Slowake gesteht Schlepperei, seine Frau streitet alles ab

Kriminelle Organisation

Mindestens drei Schlepperfahrten soll ein Ehepaar aus der Slowakei mitorganisiert haben. Zehn Flüchtlinge sollen bei Nickelsdorf über die Grenze gekommen sein.

Vor Gericht zeigte sich nur der Angeklagte geständig, seine Frau weist jede Schuld von sich.

Vor Gericht zeigte sich nur der Angeklagte geständig, seine Frau weist jede Schuld von sich.

© BVZ/Kirchmeir

Ein 25-jähriger Slowake und seine 35-jährige Frau stehen in Eisenstadt vor Gericht, weil sie Mitglied einer kriminellen Vereinigung gewesen sein sollen, die Schlepperfahrten organisierte. Beide befinden sich in Untersuchungshaft. Der 25-Jährige bekannte sich am ersten Verhandlungstag, dem 2. Oktober 2024, schuldig, seine Frau wies jede Schuld von sich.

Vier Mitglieder der Organisation wurden bereits verurteilt

Zwei Frauen und zwei Männer, die ebenfalls in dieser Organisation mitgewirkt hatten, wurden bereits verurteilt. Eine dieser Frauen, eine Freundin und Arbeitskollegin der 35-Jährigen, belastete das Ehepaar massiv.

Die nunmehr Angeklagte soll ihre Freundin als Mitglied der Schlepperorganisation angeheuert haben. Der Angeklagte wiederum soll Schlepperrouten vorgegeben, Spesen ausgezahlt und von anderen Personen gemietete Fahrzeuge aufgetankt haben.

Zweimal soll es bei den Schlepperfahrten beim Versuch geblieben sein. Am 2. Februar 2023 kam es zu einer erfolgreichen Schleppung: Zehn Flüchtlinge wurden in Ungarn aufgenommen und bis zur Grenze bei Nickelsdorf gebracht, von wo aus sie zu Fuß die Grenze nach Österreich passierten.

„Mir wurde angeboten, dass ich mich um die Fahrer kümmern soll“, sagte der 25-Jährige. Sein Anwalt bezeichnete ihn als „kleinen Fisch“. „Er war nicht der Capo“, sagte der Verteidiger.

Slowake gesteht Schlepperei, seine Frau streitet alles ab

© BVZ/Kirchmeir

200 Euro sollten pro geschleppter Person bezahlt werden, dieses Geld habe man sich aufteilen wollen, so der Angeklagte. 500 Euro hätte er bekommen sollen. „Eigentlich habe ich nichts kassiert“, sagte er vor Gericht.

Er behauptete, er selbst habe der Arbeitskollegin seiner Frau vorgeschlagen, an den Schleppungen teilzunehmen. „Sie erwähnte, dass sie in Geldschwierigkeiten sei“, sagte der Angeklagte. Seine Frau habe damit nichts zu tun.

Die bereits verurteilte Arbeitskollegin hatte die 35-Jährige schwer belastet. Diese kenne den Auftraggeber, der in der Schlepperorganisation eine führende Rolle innehatte. Dieser Mann sei unter dem Namen „Serbe“ bekannt. Es soll sich um den Vater der Tochter der 35-Jährigen handeln.

15.000 Euro mit Schleppungen verdient?

Die 35-Jährige habe ihr erzählt, gab die Arbeitskollegin zu Protokoll, dass sie sich gemeinsam mit dem „Serben“ seit „drei oder vier Jahren“ mit Schleppungen beschäftige. Im Vorjahr habe sie 15.000 Euro mit Schleppungen verdient.

„Das stimmt nicht“, widersprach der 25-jährige Angeklagte. „Ich habe mit meiner Frau nie etwas im Zusammenhang mit Schleppungen unternommen.“

Der Prozess wurde vertagt.