Geflügelhof Hamp: Ein Stück Geschichte geht zu Ende
Mattersburg
Mit der Schließung des Geflügelhofs Hamp geht in Mattersburg ein traditionsreiches Kapitel zu Ende. Ingrid Skarits verabschiedet sich in den Ruhestand – nach über zwei Jahrzehnten als Betriebsleiterin. „Den Betrieb 2001 zu übernehmen, war die richtige Entscheidung“, sagt sie rückblickend. Der Geflügelhof Diglas aus dem Waldviertel wird künftig den Kundenstamm übernehmen.
Ingrid Skarits mit Juniorchefin Siobhàn Diglas: Der Geflügelhof Diglas übernimmt künftig die Betreuung der Kundinnen und Kunden des Geflügelhofs Hamp.
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1947, kurz nach dem Krieg, gründeten die Großeltern von Ingrid Skarits den Geflügelhof Hamp – damals noch als kleine Lohnbrüterei. Heute, rund 80 Jahre später, endet die Geschichte eines Familienbetriebs, der drei Generationen geprägt hat. 2001 übernahm Ingrid Skarits den Hof von ihren Eltern. Eigentlich sei die Entscheidung damals eher spontan gefallen: „Ich war auf Jobsuche, die Kinder waren schon größer und mein Vater ging in Pension. Also dachte ich, ich helfe vorübergehend aus“, erzählt sie. Aus dem „vorübergehend“ wurde schließlich Berufung. „Ich habe schnell gemerkt, dass mir die Arbeit liegt. Es war definitiv die richtige Entscheidung. Ich habe mich allen Herausforderungen gestellt – und war gut in dem, was ich gemacht habe“, sagt sie mit einem zufriedenen Lächeln.
Eine Weiterführung des Betriebs sei jedoch aus mehreren Gründen nicht möglich gewesen. Zum einen sei die bauliche Situation schwierig, da sich das Wohnhaus der Eltern direkt über dem Geschäft befindet. Zum anderen gebe es keine familiäre Nachfolge. „Beide Kinder leben und arbeiten in Wien – sie haben ihre Traumjobs gefunden, und das verstehe ich völlig“, sagt Skarits verständnisvoll.
Übergabe mit Weitblick
Fast 40 Jahre lang arbeitete der Geflügelhof Hamp eng mit dem Geflügelhof Diglas aus dem Waldviertel zusammen. Dieser wird künftig die Kundinnen und Kunden im Bezirk Mattersburg weiter betreuen. „Für unsere Kundinnen und Kunden ändert sich dadurch kaum etwas – sie bekommen weiterhin die gleiche Qualität und fachlich kompetente Beratung“, betont Skarits. In den vergangenen Monaten hat sie den Abverkauf bereits vorbereitet: Geräte, Futtergeschirr und Wassertroge sind großteils verkauft, derzeit läuft der Junghennen-Abverkauf. Der letzte Abgabetermin für Legehennen ist der 11. November, Futter gibt es noch bis zum Schluss.

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Ein Abschied mit Wehmut - und Vorfreude
„Natürlich ist es mit Wehmut verbunden, aber es war die richtige Zeit, loszulassen“, sagt Ingrid Skarits. Im Ruhestand werde ihr sicher nicht langweilig. Zwei Enkelkinder halten sie auf Trab, außerdem möchte sie mehr Sport treiben, reisen und ihre Englischkenntnisse auffrischen. „Mein Schwiegersohn ist Amerikaner – da kann ich das gut brauchen“, sagt sie schmunzelnd. Nach über zwanzig Jahren voller Arbeit, Verantwortung und Kundennähe blickt Ingrid Skarits mit Dankbarkeit zurück. „Ich durfte viele treue Kundinnen und Kunden kennenlernen – diese Begegnungen werde ich sicher vermissen“, sagt sie. Jetzt freut sie sich auf mehr Zeit für sich und ihre Familie – und auf ein neues Kapitel, das ganz ihr gehört.