Trauer um Andrea Kdolsky auch im Burgenland

Kampf gegen Krebs

In den vergangenen Monaten war Andrea Kdolsky besonders auch im Burgenland engagiert: Vor genau einem Jahr hat sie mit dem Aufbau von Österreichs erstem Maggie’s Centre für die Unterstützung bei Krebserkrankungen begonnen. Mit der BVZ führte Kdolsky noch vor zwei Wochen ein Interview, in dem sie Hoffnung zeigte. Das Land trauert.

Andrea Kdolsky beim BVZ-Interview noch vor zwei Wochen. Die ehemalige Gesundheitsministerin ist im Alter von 63 Jahren verstorben.

Andrea Kdolsky beim BVZ-Interview noch vor zwei Wochen. Die ehemalige Gesundheitsministerin ist im Alter von 63 Jahren verstorben.

© Nina Mayer

Kein Krankenhaus, sondern ein Platz zum Zuhören und Kraftschöpfen soll das Maggie's Centre in Oberwart sein. Andrea Kdolsky hat in Zusammenarbeit mit dem Land den Aufbau vorangetrieben. Sie sollte dem Zentrum für Menschen mit Krebs und für deren Angehörige vorstehen, das durfte die ehemalige Gesundheitsministerin nicht mehr erleben. Andrea Kdolsky ist im Alter von63 Jahren ihrer Krebserkrankung erlegen.

Für die BVZ führte Nina Mayer vor zwei Wochen eines der letzten Interviews mit Andrea Kdolsky. Auf die Frage, was ein Mensch in einer so schwierigen Krankhaits-Situation brauche, sagte Kdolsky: „Das Wichtigste ist Schmerzfreiheit. Das Zweitwichtigste sind Menschen, die einen annehmen, wie man ist, und eine Schulter zum Anlehnen bieten. Das gilt für Betroffene wie Angehörige.“

Durch ihre Psychotherapie-Ausbildung nach Viktor Frankl sei sie überzeugt, dass die Sinnfrage entscheidend sei, so Kdolsky: „Für mich ist Sinn einer der wichtigsten Gründe, dass man in einer schwierigen Krankheitssituation nicht aufgibt.“ Das soll auch das Maggie's Centre in Oberwart geben: „Wärme, Zuneigung und die Möglichkeit, alles zu fragen.“

„Andrea Kdolsky war eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Sie hat im Burgenland in kurzer Zeit einen Anker geworfen – nicht nur beruflich, sondern auch persönlich“, zeigte sich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil tief betroffen. „Ich habe Andrea in den vergangenen Monaten als große Kämpferin erlebt. Ihre Offenheit, ihre Menschlichkeit und ihre Kraft haben mich tief beeindruckt. Sie hat sich bis zuletzt mit unglaublicher Energie und Überzeugung für andere Menschen eingesetzt“, sagt Doskozil.

Besonders verbunden hat den Landeshauptmann mit Andrea Kdolsky das Maggie’s Centre in Oberwart. Es werde nach der Fertigstellung ihren Namen tragen, kündigte Doskozil an. Sie habe das Projekt mit großer persönlicher Überzeugung, viel Erfahrung und unglaublich viel Energie vorangetrieben.

„Andrea Kdolsky wusste aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, Menschen mit einer schweren Erkrankung und ihre Angehörigen nicht alleine zu lassen. Unser gemeinsames Ansinnen war es, krebskranken Menschen und ihren Angehörigen neben der medizinischen Behandlung auch psychologische, soziale und persönliche Unterstützung zu bieten.“

Doskozil weiter: „Dass dieser Ort ihren Namen tragen wird, ist auch ein Zeichen dafür, was sie dem Burgenland und diesem Projekt hinterlassen hat. Sie hat sich bis zuletzt mit großer Kraft für dieses Projekt eingesetzt. Dafür und für ihren Einsatz für das Burgenland werde ich ihr immer dankbar sein.“

Engagiert, herzlich und sehr entschlossen - so habe sie Andrea Kdolsky kennengelernt, schreibt Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner in ihrem Nachruf auf Instagram. „Eine Frau, die nicht nur über bessere Gesundheitsversorgung gesprochen hat, sondern selbst etwas bewegen wollte.“ Kdolsky habe sich mit viel persönlichem Einsatz für das Maggie's Centre in Oberwart stark gemacht.

„Umso trauriger ist es, dass Andrea die Eröffnung dieses für sie so wichtigen Ortes nicht mehr miterleben darf“, schreibt die Landeshauptmann-Stellvertreterin. „Danke für deinen Einsatz für andere. Du wirst fehlen.“

Dem persönlichen Einsatz trotz Kdolskys Erkrankung zollt auch FPÖ-Klubobmann Christian Ries höchsten Respekt; den Vorschlag, die Einrichtung in Oberwart nach ihr zu benennen, wird von den Freiheitlichen ausdrücklich begrüßt. „Mit diesem Zentrum bleibt nicht nur ihr Engagement erhalten, sondern auch die Erinnerung an einen Menschen, der selbst mit einer schweren Erkrankung konfrontiert war und dennoch die Kraft aufgebracht hat, anderen Betroffenen helfen zu wollen“, so Ries.