Liszt Festival 2024: „In Raiding ist die Champions League“
Kultur
„Das Who is Who der internationalen Musikerszene gibt sich in Raiding die Klinke in die Hand“ unterstrich Johannes Kutrowatz, der mit seinem Bruder die Intendanz des Liszt Festivals Raiding inne hat, im Rahmen der Programmpräsentation im Lisztzentrum in Raiding. Das Liszt Festival wartet 2024 mit einigen Neuerungen programmatischer Natur aber auch in baulicher Hinsicht auf.
Die Liszt Festival-Intendanten Eduard und Johannes Kutrowatz, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landesrat Heinrich Dorner freuen sich über den kreativen Beitrag der Raidinger Volksschüler wie Sophia und Georg, die Zeichnungen über Franz Liszt zu Papier brachten und so für eine farbenfrohe Galerie am Bauzaun der aktuellen Baustelle für die Erweiterung des Lisztzentrums setzten.
© Michaela Grabner
„Es ist die Champions League. Wer hier in Raiding auftrit, gehört zu den Besten weltweit“, macht Intendant Johannes Kutrowatz auf das Programm 2024 Lust. So werden etwa mit Kateryna Titova und Claire Huangci zwei der weltweit besten Pianistinnen den Weg nach Raiding finden ebenso wie die Divinerinnen, das Emsemble Minui mit Opernblitzlichtern oder das Radio String Quartett, dessen Repertoire bis in den elektronischen Bereich reicht.
„Die Bandbreite des Programms ist nahezu unendlich“, so Kutrowatz. . Das Brass Fest im April bezeichnet der Intendant als „Feuerwerk der Superlative“ von The Philharmonic Brass, über Wieder, Gansch & Paul bis zum Joseph Hadyn Brass und den Original Woodstock Musikanten.
Wenn man mit Liszt zu tun hat, hat man es immer mit Superlativen und der Champions League zu tun. Billigeres können und wollen wir uns nicht leisten. Johannes Kutrowatz, Lisztfestival-Intendant
Was den Gästen dann rund um Liszts Geburtstag im Oktober serviert wird, wird erst im Frühjahr präsentiert, denn resultierend aus einer Publikumsbefragung hat man sich nicht nur dazu entschieden, die Beginnzeiten der Konzerte in der Regel auf 18.30 Uhr vorzuverlegen, sondern auch beim Programm von einer Kalender- in eine Schuljahresplanung überzugehen. So wird künftig das eigentliche Lisztfestival nur mehr im Oktober um Liszts Geburtstag stattfinden. Im Dezember wird es die schon etablierten Family Concerts geben, im März Barock Jazz Tage, im April das Brassfest und im Juni SummerConcerts - quasi als Einladung für den Festivalstandort Burgenland.
Sechs Millionen Euro fließen in die Erweiterung des Lisztzentrums und ins Liszt-Geburtshaus
Der Konzertbetrieb wird aktuell von einem Baustellenbereich durch einen Bauzaun getrennt, der mit von den Kindern der Volksschule Raiding über Franz Liszt angefertigten Zeichnungen zu einer kleinen Kunstmeile umfunktioniert wurde. Bis zum Beginn der Konzertsaison 2025 soll nämlich auch die bauliche Weiterentwicklung des Lisztstandorts abgeschlossen werden.

© Michaela Grabner
Investitionen in Höhe von sechs Millionen Euro sollen laut Geschäftsführer Gerald Goger von der Landesimmobilien Burgenland in den nächsten fünfzehn Monaten einen deutlichen Mehrwert für Gebäude und Veranstaltungen schaffen. So entsteht ein Zubau mit insgesamt 720 Quadratmetern, der auf zwei Ebenen zusätzliche Ausstellungsfläche in Verbindung mit dem Liszt-Geburtshaus sowie Raumkapazität für programmbegleitende Vorträge oder Workshops und Lagerräume bieten wird. Außerdem sollen ein Cateringbereich, eine großzügige Orchestergarderobe, ein Back-Office Bereich und mehr Sanitäranlagen entstehen.

© Architekt Anton Mayerhofer
„Durch die Erweiterung des Lisztzentrums profitiert die gesamte Region sowohl wirtschaftlich als auch touristisch“, ist der mittelburgenländische Landesrat Heinrich Dorner überzeugt.
Parallel dazu wird auch das Liszt-Geburtshaus selbst saniert und die Außenanlagen neu gestaltet. „Im Liszthaus wurden Originalbemalungen gefunden, die frei gelegt und rekonstruiert werden“, schildert Landeshauptmann und Kulturreferent Hans Peter Doskozil, der unterstreicht: „Mit dem derzeitigen Umbau und der baulichen Erweiterung beginnt jetzt die Zukunft des Lisztzentrums und eine neue Ära für das Lisztfestival.”
Neues Museumskonzept wurde erstellt
In diese wird man angesichts der umfangreicheren Ausstellungsfläche auch mit einem neuen Museumskonzept von Theresia Gabriel starten. Das Konzept ist bereits fertig, die Ausschreibung für die Gestaltung läuft. Eine Entscheidung fällt am 6./7. Februar durch einen internationalen Beirat, dem die Ururenkelin von Franz Liszt vorstehen wird.
Insgesamt erwarten die Besucher im Jahr 2024 dreißig Veranstaltungen, darunter einige Sonderveranstaltungen wie das 40-jährige Bühnenjubiläum des Klavierduos Kutrowatz im Rahmen eines Galakonzerts am 8. Juni. „Die Anzahl der Konzerte hat sich von 2006 bis heute verdreifacht, die Besucherzahlen verdoppelt. Im Jahr 2023 zählte man 9523 Gäste. „Wir kratzen an der 10.000er-Grenze“, so der kaufmännische Leiter Thomas Mersich, der von einer Auslastung um die 70 Prozent spricht.

© Michaela Grabner
BAROCK JAZZ TAGE (15. bis 17. März)
- Freitag, 15. März (18.30 Uhr): Barucco Originalorchester - Heinz Ferlesch
- Samstag, 16. März (19.30 Uhr): radio.string.quartett - Kirill Kobantschenko
- Sonntag, 17. März (11 Uhr): Austria String Trio: Schmid - Eggner - Muthspiel
BRASS FEST (26. bis 28. April)
- Freitag, 26. April (18.30 Uhr):The Philharmonic Brass - Jonathan Bloxham
- Samstag, 27. April (11 Uhr:) joseph Haydn brass
- Samstag, 27. April ( 17 Uhr): Platzkonzert der Stadtkapelle Sopron und des Musikvereins Franz Liszt Raiding
- Samstag, 27. April (18.30 Uhr):Wieder, Gansch & Paul
- Sonntag, 28. April (11 Uhr):Original Woodstock Musikanten - Matthias Schorn
LISZT FESTIVAL
- Donnerstag, 13. Juni (18.30 Uhr):Orchester Wiener Akademie - Martin Haselböck
- Freitag, 14. Juni (18.30 Uhr):Klavierabend Kateryna Titova
- Samstag, 15. Juni (18.30 Uhr): Academia Allegor Vivo - Vahid Khadem-Missagh
- Sonntag, 16. Juni (17 Uhr): Divinerinnen
- Freitag, 21. Juni (18.30 Uhr):Klavierabend Claire Huangci
- Samstag, 22. Juni (11 Uhr):Janoska Ensemble
- Samstag, 22. Juni (18.30 Uhr):ensemble minui
- Sonntag, 23. Juni (11 Uhr):Orchester Wiener Akademie - Martin Haselböck
SONDERVERANSTALTUNGEN
- 2. März:Kino im Lisztzentrum - Elisabeth Kulmans filmisches Vermächtnis
- 14. Mai:Schülerkonzert „Connecting Generations“
- 8. Juni:Galakonzert 40-jähriges Bühnenjubiläum vom Klavierduo Kutrowatz