Klinik ermöglicht schwerkranker Frau Abschied von sterbendem Ehemann
Menschliche Momente
Neben Spitzenmedizin zählen auch die menschlichen Momente: Das Team der Klinik Oberpullendorf ermöglichte ALS-Patientin Abschied von ihrem Ehemann.
Primaria Univ.-Doz.in DDr.in Ulrike Vyskocil-Weber, Leiterin der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, (r.) mit Stationsleiterin DGKP Claudia Csitkovits und DGKP Julia Izmenyi.
© Gesundheit Burgenland
In den Kliniken des Burgenlands stehen täglich medizinische Expertise, moderne Technik und engagierte Teams an der Tagesordnung. Doch neben Diagnosen, Therapien und Notfällen sind es oft auch persönliche Schicksale, die den Klinikalltag prägen. Ein Beispiel aus der Klinik Oberpullendorf zeigt, wie wichtig es ist, neben der medizinischen Versorgung auch die menschliche Seite im Blick zu behalten.
Eine 61-jährige Patientin, die an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) leidet, wird seit einiger Zeit auf der Intensivstation der Klinik Oberpullendorf betreut. Aufgrund der fortschreitenden Erkrankung ist sie auf eine Beatmung, engmaschige Überwachung und spezielle Pflege angewiesen. Innerhalb kurzer Zeit musste die Patientin mehrere schwere Verluste verkraften: Kurz nach dem Tod ihres jüngeren Bruders erhielt sie die Nachricht, dass auch ihr Ehemann – der sie zuvor täglich besucht hatte – in derselben Klinik im Sterben lag.
Um eine Begegnung möglich zu machen, organisierten Stationsleiterin DGKP Claudia Csitkovits und die Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (DGKP) Julia Izmenyi gemeinsam mit dem Team der Intensivstation eine medizinisch abgesicherte Verlegung innerhalb des Hauses. Die Patientin wurde dabei – an Beatmungsgerät und Monitoring angeschlossen – in einem Spezialsessel zu ihrem Ehemann gebracht. Die beiden konnten sich noch einmal sehen, einander nahe sein und Abschied nehmen.
„Dieses Einzelschicksal zeigt, dass der Klinikalltag nicht nur von medizinischer Hochleistung geprägt ist, sondern auch von vielen kleinen Entscheidungen, die ganz persönlich und individuell getroffen werden. Auch uns berühren solche Momente. Sie erinnern uns daran, dass hinter jeder Behandlung ein Mensch mit seiner eigenen Geschichte steht", so Csitkovits.
Menschliche Begleitung im Klinikalltag werde in den Klinken des Landes gelebt, heißt es aus Oberpullendorf: „Neben der medizinischen Versorgung ist es uns wichtig, auch die persönlichen Situationen unserer Patientinnen und Patienten zu berücksichtigen“, sagt Primaria Univ.-Doz.inDDr.in Ulrike Vyskocil-Weber, Leiterin der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin. „Gerade auf einer Intensivstation sind solche Momente für alle Beteiligten sehr bedeutend.“