Motorsport-Youngster Lena Pichler mit Meilenstein: Tests für McLaren
GT-Rennwagen
Die erst 15-jährige Hornsteinerin überzeugte beim ersten Testlauf. McLaren hat die junge Burgenländerin am sportlichen Radar - Ende August sind weitere Tests geplant.
Lena Pichler überzeugte mit dem 620 PS starken McLaren Artura Trophy EVO.
© privat
Erst der Doppelsieg in Monza, wenige Tage später schon der nächste große Schritt: Für Lena Pichler ging es im Motorsport zuletzt Schlag auf Schlag. Die 15-jährige Hornsteinerin wurde von McLaren Motorsport zu einem offiziellen Prospect Test auf den Cremona Circuit eingeladen – und hinterließ bei ihrem ersten Einsatz im 620 PS starken McLaren Artura Trophy EVO einen nachhaltigen Eindruck. So sehr, dass bereits Ende August der nächste Test folgen wird.
Dabei betrat Pichler in Cremona absolutes Neuland. Noch nie zuvor hatte die Nachwuchsrennfahrerin einen derart leistungsstarken GT-Rennwagen bewegt. Nervosität war ihr nach Angaben ihres Teams dennoch kaum anzumerken. Schon bei der Ausfahrt aus der Boxengasse agierte die Burgenländerin ruhig und konzentriert, fand schnell die Ideallinie und steigerte ihre Rundenzeiten kontinuierlich.
Besonders beeindruckend: Während des gesamten Testtages blieb Pichler ohne gröberen Fahrfehler. Kein Dreher, kein Ausrutscher und keine kritische Situation – und das bei ihrem ersten Kontakt mit einem 620-PS-Boliden.
Das blieb auch den Verantwortlichen nicht verborgen. Mauro Casadei, die rechte Hand von McLaren-Motorsport-Direktor Giorgio Sanna, stellte der 15-Jährigen ein bemerkenswertes Zeugnis aus. „Lena hat keinen einzigen Fehler gemacht. Sie wurde von Runde zu Runde immer besser“, sagte Casadei. Pichler habe den Rennwagen bewegt, als würde sie ihn bereits lange kennen.
Noch bemerkenswerter ist seine Zukunftsprognose: „Wir werden sie unter unsere Fittiche nehmen, damit sie 2027 in der McLaren Trophy starten kann. Sie hat heute gezeigt, dass sie eine Zukunft im professionellen Motorsport haben wird.“
Auch McLaren-Werksfahrer Tommy Pintos, der die Nachwuchsfahrer während des Tests betreute und ihre Runden analysierte, zeigte sich angetan. „Lena hat einen hervorragenden Eindruck gemacht. Sie hat nichts falsch gemacht und sich Runde für Runde an sehr gute Rundenzeiten herangetastet. Was für ein talentiertes Mädchen.“
Zusätzlich erschwert wurden die Bedingungen durch Temperaturen von beinahe 40 Grad. Im Cockpit verlangte die Hitze den Fahrern körperlich einiges ab. Pichler konnte dabei auch von ihrer intensiven Vorbereitung profitieren. Kraft-, Ausdauer- und Athletiktraining gehören seit Jahren zu ihrem Trainingsalltag. Auch bei den letzten Turns blieb sie konzentriert und konnte ihr Tempo weiter steigern.
„Ich freue mich riesig, dass alles so reibungslos gelaufen ist. Ein tolles McLaren-Team, ein fantastischer Rennwagen – was für ein Tag“, freute sich Lena Pichler nach ihrem Debüt.
Mit dabei waren auch ihre Eltern Sabine und Hannes, die ihre Tochter auf ihrem bisherigen Motorsportweg begleiten. „Man merkt, dass Lena immer selbstbewusster im Auto wird und sich immer mehr zutraut. Uns beeindruckt besonders ihre Fahrzeugbeherrschung. Sie macht kaum Fehler“, zeigten sie sich stolz.
Lange dürfte Pichler auf die nächste Chance bei McLaren womöglich nicht warten müssen. Ein weiterer offizieller Test steht in Aussicht. Diesmal könnte die Hornsteinerin auf der Rennstrecke in Vallelunga Platz nehmen.
Damit setzt sich eine rasante Entwicklung fort. Pichler wurde bei motorSPORTaktiv.at an den Rennsport herangeführt und machte zunächst im Kart auf sich aufmerksam. Zuletzt gelang ihr in der Trofeo Predators in Monza ein Doppelsieg in der Honda-Klasse. Nur wenige Tage später folgte nun das Debüt im McLaren.
Der Sprung vom Nachwuchs- und Kartsport in einen 620 PS starken Rennwagen ist gewaltig. Pichler hat die erste Bewährungsprobe jedoch gemeistert. Und vor allem die Aussagen der McLaren-Verantwortlichen lassen aufhorchen: Aus einem ersten Test könnte schon 2027 der Einstieg in die McLaren Trophy werden.