EM: Strohmayer-Dangl nahm die erste Hürde, Bredlinger scheiterte
Leichtathletik
Unterschiedliche Gefühlswelten für die beiden Athleten des Laufteams Burgenland Eisenstadt bei der Europameisterschaft in Birmingham: Niklas Strohmayer-Dangl zog über 400 Meter Hürden mit der zweitbesten Zeit seiner Karriere souverän ins Halbfinale ein. Für Caroline Bredlinger endete hingegen der 800-Meter-Bewerb bereits im Vorlauf. Am Freitag steigt mit Raphael Pallitsch über 1.500 Meter der dritte Burgenländer ein.
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Vier Jahre nach seiner bislang letzten EM-Teilnahme meldete sich Niklas Strohmayer-Dangl auf der europäischen Bühne eindrucksvoll zurück. Der 24-Jährige vom Laufteam Burgenland Eisenstadt ging nach seinem österreichischen Rekord und einer ganzen Serie an 49er-Zeiten mit hohen Erwartungen in den Vorlauf über 400 Meter Hürden.
Und der Burgenländer lieferte. Wie schon bei seinen jüngsten Rennen teilte Strohmayer-Dangl seine Kräfte gut ein. Während er der Konkurrenz zunächst den Vortritt ließ, spielte er auf den letzten 150 Metern seine Sprintstärke aus und arbeitete sich nach vorne. In 49,39 Sekunden lief er als Zweiter seines Vorlaufs über die Ziellinie und qualifizierte sich sicher für das Halbfinale.
Bemerkenswert: Strohmayer-Dangl blieb damit lediglich 0,21 Sekunden über seiner persönlichen Bestleistung und dem von ihm gehaltenen österreichischen Rekord. Gleichzeitig war es die zweitbeste Zeit seiner Karriere. Im gesamten Teilnehmerfeld bedeuteten die 49,39 Sekunden die sechstschnellste Zeit der Vorläufe.
Vollkommen zufrieden geben will sich der Neufelder damit noch nicht. „Es war ein solider Lauf, aber nichts Besonderes. Aber bei einem EM-Vorlauf um diese Zeit bei ganz windigen Bedingungen die zweitbeste Zeit meiner Karriere zu laufen, damit bin ich ganz zufrieden“, erklärte Strohmayer-Dangl.
Im Halbfinale, das am Mittwoch über die Bühne geht, steigt der Schwierigkeitsgrad allerdings noch einmal deutlich. Dort kommen auch jene Topathleten hinzu, die aufgrund ihrer Position im Ranking keinen Vorlauf bestreiten mussten und damit mit frischen Beinen antreten können.
Strohmayer-Dangl sieht dennoch noch Luft nach oben. Nach seinem österreichischen Rekord von 49,18 Sekunden soll möglichst bald auch die nächste große Schallmauer fallen: eine Zeit unter 49 Sekunden.
„Jetzt heißt es etwas runterfahren und fürs Halbfinale vorzubereiten. Es wird natürlich eine Challenge, dort mitzuhalten, wenn die Fixqualifizierten mit frischen Beinen ohne Vorlauf dazukommen“, sagt der Neufelder. Die Marschroute ist dennoch klar: „Der Fokus ist dort, nochmal einen sehr guten Lauf zu zeigen, und dann werden wir sehen, was rausschaut.“
Weniger nach Wunsch verlief die EM für Caroline Bredlinger. Für die 25-jährige gebürtige Trausdorferin vom Laufteam Burgenland Eisenstadt war Birmingham bereits das fünfte internationale Großereignis innerhalb von nur 18 Monaten, gleichzeitig aber ihre erste Freiluft-Europameisterschaft.
Über 800 Meter fand Bredlinger auf Bahn drei von Beginn an nicht richtig in ihr Rennen. Sie wurde auf der Innenbahn eingeschlossen und geriet sowohl nach rund 200 als auch nach etwa 400 Metern in Drängeleien. Dadurch musste die Burgenländerin Tempo herausnehmen.
In der zweiten Runde versuchte Bredlinger auf der Gegengeraden, über die Außenbahn Positionen gutzumachen, die Konkurrenz hielt jedoch dagegen. Auf den letzten 70 Metern konnte sie dann nicht mehr entscheidend zulegen.
In 2:03,41 Minuten erreichte Bredlinger als Sechste ihres Vorlaufs das Ziel. In der Gesamtwertung aller Vorläufe bedeutete das Rang 27 und damit das Aus. Der erhoffte erstmalige Einzug in ein EM-Halbfinale blieb ihr somit verwehrt. Nach dem Zieleinlauf hatte Bredlinger mit heftigen Atemproblemen zu kämpfen, erholte sich nach einiger Zeit aber wieder.
Und das sagte sie nach dem Wettkampf: „Unterm Strich war das Rennen scheiße. Es war zwar viel Gerempel dabei, aber auf den letzten 150 Metern hatte ich überhaupt keine Power mehr. Im Ziel habe ich dann wieder überhaupt keine Luft bekommen.“
Hintergrund: Nach dem Wettkampf in Luzern musste Caroline Bredlinger aufgrund von Atemproblemen schon zwei Trainings abbrechen, wie sie im Zuge des Resümees schilderte. „Wir haben dann nicht gleich abgeklärt, was das ist, ich habe mich etwas aus dem Tarining rausgenommen und bei den Staatsmeisterschaften hat man auch nichts gemerkt. Scheinbar waren die Probleme noch da, aber der Trainingsumfang und die Intensität wird dann aufgrund der letzten Wochen - auch aufgrund der Hitze - etwas gefehlt haben. Ich bin jedenfalls megaenttäuscht und es tut schon extrem weh, sich da so zu präsentieren. Das habe ich nicht erwartet, dass es so schlecht wird.“
Während für Bredlinger damit die erste Freiluft-EM beendet ist, geht das EM-Abenteuer für Strohmayer-Dangl weiter. Im Halbfinale wartet auf den österreichischen Rekordhalter nun der nächste Angriff auf die europäische Spitze.