Draßburg: Wirbel bei der SPÖ-Ortspartei im Zuge der Neuwahl

Mitgliederversammlung

Am Sonntag hielt die Draßburger SPÖ ihre Generalversammlung ab. Neuer Obmann ist Mathias Müllner, seine Stellvertreterinnen Uschi Piller und Sabine Kern. Von Christoph Haider, aktuell noch SPÖ-Bürgermeister, gab es heftige Kritik.

Vizebürgermeister Andreas Bandat, SPÖ-Bezirksparteiobmann Thomas Hoffmann, SPÖ-Landesgeschäftsführer Fritz Radlspäck und Altbürgermeister Christian Illedits gratulierten dem neuen SPÖ-Ortsparteiobmann Matthias Müllner und dessen Stellvertreterinnen Sabine Kern und Uschi Piller.

Vizebürgermeister Andreas Bandat, SPÖ-Bezirksparteiobmann Thomas Hoffmann, SPÖ-Landesgeschäftsführer Fritz Radlspäck und Altbürgermeister Christian Illedits gratulierten dem neuen SPÖ-Ortsparteiobmann Matthias Müllner und dessen Stellvertreterinnen Sabine Kern und Uschi Piller.

© Facebook

Am Sonntag hielt die SPÖ Draßburg eine Mitgliederversammlung ab. Ein Grund dafür war, dass Obfrau Matea Nikolic und Obfrau-Stellvertreter Bürgermeister Christoph Haider zurückgetreten waren.

„Die SPÖ Draßburg hat am Sonntag ein starkes und ermutigendes Signal gesetzt. Mehr als 100 Teilnehmer, und damit deutlich mehr als die Hälfte der gesamten Ortsorganisation, nahmen an der Versammlung teil“, so SPÖ-Bezirksparteivorsitzender Thomas Hoffmann in einer Aussendung. In geheimer Wahl wurde dabei der 27-jährige Matthias Müllner mit 92 Prozent zum neuen Ortsparteivorsitzenden gewählt. Müllner hat Wirtschaft studiert und ist beruflich im Controlling beim REWE-Konzern tätig. Zu seinen Stellvertreterinnen wurden Ursula Piller und Sabine Kern gewählt. „Nach turbulenten Zeiten in der Vergangenheit ist diese breite Unterstützung ein klares Zeichen für Zusammenhalt, Aufbruch und eine positive Zukunft der SPÖ Draßburg“, so Hoffmann.

„Mir ist besonders wichtig, die Partei weiter zu öffnen, neue Veranstaltungsformate zu entwickeln und den direkten Kontakt zur Basis zu stärken“, so Matthias Müllner. „Wir wollen die Menschen aktiv einbinden und gemeinsam die Zukunft Draßburgs gestalten.“

In der Aussendung werden auch bereits Pläne von Müllner, wie der Ausbau von Infrastruktur, genannt. Damit wird man wohl bis zu den Gemeinderatswahlen im kommenden Jahr warten müssen, Müllner und Piller sind aktuell nicht im Gemeinderat vertreten. Müllner wird jedoch – sofern es von den entsprechenden Gremien „grünes Licht“ gibt – für das Bürgermeisteramt bei den Wahlen kandidieren.

Die nun ehemalige Obfrau Matea Nikolic wünscht „den neuen Vorsitzenden alles Gute für die Zukunft und für die Gemeinderatswahlen im kommenden Jahr.“

Intern hat es jedoch im Vorfeld einige Reibereien gegeben, und Bürgermeister Christoph Haider nimmt sich kein Blatt vor den Mund: „Aufgrund von Attacken in der eigenen SPÖ-Fraktion habe ich vor einigen Wochen meine Funktion des Obmannstellvertreters zurückgelegt. Es hat verbale Unterstellungen und Gehässigkeiten gegeben, bei SPÖ-Beschlüssen wurde von SPÖ-Mitgliedern dagegen gestimmt“, so Haider.

Draßburg: Wirbel bei der SPÖ-Ortspartei im Zuge der Neuwahl

© Richard Vogler

Auch an der Mitgliederversammlung übt Haider Kritik: „Ich und auch andere Gemeinderatsmitglieder sind nicht einmal gefragt worden, ob wir in Zukunft weitermachen wollen. Dass ich nach den Vorfällen als Bürgermeister nicht mehr kandidiere, war klar. Für die Gemeinde hätte ich noch gerne weiter gearbeitet“, so Haider, um weiter auszuführen:

„Grundsätzlich bin ich froh, dass es einen Nachfolger gibt. Die Art und Weise, wie dies abgelaufen ist, war jedoch nicht die feine englische Art, ich bin sehr enttäuscht. Man sieht wieder: Moral ist keine politische Komponente.“

Tritt ein Bürgermeister bei Gemeinderatswahlen nicht mehr an, so erfolgt bei einer absoluten Mehrheit in der Regel die Übergabe bereits einige Monate vor den Wahlen Haider wird jedoch bis zum Schluss bleiben. „So wie alles abgelaufen ist, sehe ich keine Veranlassung, vor den Wahlen zurückzutreten“, so Haider.

„Dass wir die Gemeinderäte nicht gefragt haben – dies stimmt nicht. Beim Wahlvorschlag schienen alle Gemeinderäte auf. Christoph Haider hat von sich selbst aus gesagt, dass er nicht auf der Liste aufscheinen will“, entgegnet Müllner.

Auf die Kritik von Haider angesprochen, hält SPÖ-Bezirksobmann Thomas Hoffmann fest: „Mich interessiert die Vergangenheit nur mehr bedingt, und zwar insofern, dass ich mich bei allen, die sich bis dato in Draßburg engagiert haben, bedanke. Wenn man die Faktenlage betrachtet, hat es in Draßburg Handlungsbedarf gegeben. Hier hat man sich neu aufstellen und neu positionieren müssen, sodass die Ortspartei wieder vorangebracht wird.“