Verschüttete Personen und Fahrzeuge im Pilgersdorfer Steinbruch

Katastrophenhilfe-Übung

447 Personen von Feuerwehr, Polizei, Rotem Kreuz, Samariterbund, Rettungshundebrigade und Rettungshundestaffel sowie der Behörde waren an der Übung des Katastrophenhilfsdiensts beteiligt, bei der die organisationsübergreifende Zusammenarbeit und Koordination im Katastrophenfall geübt wurde.

Auch aus zwei halb verschütteten Fahrzeugen mussten Menschen gerettet werden.

Auch aus zwei halb verschütteten Fahrzeugen mussten Menschen gerettet werden.

© Michaela Grabner

Zwei unter Gestein halb vergrabene Autos, eine verletzte Person in einem Tunnel, mehrere verschüttete Wanderer, ein Auto, das mit dem Heck voraus in einen Steinbrecher gestürzt ist, ein Waldstück in Flammen, eine Tankstelle, die vor dem sich ausbreitenden Feuer geschützt werden muss und eine vermisste Schülergruppe: Mit diesen teils sehr komplexen Aufgaben sahen sich die Einsatzkräfte bei der diesjährigen Katastrophenhilfsdienstübung im Steinbruch Zöchling konfrontiert und das alles zeitgleich auf verschiedenen Ebenen des einer überdimensionalen steinernen Arena gleichen Areals, wo hunderte dunkelblau, grün, rot und rot-gelb uniformierte Helferinnen und Helfer Hand in Hand professionell Hilfe leisteten. Und das während aus allen Richtungen Hilferufe vermischt mit Schmerzensschreien und Wehklagen ertönten, leisteten auch die am ganzen Gelände verteilten Opfer mit ihren täuschend echt aufgeschminkten Wunden ganze Arbeit.

Zu Beginn der Übung wurde ein Traktorunfall simuliert, bei dem die Feuerwehren Pilgersdorf und Kirchschlag gemeinsam mit dem Roten Kreuz eine Personenrettung durchführten. Kurz darauf meldete der Einsatzleiter einige weitere Schadenslagen im Steinbruchgelände wie eingeklemmte Personen und die vermisste Schulklasse, weshalb die Katastrophenhilfsdienstzüge des Bezirksfeuerwehrkommandos Oberpullendorf - zwei technische und zwei Löschzüge sowie der Kommandozug - alarmiert und der Bezirksführungsstab eingerichtet wurde.

Weiters rückten Rotes Kreuz und Arbeitersamariterbund sowie die Österreichische Rettungshundebrigade und drei Drohnen-Teams aus, die detailliertes Bildmaterial von den einzelnen Einsatzorten direkt ins Gemeindeamt lieferten, wo der Bezirksführungsstab Quartier bezogen hatte und sich um die Einsatzleitung und Koordination kümmerte. So konnte man auch von dort zusehen, wie beispielsweise Feuerwehrkamderaden Schutt schaufelten, um die darunter liegenden Opfer zu befreien, während die Rettungssanitäter diese medizinisch erstversorgten oder Feuerwehrleute und Sanitäter in einem gerade mal mannshohen, schmalen und finsteren Tunnel gemeinsam eine in einem Förderband eingeklemmte, vor Schmerz schreiende Verletzte, gemeinsam befreiten.

Vor Ort verfolgte nicht nur Bezirkshauptmann Klaus Trummer als Behördeneinsatzleiter mit seinem Team die Übung, sondern unter anderem auch Landesrat Heinrich Dorner, Landtagsabgeordneter Jürgen Karall, Bezirksparteiobmann Niki Berlakovich, Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter und Bezirksfeuerwehrkommandant Martin Reidl, Rot Kreuz-Bezirksstellenleiter Rudolf Haider, Bezirkspolizeikommandant Mario Bischof, Bürgermeister Ewald Bürger und Vizebürgermeister Josef Thurner, Christoph Lainer-Findeis von der Fürst Esterhazy'schen Privatstiftung Lockenhaus, den Steinbruch-Besitzern, Betriebsleiter Frank Eichhorn von der Betreiberfirma Zöchling sowie einige weitere Übungsbeobachter der Einsatzorganisationen, die sich allesamt beeindruckt von der professionellen Arbeit der Einsatzkräfte zeigten.

So bedankte sich bei der abschließenden Übungsbesprechung Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Martin Reidl bei allen Einsatzkäften, dass sie sich Zeit genommen haben zu zeigen, „dass die Einsatzkräfte im Bezirk schlagkräftig sind, wissen wie Einsätze abgearbeitet werden und man sich auf sie verlassen kann.“

Auch Bezirkshauptmann Klaus Trummer bedankte sich bei allen Teilnehmenden und bemühte ein Zitat von Arthur Ashe. „Er hat gesagt: Erfolg ist kein Ziel, Erfolg ist eine Reise. Genauso ist es bei der Sicherheit. Sicherheit ist auch kein Ziel, sie ist eine Reise, auf der wir heute weitere wichtige Schritte gemacht haben.“ Bürgermeister Ewald Bürger sprach allen Teilnehmenden ein großes Kompliment für ihre Leistung aus und meinte: „Wir wissen, wenn es Einsätze gibt, dass wir uns auf euch verlassen können.“

Landesrat Heinrich Dorner zitierte indes eine Übungbeobachterin, die beeindruckt vom sich ihr dargebotenen Anblick, schlicht festgestellt hatte: „Wenn man hier zuschaut, fühlt man sich einfach sicher". Er bedankte sich bei allen Teilnehmenden dafür, dass sie die Übungsszenarien so professionell abgearbeitet hatten und bei allen, die für die Vorbereitung viel Zeit aufgewendet hatten, allen voran Markus Perl, Katastrophenhilfsdienst-Referent des Bezirksfeuerwehrkommandos Oberpullendorf sowie Rot Kreuz-Dienstführendem Franz Lang.

„Diese Übung hat eindrucksvoll gezeigt, wie gut die verschiedenen Organisationen im Bezirk zusammenarbeiten. Nur durch regelmäßiges Training können wir im Ernstfall rasch und effizient helfen“, bilanzierte Markus Perl. Und das Fazit von Franz Lang: „Die Übung hat gezeigt, wie stark wir als Einsatzorganisationen gemeinsam agieren können, wenn es darauf ankommt. Besonders beeindruckend war das hohe Maß an Professionalität, Teamgeist und Engagement aller Beteiligten.“