Illmitz: Tagung zum LIFE-Projekt „Pannonic Salt“
Lackenrettung
Zum Wochenende hin fand an zwei Tagen bei der Biologischen Station in Illmitz eine internationale wissenschaftliche Tagung zur Rettung der Sodalacken statt. Das Projekt LIFE Pannonic Salt wird aus Mitteln der EU, dem Land Burgenland, der Republik Österreich und weiteren Projektpartnern mit insgesamt 12 Millionen Euro finanziert.
Die Teilnehmer der internationalen wissenschaftlichen Tagung vor der Biologischen Station in Illmitz
© Klaus Zwinger
Im Rahmen des EU-geförderten Projektes LIFE Pannonic Salt fand gestern und heute eine wissenschaftliche Tagung mit internationaler Beteiligung an der Biologischen Station Neusiedler See in Illmitz statt. Experten aus Ungarn, Serbien, der Slowakei, der Tschechischen Republik und Österreich diskutierten über Herausforderungen zur Erhaltung der Salzlebensräume in Mitteleuropa.
Dabei zeigte sich, dass vor allem niedrige Grundwasserstände sowie mangelnde Beweidung als Hauptursachen der Bedrohung dieser einzigartigen Habitate herauszustreichen sind. Wichtig ist auch zu verstehen, dass die Austrocknung vieler Sodalacken im Sommer nicht automatisch das Verschwinden dieser Gewässer bedeutet. Vielmehr gehört ein zumindest teilweises Trockenfallen zum Lebenszyklus der Lacken dazu und muss als Regenerationsphase verstanden werden.
© © Archiv NP Neusiedler See/Julian Fözö, JULIAN FOEZOE
Zum Problem werden aber niedrige Grundwasserstände, da so kein Salz nach oben in den Lackenboden gelangen kann und die Lacken in Folge das Wasser nicht mehr halten können. Gemeinsam wurden von den Wissenschaftlern Methoden zur Bewertung des Zustands und Strategien zum Schutz der Sodalacken ausgearbeitet. Zudem wurde vereinbart eine internationale Arbeitsgruppe zu etablieren, um Fragen der Renaturierung der pannonischen Salzlebensräume laufend zu erörtern.
Das Projekt LIFE Pannonic Salt unter der Leitung des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel zielt durch Rückstaumaßnahmen auf eine Wiederherstellung naturnaher Grundwasserverhältnisse im Seewinkel ab. Zudem werden Szenarien für eine zukünftige Landwirtschaft in der Region östlich des Neusiedler Sees erarbeitet, die sich an den hydrologischen Gegebenheiten des Gebietes, an kommenden Klimaveränderungen und an wirtschaftlichen Faktoren orientieren.

© © Archiv NP Neusiedler See/Julian Fözö, JULIAN FOEZOE
Durch konkrete Renaturierungsmaßnahmen wie der Entfernung von gebietsfremden Gehölzen soll der Zustand der Seewinkellacken verbessert werden. Das Projekt läuft noch bis 2028 und wird mit 9 Millionen Euro von der EU gefördert, weitere 3 Millionen Euro werden von Land Burgenland, der Republik Österreich und den Projektpartnern aufgebracht.