Hannah Wetschka: Die Berufung einer Weinkönigin
Jungwinzerserie
Joiserin Hannah Wetschka gehört seit Mittwoch dem Weinadel an. Die engagierte Jungwinzerin übernahm am Eröffnungstag der Wein- und Genusstage Eisenstadt die Krone von Susanne Riepl und wurde zu Hannah I. gekrönt.
Die 23-jährige Joiserin, Hannah Wetschka, gehört seit letzter Woche ganz offiziell dem höchsten burgenländischen Weinadel an. Ihre Krönung am ersten Tag der Wein- und Genusstage Eisenstadt am vergangenen Mittwoch begleiteten viele.
Dazu gehörten, neben Vertretern aus Politik und Weinadel, eine große, bunte Delegation aus ihrer Heimatgemeinde. Familie, der Musikverein und zahlreiche Freunde von der „Joiser Jugend“ kamen mit Transparenten nach Eisenstadt, um die junge Joiserin zu unterstützen.
In erster Linie ist Hannah aber Winzerin. Die junge Joiserin wusste schon früh, was sie wollte. Noch bevor sie ihre Ausbildung an der Höheren Bundeslehranstalt für Weinbau antrat, half die engagierte Landwirtin bereits daheim mit. „Es war wichtig für mich, jeden Handgriff daheim schon einmal gemacht zu haben, bevor ich nach Klosterneuburg gehe“, erklärt sie.
Hannah Wetschka erzählt über ihre Kindheit als mittlere von drei Töchtern, dass sie bereits als Kinder beim händischen Lesen mit rausgefahren oder bei der Traubenübernahme mitgearbeitet haben. Wetschka meint: „Das war sicher schon im Volksschulalter. Damit wurden wir schon früh in den Betrieb integriert.“ Dass sie die Weinkönigin würde, stand ursprünglich weniger auf dem Plan.
„Es war nie so, dass ich gesagt hätte 'Ich möchte mal Weinkönigin werden.' Das hat sich erst ergeben“, erklärt die Joiserin. Ihre gute Freundin Sophie Hromatka war bisher in Niederösterreich und ab 1. September Weinkönigin von ganz Österreich. „Das war schon eine große Inspiration“, sagt Hannah Wetschka. Sie meint weiter: „Ich konnte sehen, was ihre Aufgaben sind, was sie erleben darf, und dass ihr das so extrem viel Spaß macht. Das hat sich auch auf mich übertragen.“

© Petra Kovacs
Arbeitsjahre einer Königin
Nach ihrer Matura 2019 sammelte die Jungwinzerin schnellstmöglich Erfahrungen. Sie war noch im selben Jahr auf Saisonarbeit in Südtirol. „Damit war ich direkt nach der Schule mal eine Weile fort, was mir schon recht getaugt hat“, gesteht die Weinkönigin lachend. Später arbeitete sie parallel im heimischen Betrieb und in der Golser Sektkellerei Szigeti. Später in Göttlesbrunn anstatt in Gols, wo die jetzige Weinkönigin bis vergangenen Juli blieb.
„Für mich war es immer schön, nicht nur daheim zu sein, weil du dadurch ein wenig einen Ausgleich hast“, erklärt sie. 2022 ging es dann in das kalifornische Napa Valley nördlich von San Francisco. Dort arbeitete die Jungwinzerin von Juli bis letzten November, um weitere Erfahrungen sammeln zu können. Erst seit Jänner 2023 ist sie erstmals „Vollzeit“ im heimischen Betrieb, erklärt sie mit einem Augenzwinkern.
Zusammenarbeit und Zukunftspläne
Die Zusammenarbeit mit ihrem Vater, Rudolf Wetschka, funktioniert heute auf Augenhöhe. „Wir sind gleich viel wert. Die letzten zwei Jahre habe ich vermehrt den Keller übernommen, aber wir haben immer jeden Schritt gemeinsam besprochen“, berichtet die Jungwinzerin. Sie mischt auch in den weiteren Bereichen des heimischen Betriebes mit.
„Ich habe jetzt eine neue Marketingfirma angefragt“, erklärt die junge Joiserin. Denn: Sie plant in Zukunft, die bisherige Aufmachung ihrer Weine zukunftsfit zu machen. „Wir sind gerade dabei, eine Linie für alle Rosé-Weine zu finden. Bisher hat jeder ein besonderes Etikett bekommen. Jetzt haben wir so viele verschiedene, dass der Überblick fehlt.“
Wenn die Tausendsassarin nicht gerade im Keller oder auf einer Krönungszeremonie ist, verbringt sie gern Zeit mit ihrem Hund oder mit Freunden. Gerne am See oder wie vor Kurzem zum ersten Mal auf dem Frequency Festival, wo sie mit Freundin und Mit-Königin Sophie Hromatka für eine Weile abseits aller Pflichten entspannen konnte.