Fünf Jahre im Zeichen der Menschlichkeit

Karawane der Menschlichke

Es begann mit einem spontanen Entschluss und wurde zu einer Bewegung. Die Karawane der Menschlichkeit ist fünf Jahre alt und Gründer Pascal Violo kommt am 26. September mit einer Live-Reportage in die Arche nach Jennersdorf.

Aus Zivilcourage entstand die Karawane der Menschlichkeit, die seither an den Rändern Europas verzweifelte Menschen auf der Flucht mit dem Nötigsten und vor allem auch Kinder mit Hoffnung versorgt.

Aus Zivilcourage entstand die Karawane der Menschlichkeit, die seither an den Rändern Europas verzweifelte Menschen auf der Flucht mit dem Nötigsten und vor allem auch Kinder mit Hoffnung versorgt.

© Karawane der Menschlichkeit

Der Güssinger Reisefotograf Pascal Violo wollte im Herbst 2020 eigentlich nach Kanada reisen, um Eisbären zu fotografieren. Doch dann sah er die Bilder des brennenden Flüchtlingslagers auf Lesbos. „Ich konnte nicht mehr wegschauen. Also habe ich meine Reisekasse geplündert, das Auto mit Hilfsgütern vollgeladen und bin losgefahren“, erzählt Violo. Aus dieser Fahrt entstand die Karawane der Menschlichkeit, die heuer ihr fünfjähriges Bestehen markiert.

Hilfe genau dort, wo Europa wegschaut

Seit der Gründung hat die Karawane mehr als eine halbe Million Euro an Spenden und tonnenweise Hilfsgüter gesammelt. Zahlreiche Freiwillige waren an den Einsätzen beteiligt, von Clowns, die Kindern ein Lachen zurückbrachten, bis zu Ärzt:innen, die medizinische Hilfe leisteten. „Für mich war es nie eine Option, nichts zu tun. Wenn ich Leid lindern kann, dann tue ich es – und ich bin dankbar, dass so viele Menschen diese Haltung teilen“, sagt Pascal Violo.

Die Hilfsfahrten der Karawane reichen von der Versorgung frierender Menschen mit warmer Kleidung bis hin zur Unterstützung von Waisenkindern. In Süditalien gelang es, Migrant:innen, die unter sklavenähnlichen Bedingungen schuften mussten, zu ihrem Recht zu verhelfen. Die Karawane brachte Unterstützung nach Griechenland, Italien, Frankreich, Bosnien, Türkei, Syrien, Libanon und in die Ukraine. „Wir bringen nicht nur Kleidung, Essen und medizinische Hilfe. Wir bringen auch Geschichten zurück – von Kindern, die in Zelten aufwachsen, von Familien, die alles verloren haben“, sagt Violo. „Es ist eine bewegende Geschichte der Mitmenschlichkeit und zugleich ein schockierendes Zeugnis der europäischen Flüchtlingspolitik. Es sind die Menschen hier, die mit ihren Spenden und ihrer Solidarität alles tragen.“ Denn neben der akuten Hilfe verfolgt die Karawane auch ein langfristiges Ziel. „Wir wollen nicht nur Symptome lindern, sondern auch Bewusstsein schaffen. Denn solange diese Politik anhält, bleibt die Not bestehen.“

Live-Reportage in der Arche Jennersdorf

In Jennersdorf zeigt Pascal Violo am 26. September ab 19 Uhr Bilder und Videos von seinen Reisen, erzählt von Begegnungen in Lagern und von Momenten, in denen kleine Gesten große Wirkung hatten. „Es gibt diese Augenblicke, in denen ein Ball, ein Kleidungsstück oder einfach nur Zuhören das Leben von Menschen verändert – zumindest für kurze Zeit. Darum geht es.“

Mit dem Vortrag in der Arche Jennersdorf schließt sich für Violo auch ein Kreis: Vom Südburgenland aus startete er seine erste Fahrt und von hier aus blickt er nun auf fünf Jahre Karawane zurück. „Das Jubiläum ist für mich keine Feier, sondern ein Anlass, danke zu sagen und weiterzumachen“, so Violo.