Wärme aus Tierkörperverwertung für Unterfrauenhaider Haushalte

Millioneninvestition

Gestern fand der Spatenstich für das neue Biomasseheizwerk in Unterfrauenhaid statt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf drei Millionen Euro.

Beim Spatenstich. Vizebürgermeister Anton Klug, Baumeister Alfred Stifter, OSG-Obmann Alfred Kollar, Landtagsabgeordneter Patrik Fazekas, Leo Riebenbauer, Alexander Kubin, Nationalrat Niki Berlakovich, Projektleiterin Stefanie Imre, Bürgermeister Thomas Niklos, Gregor Zeczelits, Michael Arthofer, Energiegemeinschaft-Obmann Alexander Freiberger, TKV-Standortleiter Wolfgang Rauch sowie Wolfgang Wiesauer und TKV-Geschäftsführer Christian Weinbauer.

Beim Spatenstich. Vizebürgermeister Anton Klug, Baumeister Alfred Stifter, OSG-Obmann Alfred Kollar, Landtagsabgeordneter Patrik Fazekas, Leo Riebenbauer, Alexander Kubin, Nationalrat Niki Berlakovich, Projektleiterin Stefanie Imre, Bürgermeister Thomas Niklos, Gregor Zeczelits, Michael Arthofer, Energiegemeinschaft-Obmann Alexander Freiberger, TKV-Standortleiter Wolfgang Rauch sowie Wolfgang Wiesauer und TKV-Geschäftsführer Christian Weinbauer.

© BVZ_dd

Seit eineinhalb Jahren arbeiten der Vorstand der Fernwärmegenossenschaft „Energiegemeinschaft Unterfrauenhaid eGen“ und die Marktgemeinde Unterfrauenhaid intensiv an der Realisierung des Projekts. Am Betriebsgebäude der Tierkörperverwertung (TKV Burgenland) wird eine Wärmeauskopplungsanlage installiert, welche die erzeugte Abwärme zum Heizwerk leiten wird. Im Heizwerk wird diese Abwärme für die Kunden aufbereitet werden. Zusätzlich zur Nutzung der Abwärme aus der TKV wird das Heizwerk durch eine Hackgutkesselanlage unterstützt werden.

Der Betrieb wird zu 85 Prozent durch Abwärme der TKV erfolgen und zu 15 Prozent mit Hackgut. Die Grabungsarbeiten für das Rohrnetz, es erstreckt sich über eine Gesamtlänge von fünf Kilometern, begannen im Sommer des Vorjahres.

„Projekt zur nachhaltigen Wärmeversorgung“

Für Alexander Freiberger, Obmann der Energiegemeinschaft, bietet die Einführung von Fernwärme in Unterfrauenhaid eine umweltfreundliche und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Gas- oder Ölheizungen: „Aber auch für alle anderen Heizformen. Endverbraucher profitieren von einer wartungsfreien Heizung, stabilen und kostengünstigen Heiztarifen sowie der Sicherheit vor Preisschwankungen auf dem globalen Energiemarkt. Zusätzlich entfallen Instandhaltungs- und Schornsteinfegekosten. Ich bedanke mich bei der TKV für die gute Zusammenarbeit und die Bereitschaft zur gemeinsamen Umsetzung des Projektes.“

„Unsere Pflicht zu mutigen Maßnahmen“

Projektmanagerin Stefanie Imre vom Planungsbüro Riebenbauer war von Anfang an überzeugt, dass dieses ökologische und ökonomische Projekt den notwendigen Zuspruch finden wird: „Die Tatsache, dass bereits Verträge für rund siebzig Gebäude unterzeichnet wurden, die noch in diesem Jahr von den Vorteilen der Fernwärme profitieren werden, bestätigt unseren Erfolg. Sowohl das Heizwerk als auch das verlegte Rohrsystem wurden bei der Planung so konzipiert, dass die gesamte Ortschaft potenziell versorgt werden könnte.“ Für Imre ist es in einer Welt, in der die Auswirkungen des Klimawandels immer offensichtlicher werden, eine Pflicht und entscheidender Schritt, „mutige Maßnahmen zu ergreifen, um den CO2-Fußabdruck zu verringern.“

„Schließen von Kreisläufen ist unsere DNA“

TKV-Prokurist und Standortleiter Wolfgang Rauch betonte: „Umweltschutz und Nachhaltigkeit stehen im Mittelpunkt unserer Unternehmensphilosophie. Wir verstehen die Bedeutung eines sorgsamen Umgangs mit den vorhandenen Ressourcen und tragen durch unsere Tätigkeit nicht nur zum Wohle der Gesellschaft, sondern auch zur Umwelt bei. Unser Ziel ist es, am Ende einen neuen Anfang zu ermöglichen und einen positiven Beitrag zu leisten.“ Mit der Wärmeauskoppelung zur Energiegewinnung geht man laut TKV einen weiteren Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft und setzt das Engagement für Umweltschutz und Ressourceneffizienz konsequent fort. Für TKV-Geschäftsführer Christian Weinberger wird die Abwärme als Nebenprodukt im Zusammenspiel mit der Energiegenossenschaft sinnvoll einem neuen Kreislauf zugeführt. „Das Schließen von Kreisläufen ist unsere DNA und liegt uns am Herzen.“

„Preisgesicherte Energieversorgung primär“

Für OSG-Boss Alfred Kollar ist die Entscheidung für das Mitwirken an diesem Projekt mit den neuen Reihenhausanlagen sehr rasch gefallen: „Für uns war klar, in Zeiten wie diesen ist eine sichere, vor allem aber eine preisgesicherte Energieversorgung von oberster Prämisse.“

„Ein Herzensanliegen“

Der wichtigste Meilenstein war für Bürgermeister Thomas Niklos die Gründung der Fernwärmegenossenschaft im April 2023. „Die aktuellen Herausforderungen in der Energieversorgung zeigen uns deutlich, wie wichtig es ist, auf nachhaltige Lösungen zu setzen. Die Realisierung der Fernwärme ist für uns ein Herzensanliegen, das wir seit eineinhalb Jahren mit Engagement verfolgen.“ Laut Niklos kann mit diesem Projekt der Bevölkerung eine Versorgungssicherheit geboten werden. Seitens der Gemeinde werden alle öffentlichen Gebäude von Gas auf Fernwärme umgestellt. „Mein Dank gilt dem Vorstand der Fernwärmegenossenschaft, der ehrenamtlich und mit viel Leidenschaft, unterstützt von uns als politischer Gemeinde, an dieser wichtigen Initiative für eine nachhaltige Zukunft arbeitet“, zeigt sich Niklos über den Fortschritt des Projektes erfreut.

„Das Burgenland war früh dabei“

Für Nationalrat und Landwirtschaftskammer-Präsident Niki Berlakovich stellt das Projekt eine Antwort auf die Zukunft dar: „Es gilt raus aus den fossilen Energieträgern zu kommen und konkrete Projekte zu realisieren. Dazu gibt es viele Förderprogramme, die sich aber rechnen sollten. Das Burgenland ist schon früh auf den Zug der erneuerbaren Energieträger aufgesprungen.“ Für Berlakovich überlegen sich viele Menschen, wie sie sich die Heizkosten leisten können: „Der Handlungsbedarf ist derzeit groß und für die Versorgungssicherheit ist es wichtig, dieses Projekt zu starten.“

Technische Beschreibung zum Projekt

Auf dem Gelände der TKV Burgenland wird eine Abwärme-Auskoppelungs-Anlage errichtet. Dabei wird aus dem Prozess vorhandene Abwärme, welche bis jetzt thermisch nicht genutzt wird, für die Einspeisung in das Fernwärmenetz nach Unterfrauenhaid verwendet.

Dazu wird ein Rohrbündelwärmetauscher mit einer thermischen Leistung von 1200 kW eingebaut. Die TKV Burgenland kann während der Betriebszeiten von Montagabend bis Samstagabend durchgehend Abwärme mit einer Temperatur von 90 Grad liefern.

Zusätzlich wird ein Pufferspeicher mit einem Speichervolumen von 100 Kubikmetern aufgestellt. Dieser dient dazu, die vorhandene Abwärme zwischenzeitlich zu speichern. Mit dem Speicher wird in den Sommermonaten, sowie in der Übergangszeit die erforderliche Wärme für das Fernwärmenetz nach Unterfrauenhaid abgedeckt.

In den Wintermonaten ist es erforderlich, zusätzlich mit dem Biomassekessel Hackgut dazu zu heizen. Der Biomassekessel in der ersten Ausbaustufe hat eine Leistung von 500 kW. Der Jahreswärmebedarf wird zirka zu 85 Prozent aus der Abwärme der TKV Burgenland und zu 15 Prozent aus der Wärmeerzeugung des Hackgutkessels abgedeckt.

Von der neu errichteten Heizzentrale wird die Wärme über die Fernwärmeleitung durch eine Netzpumpe zu den einzelnen Häusern transportiert. Bei den Wärmeabnehmern befinden sich Übergabestationen, welche mit einem Wärmetauscher ausgestattet sind. Diese trennen das Heizungwasser in den Fernwärmeleitungen vom Heizungswasser in den Anschlussobjekten. Die Übergabestation ersetzt den bisherigen Heizkessel und hat Abmessungen von zirka 80 x 60 x 30 Zentimeter.