Schlepper rammte Polizeiauto: 3,5 Jahre Haft
Menschen gefährdet
Viermal fuhr ein türkischer Staatsbürger mit Flüchtlingen von Ungarn nach Österreich, dann wurde er von der Polizei auf frischer Tat ertappt.
Der 24-jährige türkische Staatsbürger wurde aus der Untersuchungshaft in den Verhandlungssaal gebracht.
© BVZ/Kirchmeir
Auf der Flucht gefährdete der Schlepper seine Fahrgäste, kollidierte mit einem zivilen Fahrzeug und dann mit einem Streifenwagen. Am 14. April 2025 wurde er zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.
Im Dezember 2024 war der 24-jährige türkische Staatsbürger selbst mit der Unterstützung von Schleppern nach Ungarn gebracht worden.
Dort wurde er nach eigenen Angaben mit zwei weiteren Männern in einer Wohnung einquartiert. Von einem „Boss“ und dessen Mitarbeiter erhielt er Schlepperaufträge. „Sie übermittelten auf WhatsApp den Standort, wir fuhren dort hin“, schilderte er den Ablauf.
Vier Erwachsene und zwei Kinder im Schlepperfahrzeug
Am 1. und am 8. Jänner 2025 brachte er jeweils eine Person bis Wien, am 12. Jänner saßen fünf Fremde in seinem Auto. Und am 22. Jänner 2025 sollte er vier Erwachsene und zwei Kinder von Budapest nach Österreich bringen.
Bei Deutschkreutz fand der Grenzübertritt statt. Die Polizei wurde auf den Schleppertransport aufmerksam und nahm die Verfolgung auf. „Ich erkannte, dass ich aufgefordert wurde, anzuhalten. Ich hatte Angst und fuhr weiter“, berichtete der Schlepper vor Gericht.
Er habe gewusst, dass er etwas Strafbares tat, und wollte nicht verhaftet werden.
In Steinbrunn durch 30er-Zone gerast
Viel zu schnell raste er in Steinbrunn durch eine 30er-Zone. Vor ihm hatte ein Auto angehalten und der Schlepper prallte dagegen. „Ich sah das Auto. Auch wenn ich gebremst hätte, hätte ich es nicht vermeiden können“, sagte der Schlepper. Zwei Personen, die in dem Auto gesessen waren, wurden bei dem Aufprall verletzt.
Er behauptete, die Flüchtlinge im Auto hätten ihn aufgefordert, weiterzufahren. Einer der Geschleppten hatte jedoch bei der Polizei angegeben, dass sie den Fahrer angeschrien: „Es sind Kinder im Auto, er soll stehen bleiben.“ Er habe große Angst gehabt, so der Flüchtling.
Nach Kollision mit Privat-PKW versteckte sich der Schlepper im Ort
Nach der Kollision mit dem Privat-PKW soll sich der Schlepper mit seinem Fahrzeug eine Zeitlang im Ort versteckt haben. „Er fuhr dann weiter, es kam noch mehr Polizei“, schilderte einer der Flüchtlinge den weiteren Ablauf.
Beim Retourfahren kollidierte der Schlepper mit einem Streifenwagen. „Ich wusste, das Polizeiauto befand sich hinter mir, ich sah es aber beim rückwärts Fahren nicht“, so der Angeklagte.
Gefälschte griechische Dokumente im Auto
Angeklagt wurde der 24-Jährige wegen Schlepperei, Widerstands gegen die Staatsgewalt, schwerer Sachbeschädigung, Gefährdung der körperlichen Sicherheit, Körperverletzung und wegen des Besitzes gefälschter Urkunden: Im Schlepperfahrzeug wurden ein gefälschter griechischer Führerschein und ein ebenso gefälschter griechischer Personalausweis, lautend auf den Namen des Angeklagten, gefunden.
Der 24-Jährige wurde zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Verteidiger meldete Berufung an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.