Psychoaktiv naschen - Burgenland für Verbot von „Edibles“

Bundesgesetz in Arbeit

Sie sind bunt, kommen als Gummi-Naschzeug oder Kekse harmlos daher und sind auch in Automaten zu finden: „Edibles“ mit psychoaktiven Inhaltsstoffen wird mit einer bundesweiten Gesetzesnovelle jetzt aber der Kampf angesagt. Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner befürwortet die Hürden für den Verkauf und setzt auf Aufklärung.

Im Symbolbild hat sich das Naschzeug gar nicht getarnt ... „Edibles“ werden oft aber auch bewusst „getarnt“.

Im Symbolbild hat sich das Naschzeug gar nicht getarnt ... „Edibles“ werden oft aber auch bewusst „getarnt“.

© Shutterstock, Nuva Frames

Mit einer Gesetzesnovelle sollen Kinder und Jugendliche vor dem psychoaktiven Naschzeug geschützt werden. Das Tückische: Produkte dieser Art sind noch nicht als gesundheitsschädlich eingestuft und in zahlreichen Formen zu bekommen, als Fruchtgummis oder Kekse in Schokolade, als Getränke oder Kapseln. Vieles wird im Graubereich online vertrieben, aber auch in Automaten wurden schon Produkte gesichtet.

Dabei wird mitunter kreativ vorgegangen, um rechtliche Konsequenzen zu umgehen: Die bedenkliche Ware wird nicht als Lebensmittel, sondern etwa als „Sammlerprodukt“, „Gel-WC-Steine“ oder als Produkte für „botanische, technische oder dekorative Zwecke“ angeboten. Versetzt sind sie mit Wirkstoffen wie THC oder anderen psychoaktive Cannabinoiden - so können „Edibles“ auch Muscimol (Fliegenpilzgift), Kratom, Kanna oder Blauen Lotus enthalten.

Dabei kommt es immer wieder vor, dass Jugendliche, die diese Stoffe konsumieren, mit teils schweren Folgen sogar im Krankenhaus landen. „Was harmlos aussieht, kann hochgefährlich sein“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner. „Wir sehen leider, dass junge Menschen nach dem Konsum solcher ,Edibles' medizinisch behandelt werden müssen. Das darf nicht bagatellisiert werden.“

Die im Bund geplante Novelle des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes, wie es in voller Länge heißt, ist derzeit in Begutachtung. Sie soll die Gesetzeslücke schließen und den Vertrieb klar regeln - und damit verbieten.

Beim Schutz der Jugend zählt Haider-Wallner zugleich auf die Eltern: „Schauen Sie genau hin, was konsumiert wird, und seien Sie wachsam bei Produkten, die plötzlich im Kinderzimmer auftauchen. Aufklärung, Aufmerksamkeit und klare Gespräche können entscheidend sein, um junge Menschen vor diesen gefährlichen Substanzen zu bewahren.“