Bezirk Neusiedl am See: Die Kirche auf Rädern ist wieder unterwegs
Mobile Kirche
Nach eineinhalb Jahren Pause rollt die Mobile Kirche wieder. Die evangelischen Pfarrgemeinden Gols, Zurndorf, Nickelsdorf und Deutsch Jahrndorf haben den Wagen instandgesetzt und damit ein Projekt remobilisiert, das Glauben sichtbar und erfahrbar machen soll.
Sommercamp in Deutsch Jahrndorf
© zVg/Götzendorfer
Schon von weitem fällt sie auf: ein blauer Wagen mit kleinem Turm, Glocke und weißer Taube auf der Spitze. Auf den ersten Blick erinnert er an einen Zirkuswagen, doch schnell wird klar, dass es sich um eine Kirche auf Rädern handelt. Die Mobile Kirche, gebaut durch Spenden und getragen von der evangelischen Jugend Burgenland, rollt nach längerer Pause wieder durch die Region – als ungewöhnlicher, aber bewusst gewählter Ort für Begegnung, Glauben und Gemeinschaft.
© Birgit Böhm-Ritter
Die Idee ist einfach: Kirche kommt zu den Menschen. Damit sollen Schwellen abgebaut und neue Räume für Austausch entstehen. „Die Mobile Kirche ermöglicht es Kindern und Jugendlichen, einen Kirchenraum ganz spielerisch zu erleben – vom Glockenläuten bis hin zum Gottesdienst feiern. Sie ist dafür top ausgestattet und gibt Raum zur Entfaltung“, sagt Sebastian Götzendorfer Pfarrer in Zurndorf, Nickelsdorf und Deutsch Jahrndorf.
Erste Stationen 2025
Bereits Ende Mai war die Mobile Kirche in Deutsch Jahrndorf beim Gemeindefest im Einsatz. Im Juni folgten Stationen beim Toleranzfest in Zurndorf, beim Gemeindefest in Nickelsdorf und beim Gustav-Adolf-Fest in Gols. Dort gestalteten ehemalige Konfirmandinnen und Konfirmanden einen Jugendgottesdienst – ein Zeichen, dass junge Menschen ihren Glauben selbstbewusst ausdrücken und Verantwortung übernehmen.
Im August wurde die Mobile Kirche beim Sommercamp in Deutsch Jahrndorf genutzt, als Andachtsort und als Bühne für Bibelgeschichten. Damit knüpft das Projekt an frühere Einsätze an, etwa im Strandbad Weiden am See, wo die Mobile Kirche 2020 ökumenische Andachten zwischen Badegästen möglich machte. Lesen Sie mehr darüber hier.

© Birgit Böhm-Ritter
Glauben sichtbar machen
Die Verantwortlichen verbinden mit der Mobilen Kirche drei Ziele: Erstens soll Kirche aus den eigenen Räumen heraustreten und zu den Menschen kommen. Zweitens will das Projekt Glaubensdialog im öffentlichen Raum fördern und damit zu einer offenen Gesellschaft beitragen. Drittens versteht sich die Mobile Kirche als gemeinschaftliches Ehrenamt, bei dem viele mithelfen können.
Neben Festen begleitet die Mobile Kirche auch Konzerte, Sport-Events wie etwa Burgeland Extrem oder Festivals. Sie versteht sich als ökumenisches und interreligiöses Angebot.