Streit nach Wahl: Reporter ging ORF-Mann an den Kragen
Eklat im Landhaus
Unschöne Szenen am Rande der Landtagswahl: Im Bereich des Landhauses kam es zu einem Konflikt zwischen einem freien Journalisten und einem leitenden ORF-Angestellten. Laut Augenzeugen und ORF-Landesdirektor Werner Herics habe der Videojournalist den Burgenländer gewürgt. Der Reporter will sich nur gegen den angeblich rabiaten ORF-Mitarbeiter gewehrt haben.
Nach der Landtagswahl kam es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen einem Reporter eines Privatsenders und einem leitenden ORF-Mitarbeiter.
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Ein Augenzeuge berichtet der BVZ von einem Konflikt im Umfeld der Landeswahl. Dabei krachte es aber nicht verbal zwischen Politikern, sondern physisch zwischen zwei Pressevertretern. Nach einer verbalen Auseinandersetzung sei der Mitarbeiter eines Privatsenders einem Mitarbeiter des ORF Burgenland „an den Kragen gegangen“ und habe ihn gewürgt. Dieser sei daraufhin zu Boden gegangen und anschließend von der Rettung versorgt worden. Sein Kontrahent werde gerade von der Polizei verhört, so der Augenzeuge.
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Bei der Polizeinispektion Eisenstadt könne man aktuell noch keine Auskunft geben, „der Einsatz läuft noch“, hieß es vor kurzem auf BVZ-Anfrage. Eine weitere Augenzeugin berichtet, das ein Rettungswagen vom Landhaus mit Blaulicht abgefahren sei.
ORF-Landesdirektor Herics: „Mitarbeiter ist auf dem Weg der Besserung“
ORF-Landesdirektor Werner Herics bestätigt den Vorfall auf BVZ-Nachfrage: „Unser Kollege hat den Reporter mehrmals gebeten, während der Aufzeichnung den Raum zu verlassen.“ Der Mitarbeiter habe sich geweigert und „unseren Mitarbeiter gewürgt, woraufhin er ohnmächtig wurde.“ Der ORF-Redakteur sei daraufhin mit der Rettung ins Spital gebracht worden, „er befindet sich bereits auf dem Weg der Besserung.“

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Verletzter Mitarbeiter will „die Sache nicht weiter hochkochen“
Der kurzzeitig bewusstlose ORF-Mitarbeiter wurde von der Rettung ins Krankenhaus Eisenstadt gebracht und versorgt. Er selbst will sich auf BVZ-Anfrage nicht zu den Vorfällen äußern, da er bisher weder mit der Polizei noch mit seinem Anwalt gesprochen habe. Und auch, „um die Sache nicht weiter hochzukochen.“
Reporter: „Habe mich nur gewehrt“
Der freie Videojournalist, der für oe24.at von den Landtagswahlen berichtet hatte, schildert die Vorgänge im Landhaus deutlich anders als Augenzeugen und der ORF-Landesdirektor. „Wir mussten hinten bei den Scheinwerfern des ORF durch, um zu unserem Studio zu kommen. Das war anders nicht möglich und das haben uns auch der Sicherheitsdienst und Landhausmitarbeiter so erklärt.“
So habe er es auch gemacht, woraufhin ihn der Aufnahmeleiter des ORF „angepflaumt“ habe. „Schleich dich“, soll der ORF-Mitarbeiter gesagt haben und dabei auch tätlich geworden sein. „Ich habe gesagt, ,greif mich nicht an!' und bin weiter Richtung Ausgang gegangen.“ Dort angekommen sei ihn sein Kontrahent weiter angegangen. „Ich dachte, er gibt mir gleich eine Kopfnuss. Er war wirklich sehr aggressiv.“

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Gewürgt will er den Burgenländer nicht haben, „ich habe ihm nur unters Kinn gefasst, um ihn von mir fernzuhalten.“ Der ORF-Redakteur sei daraufhin mit fünf Sekunden Verspätung zusammengesackt. Der freie Journalist habe seiner Ansicht nach nur aus Notwehr gehandelt: „Es tut mir auch wirklich wahnsinnig Leid, ich wollte ihn mir nur vom Leib halten.“
Die Polizei ermittle bereits, der Reporter soll demnächst in Salzburg einvernommen werden. „Ich habe bereits ein Gedächtnisprotokoll aufgenommen“, berichtet der freie Videojournalist. Ob daraufhin Anzeige erhoben wird, ist derzeit noch offen.
KURIER-Mitarbeiterin als Ersthelferin
Als Augenzeugin sagte auch eine Mitarbeiter der Tageszeitung KURIER bei der Polizei aus. Sie bekam die Handgreiflichkeiten aus nächster Nähe mit und übernahm - als ausgebildete Sanitäterin - auch gleich die Erstversorgung des Verletzten.
Der BVZ schildert sie den Vorfall aus ihrer Sicht: „Ich sah wie die Tür zum Sitzungssaal aufging und der ORF-Mitarbeiter sowie der Reporter herauskamen.“ Zwischen den beiden sei es zu einem „Gerangel“ gekommen.
Der Reporter hat den ORF-Mitarbeiter gegen die Vertäfelung bei der Tür gedrückt hat. Ich habe den Kopf aufklopfen gehört, der Aufnahmeleiter hat Würgelaute von sich gegeben. Daraufhin wurde er ohnmächtig. Eine Augenzeugin schildert den Konflikt aus ihrer Perspektive.
Dabei habe sie gesehen, wie der Verletzte „gerade ohnmächtig wird und dabei war, zusammenzusacken. Ich habe ihn gerade noch erwischt, weil ich verhindern wollte, dass er mit dem Kopf am Boden aufschlägt.“ Das sei ihr auch gelungen, woraufhin sie mit dem „ganz eindeutig bewusstlosen Mann“ - deutlich größer und schwerer als sie selbst - zu Boden glitt. Daraufhin habe sie nach einem Notarzt und Wasser geschrien und mit Erste Hilfe-Maßnahmen begonnen.
Land überlegt Hausverbot für oe24
Laut APA überlegt das Land Burgenland nun auch ein Hausverbot für oe24.at auszusprechen, sollten sich die Vorwürfe erhärten. „Ich bin selbstständig, arbeite für mehrere Medien und war an diesem Tag für oe24 im Einsatz. Der Sender hat damit also eigentlich nichts zu tun“, betont der in Verruf geratene Reporter.
Nach Vorfall wird nun ermittelt
Wie die APA am Montagvormittag berichtete, laufen nun die Ermittlungen der Polizei. „Der Kameramann, der am Sonntag für oe24 tätig war, und der in der Produktion tätige ORF-Mitarbeiter dürften wegen des Zutritts zum Landtagssitzungssaal aneinandergeraten sein. Eine weitere Medienmitarbeiterin fing den Verletzten auf, sodass er nicht auf den Boden prallte und leistete Erste Hilfe“, zitiert die APA eine Stellungnahme der Polizei.
Die Ermittlungen und Zeugeneinvernahmen laufen noch. Nach Abschluss dieser würden die entsprechenden Anzeigen erstattet.