Géza Molnár: „Wir können nur gewinnen“
Kandidaten persönlich
Mit seiner Liste Hausverstand will der freie Mandatar beim ersten Antritt in den Landtag: Molnár gibt sich ebenso kritisch wie realistisch. Privat setzt er auf Sport, Musik und seine Kinder.
Freie Zeit genießt Géza Molnár mit seinen Kindern, hier unterwegs mit Tochter Anna.
© Privat
Schon fast 25 Jahre lang ist Géza Molnár in der Politik, und einen Großteil davon hat er in der FPÖ verbracht, inklusive eines Antritts zur Wahl des Landesparteichefs. Seine Liste hat er aber nicht als Retourkutsche für die Ex-Partei gegründet, wie Molnár immer betont. Er drückt es so aus: Jetzt sei er „von Idealisten und nicht von Opportunisten umgeben“.
Kämpferisch kann sich der (seit 2021 freie) Landtagsabgeordnete durchaus geben, aber ebenso gesellig. Privat ist Molnár in Laufschuhen unterwegs (bis zu 2.000 Kilometer pro Jahr) und mit der Trompete, als Mitglied der Stadtkapelle Eisenstadt.
Als „Kapellmeister“ der Liste Hausverstand setzt Molnár auf Teamarbeit. Mit seinen Kandidatinnen und Kandidaten - einige davon sind ebenfalls ehemalige FPÖ-Mitglieder, wieder andere stammen aus den Reihen der Corona-Maßnahmenkritiker MFG - will er vor allem „eine Alternative zum Parteienspektrum anbieten“. Alternative Ansätze gibt es demnach auch bei Themen wie der Energiefrage. Und die Frage zur Motivation im Wahlkampf-Finale hat Molnár zu guter Letzt schnell beantwortet: „Idealisten muss man eigentlich gar nicht extra motivieren.“
Im Interview: Géza Molnár über ...
... Koalitionsfragen im Land: „Es geht vor allem auch darum, dass das Land endlich eine effektive Opposition bekommt. ÖVP, FPÖ und Grüne versagen da im Landtag komplett. Die SPÖ ist ja nicht nur deshalb so stark, weil sie so unfehlbar gut ist. Ansonsten bin ich dafür, dass die stärkste Partei - und das wird die SPÖ sein - eine Koalition anführt. Da geht‘s nicht um politische Vorlieben, sondern um den Respekt vor der Demokratie und dem Wähler.“
... die Vielfalt der Wahlkampf-Themen: „Der Meinung bin ich eigentlich nicht. Schauen Sie auf die Plakate. Da wird nur Spitzenkandidaten gehuldigt und um eine ,Veränderung' geworben, von der aber weder die ÖVP noch die FPÖ sagt, was wir uns darunter vorzustellen haben. Man merkt halt, dass Sagartz und Hofer jahrelang nicht im Burgenland waren. ,Absolute weg' wird das Land jedenfalls nicht weiterbringen. Für uns ist neben der direkten Demokratie der Stopp der Energiewende, die alles teurer macht, das wichtigste Ziel. Alle Landtagsparteien - auch die FPÖ - wollen diesen Irrweg fortsetzen, zulasten von Standort und Wohlstand.“

© Wolfgang Millendorfer
... zentrale Anliegen: „Als einzigem Politiker, der diese Phase als ,Ungeimpfter' erlebt hat, ist mir die Aufarbeitung der Corona-Zeit ein dringendes Anliegen. Außerdem eine rasche Lösung, was Arzttermine angeht. Sozialpolitisch will ich endlich unterhaltspflichtige Väter aus dem Schatten holen. Viele müssen - unverschuldet - mit weniger als der Mindestsicherung durchkommen, obwohl sie voll arbeiten - und niemanden interessiert‘s. Im Bildungsbereich sind wir dafür, Laptops und Tablets wieder aus dem Regelunterricht zu entfernen. Die Kinder sollen wieder per Kopf und Hand schreiben, rechnen und lesen lernen.“
... drei Dinge, der er in der Landesregierung sofort ändern würde: „Es wären weit mehr als drei, aber gut: billige Energie durch einen klaren Auftrag an den landeseigenen Energieversorger. Sofortmaßnahmen bei der haus- und fachärztlichen Versorgung, indem notfalls der Besuch beim Privatarzt finanziert wird. Und - das steht jetzt nicht im Wahlprogramm und wäre Regierungsaufgabe - respektvoll und wertschätzend auf die Beamtenschaft zugehen, um für ein besseres Betriebsklima und die optimale Zusammenarbeit mit Bürgern, Wirtschaft und der Politik zu sorgen. Vieles, was wir schätzen, fällt und steht mit der Verwaltung und motivierten Mitarbeitern.“
... Energie für das Wahlkampf-Finale: „Die geben mir meine Kinder, Laufschuhe, die Trompete. Meine Mitstreiter sind motiviert. Ich versuche natürlich, nach besten Kräften mit gutem Vorbild voranzugehen. Das Schöne ist, dass wir dem Steuerzahler keinen Cent kosten und nur Ehrenamtliche haben. Idealisten muss man eigentlich gar nicht extra motivieren.“
... persönliche Konsequenzen bei verfehltem Wahlziel: „Wir haben mehr als doppelt so viele Kandidaten wie die NEOS, gleich viele wie die Landtagsparteien und mehr Landtags- und kommunalpolitische Erfahrung auf unserer Liste als Grüne und FPÖ. In inhaltlichen Fragen wie der Energiewende, Corona oder direkter Demokratie unterscheiden wir uns deutlich. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich mehr als die 8.000 notwendigen Wähler dafür begeistern können. Wir können nur gewinnen.“
Molnár in Kürze
Geboren am 29. Mai 1984
Wohnt in Eisenstadt
Familie:zwei leibliche Kinder und zwei weitere, die ich nicht anders sehe
In der Politik seit bald 25 Jahren
Persönliches Motto: „Ärgere Dich nur über Dinge, die Du ändern kannst. Und ändere sie.“
Das gibt mir Kraft: meine Kinder und ihre Mutter, mein Glaube an Gott, der unfassbare Idealismus meiner Kandidaten
Lieblingsmusik: Blasmusik
Dieses Buch lese ich gerade:Dietrich Mateschitz – „Flügel für Menschen und Ideen“