Oberwarts digitales Gedächtnis wächst

Momentothek

Über 7.000 historische Fotos, Artikel und Dokumente warten darauf, erkundet zu werden. Die Momentothek ist seit sieben Jahren das digitale Archiv der Bezirkshauptstadt Oberwart und lebt vom Mitmachen. Tillfried Schobers „Online-Schatz“ feiert den 7. Geburtstag.

Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner gratulierte Tillfried Schober zum 7. Geburtstag seines „Online-Archivs“.

Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner gratulierte Tillfried Schober zum 7. Geburtstag seines „Online-Archivs“.

© Stadtgemeinde

Die Oberwarter „Momentothek“ ist ein Herzensprojekt mit Geschichte. Was 2018 auf Initiative des Oberwarters Tillfried Schober begann, hat sich zu einem der bedeutendsten digitalen Archive im Burgenland entwickelt. Die Momentothek Oberwart zählt mittlerweile über 7.000 Einträge und es werden täglich mehr.

„Die Grundidee war eigentlich eine persönliche Erfahrung“, erinnert sich Tillfried Schober. „Als meine Oma starb, gab es auch dort eine Schuhschachtel mit Fotos. Ich habe 20 davon aufgehoben und war mir sicher, dass die dann auch irgendwann verloren gehen könnten. Also stellte ich mir die die Frage, wie man verhindern kann, dass alte Fotos verschwinden. Und das war die Idee zur Momentothek“, so Schober.

Ein buntes Bild der Stadt der Vielfalt

„Ursprünglich dachte ich, dass auf der Momentothek nur alte Bilder von Oberwarter Straßen, Gebäuden und Personen der Öffentlichkeit landen werden. Da die Oberwarter:innen aber bereitwillig und von ganz allein ihre privaten Alben geöffnet haben, bildet die Momentothek heute wirklich ein buntes und aussagekräftiges Bild unserer Stadt“, freut sich der Datenbank- Gründer. Und das Prinzip, das dahintersteckt, ist einfach, und genial zugleich. Die Plattform ist offen für alle: Wer möchte, kann sich registrieren und eigene Fotos, Artikel oder Dokumente hochladen. So entsteht ein ständig wachsendes Archiv, das von der Gemeinschaft getragen wird. „Die Momentothek ist nicht nur ein Archiv – sie ist ein lebendiges Gedächtnis, das täglich wächst. Es ist bewegend zu sehen, wie viele Menschen bereit sind, ihre Geschichte zu teilen“, sagt Schober.

Auch die Wissenschaft entdeckt die Momentothek

In den letzten sechs Monaten wurde die Plattform rund 100.000 Mal pro Monat aufgerufen und das ist ein starkes Zeichen für das Interesse an regionaler Geschichte. Auch Museen, Universitäten und Forschungseinrichtungen nutzen das Angebot regelmäßig.

„Mit der Momentothek ist es gelungen, wichtige Bilder und Dokumente aus unserer Stadt dauerhaft zu sichern und für jede und jeden zugänglich zu machen“, betont Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner.

Und Tillfried Schober erklärt das an einem einfachen Beispiel. „Wenn man als Suchbegriff zum Beispiel 'Portrait' eingibt und die Bilder nach Jahreszahlen sortieren lässt, findet man über 400 Bilder, anhand derer man sich wirklich ein gutes Bild der letzten Jahrzehnte machen kann. Gleiches funktioniert auch ganz gut mit 'Hochzeit' oder 'Gruppe' als Suchbegriff“, erklärt Schober, der selbst bislang an die 4.000 Arbeitsstunden investiert hat.

Die ältesten Einträge stammen übrigens aus dem Jahr 1583. Auch Bilder aus dem 19. Jahrhundert – teils über 160 Jahre alt – sind abrufbar. Über 300 Familien, Institutionen und Einzelpersonen – aus Oberwart, Europa und Übersee – haben bereits ihre privaten Schätze beigetragen.