ÖVP will den Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Landtags-Antrag

Mobile Krisenteams, tagesklinische und stationäre Einrichtungen - das fordert der ÖVP-Klub für das Burgenland. Diskutiert wird der Antrag erst in der Landtagssitzung im Herbst, die SPÖ konterte bereits vorab. ÖVP-Klubchef Strobl und Abgeordnete Laschober-Luif warnen: „Lange Wartezeiten sind kein Normalzustand.“

ÖVP-Klubobmann Bernd Strobl und Abgeordnete Carina Laschober-Luif.

ÖVP-Klubobmann Bernd Strobl und Abgeordnete Carina Laschober-Luif.

© Wolfgang Millendorfer

Die ÖVP Burgenland hat am Montag wie die SPÖ im Rahmen einer Pressekonferenz die nächste Landtags-Initiative vorgestellt; der Antrag, in dem vor Engpässen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gewarnt wird, kommt dann zwar erst in der ersten Herbst-Sitzung aufs Tapet, Handlungsbedarf sieht man in der ÖVP aber auf jeden Fall.

Deshalb fordern VP-Klubchef Bernd Strobl und Abgeordnete Carina Laschober-Luif einen Ausbau der Betreuungsangebote im Land. Derzeit gebe es keine stationäre oder tagesklinische Einrichtung für Betroffene und teils monatelange Wartezeiten für Facharzttermine und Therapieplätze, kritisiert die Volkspartei. Strobl sprach sich unter anderem für mobile Krisenteams und spezialisierte Akutversorgungseinheiten aus.

Die mobilen Krisenteams sollen die Kinder und Jugendlichen in Notfällen versorgen. Ansonsten soll auch mindestens eine tagesklinische Einrichtung umgesetzt werden und langfristig müsse eine stationäre kinder- und jugendpsychiatrische Einrichtung das Ziel sein, meinte Strobl. Gleichzeitig solle das Land auch derzeit fehlendes Fachpersonal akquirieren.

Weitere Forderungen der ÖVP in diesem Zusammenhang betreffen die Ausarbeitung eines konkreten Versorgungsplans, die organisatorische und personelle Neuaufstellung des psychosozialen Dienstes im Burgenland und Maßnahmen, um die ambulante Versorgung personell und strukturell zu stabilisieren und auszubauen.

Dass ein umfassendes Betreuungsangebot wichtig sei, habe nicht zuletzt der Amoklauf an einer Schule in Graz gezeigt, sagte Landtagsabgeordnete Laschober-Luif. Die bestehenden Angebote in Eisenstadt und Rust sowie die für kommenden Mittwoch geplante Eröffnung eines neuen Standortes in Neusiedl reichen aus Sicht der ÖVP nicht aus. Für Südburgenländer sei die Strecke, die sie dorthin zurücklegen müssen, etwa zu weit, hieß es.

SPÖ-Klubobmann Roland Fürst betonte in einer schriftlichen Stellungnahme, dass das Angebot im Burgenland schon jetzt stetig ausgebaut werde, um dem steigenden Bedarf Rechnung zu tragen. Im Krankenhaus in Eisenstadt stehe seit heuer ein Teil des Bettenkontingents der Kinder- und Jugendabteilung für psychosomatische Behandlungen zur Verfügung. Für stationäre Aufnahmen gebe es außerdem eine Kooperation mit den Kinder- und Jugendpsychiatrien in Hinterbrühl und Graz, so Fürst, der seinerseits den Bund und die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) in der Pflicht sah.