Segeln: Nationalteam legt im Endspurt für Olympia Fokus auf Material

Mit u.a. Bontus

Österreichs Segelverband entsendet mit neun Teilnehmerinnen und Teilnehmern das größte Aufgebot seit 2012 zu Olympischen Spielen sowie das insgesamt drittgrößte. Einer der großen Medaillenhoffnungen vor Marseille wird der Perchtoldsdorfer Valentin Bontus vom Yachtclub Podersdorf sein, der am Sonntag im Formula Kite WM-Bronze errang.

Symbolbild

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© Shutterstock/De Visu

Der Österreichische Verband hofft, dass mehrere Boote um Medaillen mitkämpfen werden. Bei den nächsten Trainingsaufenthalten im Olympiarevier wird jeweils das Material noch optimiert.

OeSV-Präsident Dieter Schneider strich auf einer Pressekonferenz am Mittwoch an der Donau in Wien hervor, dass es gelungen sei, das Know-how aus den klassischen olympischen Kampagnen auf die neuen Disziplinen zu übertragen. „Surfen und Kiten auf Spitzensportebene haben wir sehr gut in Griff“, stellte er fest. Lorena Abicht qualifizierte sich im iQFoil, Bontus und Alina Kornelli sind im Formula Kite mit dabei.

Österreich ist bei den Frankreich-Sommerspielen somit in sechs der zehn Disziplinen vertreten. Für ÖOC-Sportdirektor Christoph Sieber, selbst Olympiasieger 2000 in Sydney im Windsurfen, eine „außerordentliche Leistung“ für ein Binnenland. Im 49er ging der Quotenplatz an Benjamin Bildstein/David Hussl, im Nacra 17 an Lukas Haberl/Tanja Frank, im 470er an Lara Vadlau/Lukas Mähr, die kürzlich noch einen Trainerwechsel vorgenommen haben.

Sportdirektor Matthias Schmid schickte voraus, dass man vor Marseille sehr viele unterschiedliche Wind- und Wellenbedingungen haben werde. Da könne alles passieren. „Aus Verbandssicht ist es wichtig, mit mehreren Chancen zu den Olympischen Spielen zu fahren.“ Um einen hohen Teamspirit, der das Segelteam immer auszeichnete, zu erreichen, ist die gesamte Mannschaft plus Betreuerstab diese Woche in Neusiedl zusammengekommen. Teambuilding, Informationsaufbau und Fokussierung in jeder Disziplin, was genau noch angegangen müsse, stehen auf dem Programm.

Nach der Verlegung der Sommerspiele in Tokio auf 2021 sei die Kampagne für die Frankreich-Spiele nur über drei Jahre gegangen. „Das war eine besondere Herausforderung. Wir haben sehr viele neue Bootsklassen, haben sehr viele Entscheidungen getroffen, auch untypische. Das Positive ist, dass die meisten positiv aufgegangen sind. Wie Kiten, dass wir als klassische Segelsportrat betrachten“, sagte Schmid. Das sei extrem spannend und habe sich am Ende des Tages ausgezahlt.

Der aktuell Erfolgreichste in der Runde, Bontus, sprach nach dem Medaillengewinn von einem ordentlichen Push. „Persönlich ist das eine schöne Bestätigung, dass man richtig arbeitet und am richtigen Weg ist. Ich konnte die steile Kurve, die ich gezeigt habe, verlängern.“ Er befinde sich auf einer guten Flow-Welle, die er bis zu den Spielen mitnehmen müsse. „Ich mache mir nicht den größten Druck, dass ich eine Medaille gewinnen muss.“ Ein Topresultat sei das Ziel, aber am Anfang der Kampagne sei ja ursprünglich erst 2028 anvisiert worden, gab er zu bedenken.