20-Jährige Winzerin krempelt mit Experimentierfreude Betrieb um
Jungwinzerserie
Die 20-jährige Halbturnerin Anja Glaser arbeitet bereits seit über fünf Jahren im heimischen Betrieb mit. Sie baut auf dem Vorwerk ihrer Familie auf und erweitert aktuell den Familienbetrieb.
Am Kaiserberg zwischen Halbturn und Mönchhof fühlt sich die Jungwinzerin Anja Glaser wohl. Dort reifen auch ihre besten Weine.
© Daniel Gottfried
„Also, eigentlich war das alles sehr spontan“, gesteht Anja Glaser im Gespräch mit der BVZ. Die 20-Jährige erläutert weiter: „Ursprünglich war ich ja für das Pannoneum eingeschrieben.“
Obwohl die Pläne schon fixiert gewesen sind, sprachen sich Vater und Tochter nochmals aus. Anja Glaser wollte doch eine Karriere als Winzerin starten und änderte kurzerhand ihre Pläne. Sie schrieb sich für die Weinbauschule in Klosterneuburg ein. Heute beurteilt sie ihren Sinneswandel als „definitiv die richtige Entscheidung“.
Seit bereits fünf Jahren arbeitet sie inzwischen aktiv in allen Bereichen des Betriebes parallel zu ihren schulischen Pflichten mit. „Ich bin am Traktor, im Keller. Im Grunde mache ich alles“, erklärt sie. Spaß hat sie an allen Aspekten des Winzerlebens. Neue Ideen und Qualität über QuantitätAm meisten schätzt sie die Abwechslung. „Einmal bist du im Weingarten, einmal im Keller, dann bist du wieder auf einer Weinpräsentation“, erklärt die Jungwinzerin. Hinzu kommt, dass die Zusammenarbeit mit ihrem Vater auf Augenhöhe ist. Ideen werden gemeinsam besprochen. Und Ideen hat die junge Landwirtin viele.
„Wir hatten früher eigentlich nur Rotwein. Zweigelt und Blaufränkisch“, meint Anja Glaser. Als die Jungwinzerin aber mehr im Betrieb mitmischte kamen neue Produkte hinzu. „Während ich in der Schule war, wollte ich schon einen Chardonnay im Barriquefass machen“, erklärt sie. Seither ist der spezielle Weißwein ein jährlicher Fixpunkt im Weinbaubetrieb Glaser.
Aus den ursprünglich zwei Rotweinen wurden inzwischen zehn Weine, die das Weingut Glaser anbietet. Hinzu kam unter anderem ein Wein, der in Amphoren gegärt wurde und diesen so mineralischer machen soll. Diese bestehen aus Terrakotta und sind ähnlich wie Holzfässer luftdurchlässig. Glaser erklärt: „Der Plan war, solange ich in der Schule bin, probieren wir einfach alles aus.“
Zukunftspläne und begrenzte Freizeit
Trotz aller Experimentierfreude und dieses Wachstums an Vielfalt bleibt es Vater und Tochter wichtig, den Betrieb nicht zu groß werden zu lassen. Eine „Spezialisierung auf Lagenweine“ ist die Unternehmensphilosophie.
Momentan ist die Jungwinzerin während der Lese beim Weinbaubetrieb Reeh in Andau angestellt. Parallel betreibt sie den Betrieb in Halbturn. Damit begann sie direkt nach ihrer Matura, die sie im Sommer bestand. In ihrer Freizeit will die 20-Jährige „einfach chillen und mit Freunden was machen“ und meint lachend: „Wenn mal nichts zu tun ist. Aber zu tun ist eigentlich immer etwas.“ Um mehr über die Jungwinzerin zu erfahren, besuchen Sie ihre Website unter www.weinbauglaser.at oder ihren Stand am Halbturner Tschardakenfest.

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