Apetlon: Geplante Wassermaßnahmen schlagen Wellen

LIFE Pannonic Salt

Die geplanten Maßnahmen des LIFE Projekts Pannonic Salt in Apetlon schlagen weiter Wellen. Christian Sailer von der Wasserwirtschaft Burgenland und Alexander Mechtler von der Gruppe Wasser präsentierten am Freitagabend eine neue Möglichkeit, die Sodalacken vor Austrocknung und in der Folge Apetlon vor dadurch verursachten Grundwasserhochständen zu schützen.

Karl Maracek, Referatsleiter Hydrographie, Moderator Wilfried Pistecky, Christian Sailer und Alexander Leberl von der Wasserwirtschaft Burgenland, Bürgermeisterin Silvia Pitzl, Projektleiter LIFE Pannonic Salt Harald Grabenhofer, Alexander Mechtler, Geschäftsführer der Gruppe Wasser, LK-Vizepräsident Werner Falb-Meixner und Nationalparkdirektor Johannes Ehrenfeldner

Karl Maracek, Referatsleiter Hydrographie, Moderator Wilfried Pistecky, Christian Sailer und Alexander Leberl von der Wasserwirtschaft Burgenland, Bürgermeisterin Silvia Pitzl, Projektleiter LIFE Pannonic Salt Harald Grabenhofer, Alexander Mechtler, Geschäftsführer der Gruppe Wasser, LK-Vizepräsident Werner Falb-Meixner und Nationalparkdirektor Johannes Ehrenfeldner

© Klaus Zwinger

Am gestrigen Freitag sorgte das Projekt „LIFE Pannonic Salt“ erneut für Aufregung in Apetlon. Bei winterlichen Bedingungen wurde der voll besetzte Saal des Gasthofs Weinzettl Schauplatz für eine Veranstaltung, die die Gemüter erhitzen sollte. Wie der Name des EU-finanzierten Projekts nahelegt, ist das primäre Ziel der Maßnahmen, die von geringen Niederschlägen und insgesamt steigender Verdunstung gebeutelten Lacken durch die Anhebung des Grundwassers zu stabilisieren.

Apetlon: Geplante Wassermaßnahmen schlagen Wellen

© Klaus Zwinger

Zu diesem Zweck wurden bereits rund 30 provisorische Wehre bei Entwässerungsgräben in der Region installiert, um das Wasser zurückzustauen. Weitere Maßnahmen in der gesamten Region, einschließlich der bereits länger im Raum stehenden Wasserzuleitung aus der Donau in Zusammenarbeit mit Niederösterreich, sind geplant, jedoch noch nicht genehmigt.

Erhöhtes Grundwasser erfordert Kompensationsmaßnahmen

Da es sich bei Apetlon um die am tiefsten gelegene Gemeinde Österreichs handelt, kommt hier der Stand des Grundwassers am stärksten zum Tragen. Deshalb müssen hier bei einer geplanten künstlichen Erhöhung des Grundwasserstands um rund 75 Zentimeter Kompensationsmaßnahmen vorgenommen werden, um die Keller im Ort vor einer Vernässung zu schützen. Schon vor einem halben Jahr wurde in einem Vortrag zu dem Thema die Möglichkeit einer Tiefendrainage um Apetlon präsentiert. Diese hätte jedoch zum Teil auf Privatgrundstücken der Anwohner gemacht werden müssen. Nachdem es beträchtliche Gegenstimmen aus der Bevölkerung zu diesem Vorschlag gab, hat man sich das Projekt noch einmal angesehen, mehrfach neu durchgerechnet und ist zu einer anderen Lösung gekommen.

Zwanzig Brunnen statt Tiefendrainage

Christian Sailer und Alexander Mechtler von der Gruppe Wasser präsentierten nun das geänderte Projekt, neun fernsteuerbare Wehre zur gezielten Aufstauung bei gleichzeitiger Hochwassersicherheit zu installieren. Zusätzlich will man im Zuge des EU-finanzierten Projekts ein punktgenaues Grundwasser-Management über bis zu 20 fernüberwachte Vertikalfilterbrunnen auf Gemeindegebiet installieren. Schon jetzt wird das Wasser bei größeren Niederschlägen von der Gemeinde durch zwei bereits bestehende wasserrechtlich nicht genehmigte Brunnen aus den Kellern gehalten. Die neue Maßnahme würde also bei Hochwasser die Sicherheit der Keller im Ort zusätzlich massiv erhöhen.

Grundsätzlich kann das Ziel der Maßnahmen so beschrieben werden, dass jeder Tropfen Wasser so lange wie möglich in der Region gehalten werden soll. Der höhere Grundwasserstand würde sich nicht nur positiv auf die gefährdeten Sodalacken auswirken, sondern würde auch der Landwirtschaft beim Thema Bewässerung mehr Spielraum geben. Auch wurde ein gesammelter Katalog mit Fragen aus der Bevölkerung von Christian Sailer, Alexander Mechtler und Projektleiter Harald Grabenhofer ausführlich beantwortet. Nichtsdestotrotz waren nicht alle Anwesenden von den geplanten Maßnahmen überzeugt.

Kontroverse bei anschließender Fragerunde

Die Tatsache, dass dies nicht der erste Anlauf des Projekts in Apetlon war, sorgte für Unbehagen bei einer lautstarken Minderheit im Saal. Auch die Frage „Warum ausgerechnet in Apetlon?“ fiel einige Male (Projektleiter Harald Grabenhofer verwies auf den Zustand bzw. die nach wie vor mögliche Rettung der Sodalacken).

Apetlons Umweltgemeinderat Kurt Pitzl (FPÖ) forderte mehrfach lautstark Auskunft darüber, wer künftig in der Betriebsgesellschaft sitzen soll, bzw. „wer dann das Wasser in Apetlon kontrolliert“ - eine Frage, die vor dem wasserrechtlichen Verfahren bzw. der Gründung der Betriebsgesellschaft nicht zu beantworten war. Der anwesende Vizepräsident der Landwirtschaftskammer, Werner Falb-Meixner, intervenierte mehrfach und versuchte, die positiven Effekte des Projekts zu verdeutlichen. Schließlich wird die Umsetzung des Projekts von einem Gemeinderatsbeschluss sowie der Zustimmung der Urbarialgemeinde Apetlon abhängen.