Gabriel Kožuch: „Hören wir mehr auf die Jugend“

Kommentar

Mag. Gabriel Kožuch, Geistlicher Assistent der Katholischen Frauenbewegung (kfb) sowie der Katholischen Männerbewegung (KMB) und Stadtpfarrer in Neusiedl am See über seine Eindrücke bei einem Popkonzert.

Mag. Gabriel Kožuch

Mag. Gabriel Kožuch

© Diözese Eisenstadt

Vor ein paar Tagen war ich mit meiner 13-jährigen Nichte in Prag beim Konzert einer amerikanischen Sängerin, die für mich eher unbekannt war. Die mehr als 10.000 jungen pubertierenden Menschen – angezogen zwischen Barbie und Hardrock, Kleidchen und Metallgürtel, zweifärbige Haare, bemalte Gesichter – alles nach dem Beispiel ihrer Sängerin, haben miteinander gesungen, geschrien, aber es war kein Gewaltpotential da.

Sie konnten alle miteinander reden, obwohl sie sich gar nicht gekannt haben, sie haben sich umarmt, und haben ihre selbstgemachten Armbänder ausgetauscht. Ich dachte mir, ihre schräge Bekleidung ist nur ein Protesthinweis auch gegen Männer in teuren Anzügen, die für sie die heutige Welt repräsentieren: Kriege, Unterdrückung, Missbrauch und seit Kurzen auch mit nationalsozialistischem Hintergrund. Diese jungen Menschen möchten eine andere Welt als die, die wir ihnen übergeben haben.