Woche der Entscheidung: Bis Sonntag heißt's noch „Wahlkampf pur“
Landtagswahl
Mit schnellen Schritten geht es jetzt Richtung Wahlsonntag: Die Parteien geben noch einmal alles, gegen Ende der Woche wird das Finale mit mehreren Veranstaltungen begangen. Die Ausgabngslage bleibt eine spannende!
Am vorgezogenen Wahltag haben schon 13,7 Prozent ihre Stimme abgegeben. Am Sonntag fällt die Entscheidung.
© APA/HANS KLAUS TECHT, HANS KLAUS TECHT
34.267 Burgenländerinnen und Burgenländer haben ihre Stimme, wie berichtet, bereits am vorgezogenen Wahltag abgegeben, mit 13,7 Prozent aller Wahlberechtigten eine stolze Zahl. Bis zum 19. Jänner läuft die Werbung der Parteien noch auf Hochtouren, mit der ersten Hochrechnung am späten Sonntagnachmittag steht fest, in welche Richtung es geht. Spannend bleibt es auf jeden Fall.
Für die SPÖ gilt es, ihre absolute Mehrheit zu verteidigen und die Grünen müssen es wieder in den Landtag schaffen, den Einzug wollen auch NEOS und Liste Hausverstand. Davon könnte es rein rechnerisch abhängen, ob ÖVP und FPÖ nach Mandatsmehrheit eine Koalition anpeilen könnten. All diese Szenarien sind zumindest im Wahlkampf präsent, auch wenn sie von den Parteien unterschiedlich intepretiert werden. Das hat zuletzt die direkte Konfrontation der Spitzenkandidaten und der Spitzenkandidaten in der ORF-TV-Diskussion gezeigt.
Im Dezember haben bereits ÖVP und NEOS ihren Wahlkampf offiziell gestartet - die Volkspartei mit ihrer Programm-Präsentation in Andau, die NEOS mit einer Kundgebung in EIsenstadt. Anfang Jänner folgten der grüne Kick-off in Wulkaprodersdorf, der FPÖ-Wahlkampfauftakt in Oberschützen, jener der Liste Hausverstand in Deutschkreutz und der SPÖ-Auftakt mit 2.500 Gästen in Oberwart. All das im Licht der geplatzten Koalitionsgespräche im Bund, die dann von FPÖ und ÖVP neu aufgenommen wurden. Das Interesse an der Burgenland-Wahl ist somit auch bundesweit ein großes.
Für Aufsehen hatte schon im Dezember die BVZ-Umfrage zur Landtagswahl gesorgt: Die vom Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) durchgeführte Umfrage brachte für die SPÖ den knappen Verlust der absoluten Mehrheit (47 Prozent), für die FPÖ Platz zwei (25 Prozent), erstmals den dritten Platz für die ÖVP (21 Prozent), ein knappes Rennen für die Grünen (4 Prozent), für die NEOS 2 Prozent und für die Liste Hausverstand 1 Prozent. Innerhalb der Schwankungsbreite ist aber noch einiges möglich.

© Grafik: BVZ, Quelle: IFDD
Die Spitzenkandidaten - Hans Peter Doskozil (SPÖ - Liste Doskozil), Christian Sagartz (ÖVP), Norbert Hofer (FPÖ), Christoph Schneider (NEOS), Géza Molnár (Liste Hausverstand) - und die Spitzenkandidatin - Anja Haider-Wallner (Grüne) - haben sich mit klaren Ansagen zwar nichts geschenkt, der Wahlkampf ist intensiv, aber weitgehend ruhig verlaufen. Thematisch standen vor allem die Landesinanzen und die Wirtschaftspolitik, Gesundheit und Pflege oder Energiefragen im Zentrum. Am Donnerstag und Freitag laden die Parteien jetzt noch zu Abschlussveranstaltungen.
Die BVZ berichtet online und in ihren Print-Ausgaben. Am Wahlsonntag gibt es laufend Live-Berichte auf BVZ.at
Die Landtagswahl 2025
Bei der burgenländischen Landtagswahl stehen sechs Parteien auf dem Stimmzettel, 250.399 Personen sind wahlberechtigt. Neben den vier aktuell im Landtag vertretenen Parteien SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grünen treten diesmal die NEOS sowie die Liste Hausverstand an.
36 Landtagsmandate sind zu vergeben. Zuletzt wurde am 26. Jänner 2020 gewählt. Die SPÖ erzielte damals 49,94 Prozent der Stimmen und die Mandatsmehrheit im Landtag. Die ÖVP kam auf 30,58 Prozent. Auf die Freiheitlichen entfielen ein halbes Jahr nach der Ibiza-Affäre und der darauffolgenden Aufkündigung der rot-blauen Zusammenarbeit durch den größeren Koalitionspartner 9,79 Prozent. Die Grünen kamen auf 6,72 Prozent. Bündnis Liste Burgenland und NEOS schafften es damals nicht in den Landtag.

© Wolfgang Millendorfer