Neudörfl lässt Vertrag mit „Jugendtaxi“ auslaufen
Keine Verlängerung
Das Jugendtaxi, ein Projekt der Wirtschaftskammer mit der Unterstützung des Landesjugendreferates und Verkehrsreferates der Burgenländischen Landesregierung, das 2007 gestartet wurde, ermöglicht Jugendlichen einen kostengünstigen, flexiblen und vor allem sicheren Transport. 2023 trat auch die Gemeinde Neudörfl dem Jugendtaxi bei, damals auf Initiative der Jugendlichen selbst, die beim Forum „Jugend spricht“ dies gewünscht hatten. Das Angebot wurde aber kaum angenommen, weshalb es mit 31. Dezember 2026 ausläuft.
Bürgermeister Dieter Posch, Silvana Stanisljevic (Firma StanReisen), SPÖ-Gemeindevorstand Bernhard Götz und Bernhard Dillhof, Geschäftsführender Obmann vom „Verein Mobiles Burgenland“ im Zuge des Beitritts der Marktgemeinde Neudörfl zum Jugendtaxi 2023.
© Wirtschaftskammer Burgenland
Dass das Jugendtaxi nicht den erhofften Zuspruch fand, war vor allem auf logistische Gründe zurückzuführen. Die Neudörfler Jugend ist häufig in Wr. Neustadt unterwegs, weiß SPÖ-Gemeindevorstand Bernhard Götz. Die Idee hinter dem Jugendtaxi ist, dass ein sogenannter Jugendscheck für Taxifahrten beim Gemeindeamt erworben werden kann. Jugendliche bezahlen für einen Scheck im Wert von 10 Euro bei der Ausgabe im Gemeindeamt 5 Euro. Die Gemeinde kommt auf Kosten von 4,50 Euro pro Scheck (die Taxiunternehmen gewähren den Gemeinden einen 10‑prozentigen Rabatt). In weiterer Folge können die Jugendlichen über eine App ein Taxiunternehmen bestellen. Abgerechnet wird die Fahrt bequem mittels QR-Code.
Der Verein "Mobiles Burgenland" ist die zentrale administrative Drehscheibe des Jugendtaxi-Projekts. Er übernimmt den Druck und die landesweite Verteilung der Jugendschecks, wobei die Kosten dafür direkt vom Verein getragen werden.
Wollten Jugendliche nun von Wr. Neustadt nach Neudörfl fahren, haben sie ein Taxi z.B. aus Mattersburg oder Eisenstadt rufen müssen. „Das heißt, es ist in Wahrheit teurer gewesen, als der Zuschuss“, berichtete Bernhard Götz während der letzten Gemeinderatssitzung. „Deshalb ist es auch kaum genutzt worden, weshalb wir uns entschieden haben, den Vertrag zu kündigen.“ Auch die Zusammenarbeit mit dem Neudörfler Unternehmen StanReisen konnte nicht die gewünschte Wirkung erzielen, da burgenländische Taxiunternehmen nicht an den Taxiständen z. B. in Wr. Neustadt stehen dürfen. „Die Jugendlichen wollen eben heim, wenn sie heim wollen und nicht erst auf Bestellung“, so Bernhard Götz. Der Vertrag läuft somit mit 31. Dezember 2026 aus.