Bei Nova Rock 40 Handys gestohlen: Rumäne verurteilt

Kriminalität am Festival

50.000 Musikfans feierten und tanzten Mitte Juni 2026 auf den Pannonia Fields bei Nickelsdorf. Viele von ihnen vermissten plötzlich ihr Smartphone. Diebe hatten sich aufs Nova Rock geschlichen, darunter auch ein 21-jähriger Rumäne, der erwischt und jetzt verurteilt wurde.

Der Angeklagte behauptete, dass ein "Marokkaner" den Handydiebstahl in Auftrag gegeben habe.

Der Angeklagte behauptete, dass ein "Marokkaner" den Handydiebstahl in Auftrag gegeben habe.

© BVZ/Kirchmeir

Der junge Mann hatte bis zu seiner Verhaftung am 13. Juni 2026 kein Dach über dem Kopf, keinen Job und keine Arbeit. In Rumänien und Belgien ist er wegen Diebstahls vorbestraft.

„Ja, ich habe die Handys gestohlen“, gab er am Mittwoch, 16. September 2026, am Landesgericht Eisenstadt zu.

„Wie war der Tatmodus?“, fragte die Richterin. „Während die Menschen tanzten, habe ich mich ihnen genähert und die Handys aus den Handtaschen und Hosentaschen genommen“, erzählte der Angeklagte.

40 Handys waren bei ihm gefunden worden, alle fein säuberlich in Alufolie eingewickelt - um die Ortung des Standortes der Geräte zu verhindern, wie der Handydieb berichtete.

Die Staatsanwaltschaft schätzte den Gesamtwert der gestohlenen Smartphones auf 24.000 Euro. 39 Geräte konnten an ihre Besitzer ausgehändigt werden, in einem Handy befand sich kein Simkarte - es konnte nicht zugeordnet werden.

Der Angeklagte berichtete, dass er die Handydiebstähle im Auftrag eines „Marokkaners“ durchgeführt habe. Die gestohlenen Geräte würden in Bussen nach Brüssel gebracht, dort bestimme der „Marokkaner“ den Preis.

Angeklagt war der Rumäne auch wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt worden. Am 16. Juli hatte es einen Zwischenfall in der Justizanstalt Eisenstadt gegeben.

Er habe sich, so der Angeklagte aus einer Nachbarzelle von einem „Kollegen“ ein Feuerzeug geholt. Ein Beamter wollte wissen, was er da in der Hand versteckte. Offenbar wegen der Sprachbarriere wehrte sich der Rumäne gegen die Versuche der Justizwachebeamten, ihn zu kontrollieren. Auch der Versuch einer Körperverletzung wurde ihm vorgeworfen. „Ich war nicht gewalttätig“, sagte der Angeklagte.

Die Beamten sprachen von reflexartigen Bewegungen und von „ruckartigem Losreißen“.

Der Rumäne wurde wegen schweren gewerbsmäßigen Diebstahls zu zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Zum Vorwurf des Widerstands gegen die Staatsgewalt erfolgte ein Freispruch. „Das Gericht geht nicht davon aus, dass ein Schlag stattfand“, sagte die Richterin.

Das Urteil ist rechtskräftig.