Kutrowatz-Duo: Himmlische Klangwelten auf Schloss Kittsee

Matinée

Es war ein Sonntagvormittag ganz im Zeichen großer Liedkunst, feinsinniger musikalischer Erzählungen und jener besonderen Magie, die entsteht, wenn außergewöhnliche Künstler in einem außergewöhnlichen Rahmen aufeinandertreffen: Mit der ausverkauften Liedmatinée „Das himmlische Leben“, gestaltet von den beiden Künstlerpersönlichkeiten Eduard und Miriam Kutrowatz, verwandelte sich das barocke Schloss Kittsee einmal mehr in einen Ort musikalischer Eleganz und hoher künstlerischer Qualität.

Edler Rahmen für die Matinée von Miriam und Eduard Kutrowatz im Zuge des „Pannonischen Forum Kittsee“.

Edler Rahmen für die Matinée von Miriam und Eduard Kutrowatz im Zuge des „Pannonischen Forum Kittsee“.

© Nina Mayer

Gastgeber dieses besonderen Konzertvormittags waren Bürgermeister Johannes Hornek und seine Gattin, die zahlreiche Gäste zu einem stilvollen kulturellen Erlebnis empfingen, das bereits vor Konzertbeginn mit einem gepflegten Sektempfang den passenden gesellschaftlichen Rahmen erhielt.

Im Mittelpunkt des Vormittags standen zwei Künstler, die nicht nur musikalisch harmonierten, sondern durch ihre familiäre Verbindung eine zusätzliche emotionale Tiefe auf die Bühne brachten: Der international renommierte Pianist und Komponist Eduard Kutrowatz musizierte gemeinsam mit seiner Tochter, der Sopranistin Miriam Kutrowatz - eine Konstellation, die ein außergewöhnlich sensibles Zusammenspiel ermöglichte, geprägt von Vertrauen und Intuition.

Eduard Kutrowatz bringt seine jahrzehntelange internationale Bühnenerfahrung derzeit verstärkt in das „Pannonische Forum Kittsee“ ein, wo er als künstlerischer Berater neue programmatische Akzente setzt. Das traditionsreiche Forum zählt seit Jahrzehnten zu den bedeutenden Kulturinstitutionen des Nordburgenlandes und veranstaltet im Festsaal des Schlosses hochkarätige Konzertreihen, die weit über die Region hinaus geschätzt werden.

Die Sopranistin Miriam Kutrowatz, die bereits wichtige Erfahrungen auf renommierten Bühnen sammeln konnte, führte mit ihrem Gesang durch die abwechslungsreiche Liedauswahl des Vormittags. Mit sicherer Bühnenpräsenz widmete sie sich den unterschiedlichen stilistischen Anforderungen des Programms und spannte dabei einen musikalischen Bogen von der Wiener Klassik bis hin zur spätromantischen Klangwelt Gustav Mahlers.

Mit bemerkenswerter Leichtigkeit und feiner Textgestaltung interpretierte sie an diesem Vormittag mehrere Liedjuwelen von Wolfgang Amadeus Mozart, wie zum Beispiel „Das Veilchen“, „Der Zauberer“ und „Abendempfindung“. Werke, die zwischen spielerischer Eleganz, poetischer Innigkeit und jener typisch mozartschen Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgründigkeit changieren.

Einen zentralen dramaturgischen Bogen des Programms bildeten die Lieder von Gustav Mahler, allen voran das titelgebende Werk „Das himmlische Leben“. Mit großer emotionaler Reife gestaltete Miriam Kutrowatz diese Klangwelt zwischen kindlicher Unschuld, metaphysischer Sehnsucht und spätromantischer Farbigkeit - getragen vom hochsensiblen Klavierspiel ihres Vaters, dessen Erfahrung als Liedbegleiter in jedem einzelnen musikalischen Atemzug spürbar wurde.

Ein besonders berührender Moment des Vormittags war die Aufführung der Eigenkomposition „Dreams of Midsummer“ von Eduard Kutrowatz. Es ist ein Werk von impressionistischer Schönheit, schwebend zwischen Traum und Wirklichkeit, voller subtiler Klangfarben und poetischer Fragilität.

Natürlich durfte auch Franz Schubert, der wohl größte Meister des deutschen Kunstliedes, in einem derart fein kuratierten Programm nicht fehlen. Seine Musik fügte sich nahtlos in diesen Vormittag ein, der ganz der Kunst des intimen musikalischen Erzählens gewidmet war.

Besonders faszinierend wirkte an diesem Konzert die spürbare Verbindung zwischen Vater und Tochter. Wo familiäres Vertrauen auf höchste musikalische Professionalität trifft, entsteht jene seltene Form von Kommunikation, die weit über technische Perfektion hinausgeht. Jeder Einsatz, jede Phrase, jede kleine Verzögerung schien selbstverständlich.

So wurde diese Matinée weit mehr als ein Konzert. Sie geriet zu einer kunstvollen Reise durch feinste emotionale Nuancen, getragen von musikalischer Exzellenz und jener zeitlosen Schönheit des klassischen Liedgesangs.

Im prachtvollen Ambiente des Schlosses Kittsee, dessen historische Mauern an diesem Vormittag einmal mehr zum Resonanzraum großer Kunst wurden, erlebten die Besucher einen Konzertgenuss auf höchstem Niveau.

Nina Mayer: Sie stehen als Vater und Tochter gemeinsam auf der Bühne. Was ist dabei schöner und was ist schwieriger als bei anderen musikalischen Partnerschaften?

Eduard Kutrowatz: Die Vertrautheit lässt einen sicherlich noch tiefer in die Musik eindringen. Das macht es auf jeden Fall schöner und intensiver und diese Vertrautheit spürt möglicherweise sogar das Publikum. Den Begriff "schwieriger" würde ich ungern verwenden, lieber "herausfordernder". Aber das ist auch eine Seite der Vertrautheit.

Gibt es auf der Bühne Momente, in denen Sie vergessen, dass ihr Familie seid, und nur noch die Musik zählt?

Kutrowatz: Auf jeden Fall. Und zwar nicht nur einzelne Momente, sondern nahezu immer. Auf der Bühne sind wir zwei gleichberechtigte professionelle Künstler und dann zählt tatsächlich nur noch die Musik und das bestmögliche gemeinsame Ergebnis.

Wenn Sie drei Worte wählen müsstest, um Ihre Tochter als Künstlerin zu beschreiben, welche wären das?

Kutrowatz: Drei Worte sind fast zu wenig..... ich versuche es: berührend - musikantisch - durchdacht.

Was haben Sie musikalisch voneinander gelernt?

Kutrowatz: Wenn man gemeinsam probt und auf der Bühne steht, lernt man immer voneinander. So ist das natürlich auch zwischen uns beiden. Ich habe von Miriam am meisten gelernt wie mühelos, unkompliziert und unvoreingenommen man an Meisterwerke herangehen kann, wie man sie "entstauben" kann, wie man einen neuen Blickwinkel einnehmen kann, bei gleichzeitig höchstem Respekt vor den Komponisten.

Worüber sind Sie sich in musikalischen Fragen grundsätzlich uneinig?

Kutrowatz: "Grundsätzlich uneinig" sind wir nie. Sonst könnten wir nicht gemeinsam musizieren. Sich austauschen, Interpretationen abwägen, diskutieren - das sehr wohl.

Gibt es ein Werk, das Sie unbedingt einmal gemeinsam auf die Bühne bringen möchten?

Kutrowatz: Da gibt es viele.

Wie hat sich Ihre Zusammenarbeit im Laufe der Jahre verändert?

Kutrowatz:Die Zusammenarbeit war immer auf Augenhöhe, aber sie ist nun vor allem sehr effektiv und ökonomisch geworden. Ich möchte fast sagen, dass wir uns auf der Bühne nahezu blind verstehen.

Wer ist bei Proben kritischer: der Vater oder die Tochter?

Kutrowatz: Eindeutig die Sängerin Miriam.

Können Sie sich an Ihren ersten gemeinsamen musikalischen Auftritt erinnern?

Kutrowatz: Das war im familiären Kreis ein Lied von Brahms - "Des Liebsten Schwur". Und dann glaube ich beim Liszt Festival in Raiding ein großes Werk von Schubert - "Miriams Siegesgesang". Das liegt nun schon einige Jahre zurück.

Welche Eigenschaften an Ihrer Tochter bewunderst Sie am meisten?

Kutrowatz: Ruhe, Zentriertheit, Authentizität. Das sind nur einige der Eigenschaften, die ich an Miriam schätze.

Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!