinschaft. „Gerade nach der Corona Zeit war es wichtig, wieder gemeinsame Ziele zu finden und miteinander zu musizieren“, sagt er. Das Jubiläumskonzert habe einmal mehr gezeigt, wie stark der Zusammenhalt innerhalb des Vereins sei.