Auftritt Krutzler: Große Bühne für neue Theater-Ideen
Kulturzentren Burgenland
„Alles ist erlaubt!“ Frei nach Goethe wird das Theater in den Burgenländischen Kulturzentren neu gedacht. Als Kopf hinter den frischen Ideen und auf der Bühne gab Schauspieler Christoph F. Krutzler mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Kultur-Geschäftsführerin Claudia Priber erste Einblicke. Inklusive Theaternebel und Autorin Johanna Sebauer, deren Buch-Erfolg „Nincshof“ zur Uraufführung gebracht wird.
Starker erster Auftritt. Die Bühne des Eisenstädter Kulturzentrums wurde für die Theater-Präsentation optimal genutzt, es wird spannend!
© Wolfgang Millendorfer
Goethe zitierte Christoph Krutzler nicht nur, weil er's kann, sondern auch, weil eine der beiden Eigenproduktionen für den großen „Faust“ reserviert ist: „Wenn man ein Theater eröffnet, dann gleich mit ,Faust'. Da machen wir keine Abstriche!“ Und mit burgenländischer Literatur: der ersten Theater-Adaption von Johanna Sebauers „Nincshof“. Die Energie, die bei der Präsentation frei wurde, brauchte Platz. Also zog man die multifunktionale Bühne im Kulturzentrum Eisenstadt dem üblichen Setting im funktionalen Sitzungssaal vor.
Die Pressekonferenz mit Landeshauptmann & Kulturchef Hans Peter Doskozil, schwungvoll moderiert von Kulturbetriebe-Geschäftsführerin Claudia Priber, wurde so zur Inszenierung. Mit Theaternebel über den Köpfen wurde launig präsentiert und literarisch diskutiert. Um nochmal mit Goethe zu sprechen: „Wie machen wir's, dass alles frisch und neu und mit Bedeutung auch gefällig sei ...?“
© Andreas Hafenscher
Die Antwort auf die Frage nach dem Wie: Einfach machen und machen lassen! Landeschef Doskozil hatte sich schon lange davor als Top-Fan der Netflix-Produktion „Crooks“ bekannt- Krutzler gibt in der gefeierten Gangster-Serie einen gutmütigen Gauner (bald kommt die zweite Staffel). Einschränkungen werde es keine geben, sagte Doskozil punkto Programm. Das „Alles-erlaubt“ von Goethe - es gilt auf den Bühnen der Kulturzentren.
Zugleich wird es, wie gehabt, auch wieder Tournee-Theater geben, für die Zusammenstellung zeichnet Krutzler ebenfalls verantwortlich. Kluge zeitgenössische Stücke werden versprochen, eine herzerwärmende Weihnachtsgeschichte, Komödien und Klassiker oder große Shows. Treue Abo-Gäste gibt es seit jeher im Land, sagte Kulturbetriebe-Geschäftsfsführerin Priber, und die Abo-Zahlen will man weiter ausbauen.
Unterhaltung und Diskurs sieht auch Doskozil als „ureigenste Aufgabe“ der Kulturzentren, „deshalb wurden sie von Gerald Mader einst ins Leben gerufen“. Und das war heuer vor 50 Jahren. Das halbe Jahrhundert begeht man also mit einem Aufbruch.

© Wolfgang Millendorfer
„Kulturelle Grundversorgung in den Kulturzentren“
„Anspruchsvoll, vielfältig und regional verankert“, so will Christoph Krutzler das KUZ-Erwachsenentheater aufstellen. Für den Landeshauptmann ist der Schritt ein Bekenntnis zur darstellenden Kunst. Er sei überzeugt, dass Krutzler „frische Impulse setzen und die Theaterlandschaft in den burgenländischen Kulturzentren nachhaltig weiterentwickeln wird“.
Förderungen des Landes sollen „Vielfalt ermöglichen und niederschwelligen Zugang zu Kunst und Kultur sicherstellen“. Als weiteres Beispiel - das ebenso weitergehen wird - nennt Doskozil die Theaterinitiative Burgenland als „Landestheater der Autorinnen und Autoren“.

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Als Burgenländer für das Burgenland zu arbeiten, ist für Christoph Krutzler eine Herzensangelegenheit: „Ich möchte ein Theater schaffen, das den Menschen gehört – unser Theater!“ Und dass „Faust“ auf „Nincshof“ trifft, das gibt's nur hier! Die weiteren Stücke der Saison 2026/2027 werden noch zu einem späteren Zeitpunkt verraten. Zu den Eigenproduktionen gibt es schon erste Details.
Am 15. Oktober wird im neuen Kulturzentrum Güssing die Premiere der „Nincshof“-Bühnenfassung gefeiert, danach geht's auf Tour durch die Häuser in Oberschützen, Mattersburg und Eisenstadt. Johanna Sebauers Roman über ein ebenso liebenswertes wie skurriles Dörfchen im Seewinkel wird mit Spannung erwartet, auch von der Autorin: „Ich werde mich nicht einmischen, bin aber auf jeden Fall gespannt, wie aus dem Buch ein Bühnenstück wird.“

© Wolfgang Millendorfer
Absolut werktreu werde das geschehen, verspricht Krutzler - dafür sei Dramaturg Fabian Pfleger bekannt; er schreibt unter anderem für Produktionen im Rabenhof und arbeitet zurzeit mit der Wiener Volksoper zusammen. Regie bei „Nincshof“ führt Lisa Maria Cerha, die etwa am Schauspielhaus Graz, am Volkstheater oder am Vorarlberger Landestheater inszenierte. Und auch der Künstlerische Leiter selbst wird spielen, denn Johanna Sebauer hat sich Christoph Krutzler als Nincshofer Bürgermeister gewünscht.
Ob er ebenso im „Faust“ auftreten wird, ist offen, aber möglich. Einen Mephisto gibt es schon, „aber den verrat ich noch nicht“, so Krutzler. Premiere feiert „der Tragödie erster Teil“ im Februar 2027 im KUZ Eisenstadt. Die Inszenierung übernimmt der steirische Schauspieler und Regisseur Christoph Kohlbacher.
Und zu guter Letzt hat Christoph Krutzler noch einen Tipp für den Besuch in „unserem Theater“: Es muss keine Krawatte sein, kein Abendkleid, wenn man in eine Vorstellung geht. Keine Hemmschwellen, einfach „kampeln, anziehen und kommen“!
Infos zum KUZ-Programm dieser Saison und zum Abo auf www.kultur-burgenland.at