Mattersburg: Stadtgespräch zum Thema Verkehr

Mattersburg

Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Mattersburg“ lud kürzlich zum „Stadtgespräch Verkehr“. Zwei Experten referierten – deren Conclusio: Eine attraktivere Innenstadt ist nur möglich, wenn man etwas gegen die Dominanz der Autos unternimmt.

Die Mattersburger Innenstadt

Die Mattersburger Innenstadt

© BVZ, Richard Vogler

„Wie kann man die Mattersburger Innenstadt attraktiver machen?“, lautete die zentrale Frage. Die eingeladenen Verkehrsexpert*innen lieferten dazu Erkenntnisse und anschauliche Beispiele aus der Praxis in vergleichbaren Städten. Mittels Aussendung lässt die Bürgerinitiative die Veranstaltung noch einmal Revue passieren. „Die Einschätzung von Harald Frey von der TU Wien auf den Punkt gebracht: Eine attraktivere Innenstadt sei nur möglich, wenn man etwas gegen die Dominanz der Autos unternimmt. Nur dann kann man mehr Platz schaffen für Fußgänger oder Radfahrer, wird dort festgehalten. Es brauche Flächen, wo sich alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt begegnen können.“

Aus ihrer Praxis als Verkehrsplanerin berichtete Marina Mohr. Sie räumte dabei auch mit dem oft strapazierten Vorurteil auf, effektive Maßnahmen im Verkehr würden hohe Kosten verursachen. Mohr: „Wenn die Ziele klar sind, kann man Maßnahmen schnell und kostengünstig umsetzen.“

Geht es nach Alexander Dworschak, Sprecher der Bürgerinitiative, so will man mit dem Stadtgespräch einen konstruktiven Beitrag leisten, um mit neuen Ideen wieder Bewegung in die eingefrorene Diskussion um den Verkehr in der Innenstadt zu bringen. Weiters wolle man „die Anregungen und Beschwerden aus dem Publikum zum Thema Verkehr in der Mattersburger Innenstadt an die Verantwortlichen in der Stadt weitergeben.“

Bürgermeisterin Claudia Schlager war selbst nicht vor Ort, weil „ein anderer Termin bereits länger feststand“, so Schlager. „Beim Stadtgespräch wurde gefordert, dass Einbahnen in Mattersburg umgesetzt werden. Man muss darauf hinweisen, dass in den vergangenen zwei Jahren jedoch einige Einbahnen für die Verkehrsberuhigung realisiert wurden – zum Beispiel jene in den Seitengassen bei der Mattersburger Hintergasse oder die Kurze Gasse in Walbersdorf“, so Schlager, um weiter auszuführen: „Für Mattersburg wurde bereits ein Verkehrskonzept im Zuge der Innenstadtgestaltung ausgearbeitet. Es wird eine Begegnungszone geben, wo man durch Maßnahmen mittels Möblierung achtet, dass der Verkehr beruhigt wird. Und auch ein Verkehrsleitkonzept wird es geben.“

Auch der Radverkehr war Thema beim Stadtgespräch. „Wir werden, wenn alles umgesetzt ist, ein durchgehendes Radwegenetz durch Mattersburg haben. Bei diesem Punkt befinden wir uns mit der Mobilitätszentrale in sehr intensiven Gesprächen.“

Schlager verweist jedoch auch auf den Umstand, dass „all diese Maßnahmen mit sehr viel Geld verbunden sind. Bekanntlich ist die wirtschaftliche Situation für die Gemeinden nicht einfach. Wir müssen uns somit natürlich auch nach der Decke strecken.“