Winzer Andreas Unger: „Nass, Feucht, Kalt. Das musst du mögen.“
Jungwinzerserie
Andreas Unger ist seit acht Jahren federführend in seinem familiären Weinbaubetrieb in Halbturn tätig. Der Jungwinzer kann bereits große Erfolge verbuchen, schätzt dabei aber am meisten die Naturverbundenheit des Weinbaus.
Von Kindesbeinen an spielte der heute 28-jährige Andreas Unger zwischen den familären Weinreben. Der Weingarten ist ihm heute ein zweites Heim.
© zVg/Weingut Unger
Der 28-jährige Halbturner, Andreas Unger, ist seit knapp acht Jahren maßgeblich für Entscheidungen im Halbturner Weingut Unger zuständig. Der Jungwinzer besuchte, wie viele erfolgreiche Winzer, die Weinbauschule in Klosterneuburg. Diese schloss er 2014 mit der Matura ab. „Dann habe ich Praktika gemacht. National, international ein wenig und bin dann direkt in den Betrieb eingestiegen“, erinnert sich der 28-Jährige zurück.
Knapp acht Jahre ist das inzwischen her. Nach seinem Abschluss begann Andreas Unger ein viermonatiges Auslandspraktikum in Südafrika. Auch bei mehreren namhaften Betrieben in Österreich sammelte er bereits Erfahrung. Privat geht der junge Halbturner gerne aus. Zum Essen mit Freunden zum Beispiel. Aber er steht auch selbst gerne hinter dem Herd. „Wäre ich kein Winzer geworden, wäre ich wahrscheinlich Koch“, scherzt Andreas Unger.
Früh übt es sich im Familienbetrieb
Trotz anfänglicher Unsicherheit entschloss er sich für ein Leben als Winzer. Die Landwirtschaft liegt ihm und seinen vier Jahre älteren Bruder im Blut. „Papa und Mama haben uns schon als Kinder mitgenommen, aber auch unsere Großeltern. Wir sind schon mit zehn Jahren am Acker mit dem Traktor herumgefahren“, erinnert sich der Jungwinzer lachend an seine Kindheit zurück.
Aber auch auf die Unterstützung der vorherigen Generation kann sich der Jungwinzer verlassen. Er meint: „Es ist ein Familienbetrieb, heißt es ist aufgeteilt. Der Papa ist zwar schon in Pension, aber man arbeitet halt doch weiter.“ Dennoch: Der Vater ist etwas mehr draußen in den Weingärten als der Sohn. Andreas Unger erklärt: „Die Arbeit im Keller mag er nicht mehr wirklich. Es ist Nass, Feucht, Kalt. Das musst du mögen.“
Der Antrieb Landwirt zu sein
Und die Arbeit im dunklen Weinkeller zahlt sich aus, denn 2020 wurde Andreas Unger für seinen Sauvignon Blanc zum Landessieger ausgezeichnet. Heute ist diese Sorte eine seiner begehrtesten Weine. Doch wegen der Preisen und Auszeichnungen macht er die Arbeit nicht.
„Das Schöne am Weinbau ist eigentlich, dass man vom Grundprodukt bis in die Vermarktung alles macht“, erklärt der Andreas Unger über seine Berufung. Der Jungwinzer meint über die Vielseitigkeit seiner Zunft weiter: „So ist es auch in der Natur draußen. Jeder Tag ist es anders, nichts bleibt gleich. Das ist einfach schön.“