Zwei „halbe Burgenländer“ in der neuen Bundesregierung
„Kanzler-Connection“
In der Dreierkoalition gibt es zwar keine burgenländischen Spitzenpositionen - aber: Der Vater von Bundeskanzler Christian Stocker stammt aus Raiding, Ministerin Anna Sporrer hat einen Zweitwohnsitz im Burgenland.
Am Bild der Angelobung zählt es gleich doppelt: Bundeskanzler Christian Stocker (l.) hat eine familiäre Verbindung ins Burgenland, Bundespräsident Alexander Van der Bellen einen Zweitwohnsitz.
© BKA, Andy Wenzel, Andy Wenzel
„Was lange währt, wird endlich gut ...“ Das alte Sprichwort zitierte Bundespräsident Alexander Van der Bellen zur Angelobung der neuen Regierung. Wie gut die erste Dreierkoalition Österreichs wirklich wird, das will man vom Burgenland aus noch abwarten.
Von „Verantwortung zeigen“ über „erst einmal arbeiten lassen“ bis „ganz genau auf die Finger schauen“ reichten die Reaktionen. Eines fällt aber auf: In den Ministerien und Staatssekretariaten gibt es unter ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker, SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler und NEOS-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger an keiner zentralen Stelle eine burgenländische Beteiligung. Aber dann gibt es da noch zwei ganz zentrale Positionen, die irgendwie doch unmittelbar mit dem Burgenland zusammenhängen.
An oberster Stelle im Fall von Bundeskanzler Stocker. Auf den Wiener Neustädter trifft die Nähe zum Land nicht nur geographisch, sondern auch familiär zu: Sein Vater, Franz Stocker, stammt aus der mittelburgenländischen Liszt-Gemeinde Raiding. Der gelernte Elektroinstallateur hatte seinen ersten Job in Wiener Neustadt, später ging er in die Politik: Franz Stocker war vier Jahre lang Mitglied des Bundesrates und von 1983 bis 1993 ÖVP-Abgeordneter im Nationalrat.
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Eine weitere „Burgenland-Connection“ führt in den Bezirk Oberwart: Dort hat die neue Justizministerin Anna Sporrer seit Jahren ein Wochenendhaus. Die bisherige Vizepräsidentin des Verwaltungsgerichtshofes ist – wie gleich fünf ihrer neuen Regierungskolleginnen und -kollegen – Niederösterreicherin, als Zweitwohnsitzerin aber zugleich eine der wenigen losen Verbindungen der Landes-SPÖ zur Bundespartei.
Dass Landeschef Hans Peter Doskozil angesichts des historisch schlechtesten SPÖ-Nationalratswahl-Ergebnisses kein Fan der Koalitionsverhandlungen war, das hat er mehrfach betont. Jetzt sagt er, so wie auch seine grüne Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, man werde die neue Bundesregierung „an ih-ren Taten messen“. Gemeint sind die „unmittelbaren“ Auswirkungen auf Land und Leute, speziell bei den Pensionen und in den Schwerpunktbereichen Pflege, Gesundheit, Migration oder Klimaschutz.

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