1,5 Millionen Euro für nachhaltiges Pilotprojekt auf der Sportanlage
SV Leithaprodersdorf
Im Zuge eines Pilotprojekt auf der Sportanlage des Burgenlandligisten will man in eineinhalb Jahren zu 90 Prozent energieautark sein. Der Verein bringt eine halbe Million Euro an Eigenleistungen ein.
Die Kabinen und die Kantine in Leithaprodersdorf werden überdacht und verlängert
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Den Fußballplatz in Leithaprodersdorf würden manche als Schmuckkästchen bezeichnen. Das stimmt, wenn man damit eine Sportanlage meint, die liebevoll in Schuss gehalten wird, die aber doch schon in die Jahre gekommen ist. So fühlen sich Gastspieler nicht ganz wohl, wenn sie zur Pause Wasser lassen müssen und dies auf der öffentlichen Toilette zwischen Leithaprodersdorfer Fans tun müssen.
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Fremdpinkeln wird es in zwei Jahren aber nicht mehr geben. Die LeithArena erhält nicht nur ein Facelifting, sondern wird radikal erweitert und modernisiert und wird zu einer nachhaltigen Sportstätte. Im Zuge der Modernisierung entsteht ein komplett neuer Kabinentrakt, die Tribüne bleibt wie gehabt. Nicht weniger als 1,5 Millionen Euro werden bei diesem "Jahrhundertprojekt" in die Anlage nahe der Leitha investiert.
Nachwuchs als Denkanstoß zur Erweiterung
Der initiale Gedanke kam aber nicht wegen der gschamigen Gästekicker, sondern 2021 wegen der fußballverrückten Kinder. Vereinsobmann Andreas Heiss erklärt: "Nach der Pandemie und ihren Lockdowns stieg der Zustrom an Nachwuchskindern bei unserem Verein rasant an." Die Zahl der Nachwuchskicker explodierte von 90 auf heute knapp 180. Heiss: "Da bekamen wir Platzmangel, wir haben einfach zu wenige Kabinen, weshalb wir eine Erweiterung angedacht haben." Zudem spielen immer mehr Mädchen in Leithaprodersdorf Fußball. Sie sollen im Neubau zwei eigene Kabinen bekommen. Statiker empfahlen einen solchen Neubau, war der aktuelle Kabinentrakt doch schon 1970 errichtet worden.

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Nach der Generalversammlung 2023 nahmen die Planungen und Überlegungen Fahrt auf. Eine Bedarfsanalyse wurde erstellt und erste Kostenschätzungen wurden gemeinsam mit der Gemeinde besprochen. Mitten in der Planung organisierte BFV-Präsident Georg Pangl einen Gesprächstermin mit Burgenland-Energie-CEO Stephan Sharma zum Thema energieautarke Sportanlagen im Amateurbereich, also zum Projekt "Sports4Planet". Pangl sagt: "Das liegt mir und der Burgenland Energie am Herzen. Dafür beraten wir jeden Verein, der sich für PV-Anlage und Energiesparen interessiert."
Vorzeigeobjekt LeithArena

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Im Fall Leithaprodersdorf engagierte sich Pangl aber auch für das Gesamtprojekt und war auch beim Termin mit dem Land dabei. Der SV Leithaprodersdorf soll Pilotverein sein und als Vorzeigeobjekt dienen. Heiss: "Bereits nach dem ersten Gesprächstermin war uns als Verein klar, dass wir unser Neubauprojekt und das Projekt "energieautarke Sportanlagen" als ein Gesamtkonzept zur Umsetzung bringen wollten".
Heiss: "Die Burgenland Energie hat sich unseren Strombedarf detailliert angeschaut. Warmwasser, Heizung, Flutlicht." Und sie boten eine maßgeschneiderte PV-Anlage samt Speicher an. Heiss: "Damit sind wir zu 90 Prozent energieautark." Schließlich kam auch noch die Umstellung des Flutlichts auf LED auf den Kostenvoranschlag.
Zwei Gemeinde zahlen beim Pilotprojekt mit

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So summierten sich die Kosten für das Projekt auf 1,5 Millionen Euro. Heiss: "Es wurde gemeinsam mit Kassier Wolfgang Sommer erarbeitet, dass rund ein Drittel der Kosten durch Eigenleistungen und Eigeninvestitionen abgedeckt werden können."
Für die restliche Summe von immerhin einer Million Euro wurden Gesprächstermine im Büro von Landeshauptmann Doskozil, bei der Gemeinde Leithaprodersdorf sowie bei den Nachbarn der Marktgemeinde Seibersdorf/Deutsch Brodersdorf vereinbart. Heiss: "Unser Vorhaben einer neuen bedarfsgerechten, zeitgemäßen und nachhaltigen Sportanlage verbunden mit ökologischen Strukturen fand bei allen Anlaufstellen große Zustimmung."
Förderungen trotz Teuerungsdruck

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Geld kommt sogar aus Niederösterreich. Deutsch Brodersdorf ist ein Ortsteil der Marktgemeinde Seibersdorf, von Leithaprodersdorf durch die Leitha getrennt, aber doch als gemeinsames Ortsgebiet gefühlt. Bürgermeisterin Christine Sollinger sagt: "Aus unserer Gemeinde sind rund 50 Kinder im Nachwuchs des Vereins. Weshalb auch wir unterstützen, wenn ein solches Projekt in Angriff genommen wird."
150.000 Euro kommen von jenseits der Leitha. Diesseits hat der Gemeinderat 250.000 Euro beschlossen. Bürgermeister Martin Radatz sagt: "Die Finanzen der Gemeinden sind durch die enorme Teuerung unter Druck. Wir müssen umschichten, manche Dinge zurück stellen und zahlen die Förderung in zwei Tranchen zu je 125.000 Euro aus." Eines ist Radatz aber auch klar: "Ohne das Geld vom Land hätte wir und der Verein das alles nicht stemmen können."

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Im Juni dieses Jahres war alles durch, am 1. August stimmte der Vereinsvorstand dazu ab. Und am 5. September (19 Uhr) findet ein Infoabend im Festzelt auf der Eventwiese vor dem Sportplatz statt. Auch eine großangelegte Bausteinaktion wird ins Leben gerufen werden.