Ehemalige Bank Austria: Nutzung noch immer ungeklärt
Mattersburg
Seit Anfang 2024 ist das Land Burgenland im Besitz der ehemaligen Bank Austria-Liegenschaft im Mattersburger Stadtzentrum. Rund zwei Jahre später ist jedoch noch immer unklar, ob und welche Abteilung des Landes das Gebäude nutzen soll. Mittlerweile wird auch eine Nutzung durch private Interessenten in Betracht gezogen.
Die ehemalige Bank Austria ist das erste Gebäude im Burgenland, welches in der Stilform des Brutalismus errichtet wurde.
© Richard Vogler
Bei der betreffenden Immobilie handelt es sich um ein geschichtsträchtiges Objekt. Sie wurde zwischen 1970 und 1972 für die Bank Austria errichtet und war das erste Gebäude im Burgenland, das im Stil des Brutalismus erbaut wurde. Erst vier Jahre später folgte das Mattersburger Kulturzentrum, das ebenfalls dieser architektonischen Stilrichtung zuzuordnen ist. Im Jahr 2022 schloss die Bank Austria ihre Filiale an diesem Standort. Neue Eigentümer wurden im September desselben Jahres die „Da‑Buki“-Brüder aus Neutal. Die Gastronomenfamilie plante zunächst, dort ein Restaurant zu eröffnen, ließ dieses Vorhaben jedoch wieder fallen.
In der Folge griff das Land Burgenland zu: 2024 erwarben die Landesimmobilien – eine Tochtergesellschaft des Landes – das Gebäude. Dem Vernehmen hatten die „Da‑Buki“-Brüder die Immobilie 2022 um 860.000 Euro gekauft; das Land Burgenland bezahlte hingegen rund 1,3 Millionen Euro.
Ende 2024 berichtete der Landespressedienst, dass „aufgrund des Platzmangels in der Bezirkshauptmannschaft künftig auch die ehemalige Bank Austria für Landeszwecke genutzt werden könnte“. Zu diesem Zeitpunkt wurde außerdem eine Machbarkeitsstudie inklusive Planung für eine Nachnutzung des Objekts in Auftrag gegeben, deren Abschluss für das Frühjahr 2025 vorgesehen war. Danach sollte die Festlegung der baulichen Maßnahmen erfolgen.
Fast zwei Jahre nach dem Kauf ist jedoch weiterhin unklar, welche konkrete Nutzung für die ehemalige Bank vorgesehen ist. Hartnäckig halten sich Gerüchte, wonach die Räumlichkeiten für die „Sozialen Dienste“ des Landes verwendet werden könnten; nun steht auch eine Vermietung an private Interessenten im Raum.
„Derzeit wird geprüft, welche Einheiten des Landes oder der Landesholding das Objekt nutzen könnten. Es gibt auch private Interessenten. Geringfügige Umbauten dazu befinden sich in Vorbereitung. Die Fassade des Gebäudes ist denkmalgeschützt. Etwaige Änderungen würden ausschließlich im Einvernehmen mit dem Bundesdenkmalamt erfolgen, mit dem die Landesimmobilien Burgenland in ständigem Austausch steht“, heißt es diese Woche seitens der Landesholding, in welche die Landesimmobilien eingegliedert sind.
Ein zentrales Thema bei der neuen Nutzung ist eben jener Umstand, dass das Gebäude, welches in der Stilform des Brutalismus erbaut wurde, unter Denkmalschutz steht. Bei einer neuen Nutzung muss eine Abstimmung erfolgen.
Laut Landeskurator Peter Adam habe es diesbezüglich bereits Kontakte mit dem Land Burgenland gegeben, „Nägel mit Köpfen“ seien bislang jedoch noch nicht gemacht worden. „Das letzte Gespräch ist schon länger her. Damals haben wir über die Möglichkeit des Einbaus eines Liftes gesprochen; hier wäre grundsätzlich alles geregelt. Es gab auch Überlegungen im Bereich der Denkmalpflege, die passend gewesen wären. Diese Angelegenheit liegt jedoch seit längerer Zeit auf Eis, ist quasi ,im Standby'. Es waren konstruktive Gespräche, und es bestehen grundsätzlich Möglichkeiten. Ich gehe davon aus, dass bald Bewegung in die Sache kommt“, so Adam.
Zum Thema Fassade ergänzt Adam mit Blick auf die Gespräche mit dem Vorbesitzer: „Es hat immer geheißen, ich hätte das Vorhaben für das Restaurant verhindert. Das habe ich überhaupt nicht verstanden, denn das stimmt so nicht. Die Da‑Buki‑Brüder wollten die gesamte Fassade mit Schildern versehen. Ich habe lediglich angemerkt, dass diese reduziert werden müssten. Danach kam jedoch kein Alternativvorschlag mehr.“