Mihalkovits tritt 2025 kürzer

Mountainbike

Nach zehn Jahren als Profi verzichtet Peter Mihalkovits auf weitere Weltcup-Einsätze. Aus Mangel an Zeit nimmt der Dörfler nur noch kleinere Events und die Österreichischen Meisterschaften in Angriff.

Peter Mihalkovits ging fünf Jahre lang für das Schweizer Bold Cycles Team an den Start. Nach Beendigung seiner Profi-Karriere wird er vom amerikanischen Rahmenhersteller Trek Bikes unterstützt.

Peter Mihalkovits ging fünf Jahre lang für das Schweizer Bold Cycles Team an den Start. Nach Beendigung seiner Profi-Karriere wird er vom amerikanischen Rahmenhersteller Trek Bikes unterstützt.

© zVg/Poltis Photography

Zehn Jahre drehten sich für Peter Mihalkovits nicht nur die Speichen, sondern vor allem in seinem Kopf alles um das Radfahren. Das wird auch in Zukunft so sein, allerdings verschieben sich die Prioritäten ein wenig. „Ich werde nach zehn Jahren als Profi 2025 kürzer treten, nur noch auf kleineren Bühnen Gas geben“, so der mittlerweile 31-Jährige. Seinen Schritt erklärt der Absolvent eines Englisch- und Sport-Lehramtsstudiums folgendermaßen: „Ich bin zwar körperlich noch voll fit, hatte auch nie Verletzungen, nicht einmal einen einzigen Bruch, aber dennoch merkte ich schon in der vergangenen Saison, dass ich nicht mehr voll ans Limit gehen konnte.“ Dennoch passten die Ergebnisse mit Rang 57 beim Weltcup in Leogang, hätte der Dörfler auch noch Deals mit guten Teams und seine Karriere fortsetzen können. „Die Vereinbarungen beinhalten allerdings nicht nur das Rennfahren an sich, sondern auch Sponsoren- und weitere Termine. Ich wollte aber nichts versprechen, was ich nicht halten kann, mich nicht noch einmal binden“, so Mihalkovits, der noch einmal zurückblickt. „Früher hat sich das Radfahren für mich einfach anders angefühlt. Es drehte sich alles nur darum. Ich wollte bei jeder Ausfahrt besser werden. Und halbe Sachen sind einfach nicht mein Ding.“

Erste Biker-Community in der Heimatgemeinde

Der Grundstein der Biker-Karriere wurde quasi vor der eigenen Haustüre gelegt. „Wir waren eine Clique von 3-4 Freunden, darunter auch Bruder Lukas, die einfach verrückt aufs Radfahren waren. Wir haben uns viele Videos angesehen und diesen dann nachgeeifert. Wir griffen damals auch zu den Schaufeln, um uns unseren eigenen Dirtpark zu bauen“, erzählt Mihalkovits. Was folgte waren viele Sprünge, Abfahrten und Kilometer auf dem Mountainbikes, welche die Lust auf den Rennsport weiter und weiter steigerten. Bis es 2014 „endlich“ zum ersten Renneinsatz kam. Damals noch im Downhill, trat der heutige Athlet des Trek Bike-Teams in der Qualifikation in Marburg an und war auf Anhieb so schnell, dass die Rennleitung gar an eine falsche Zeitnehmung dachte. „Ich bin dann im Rennen die selbe Zeit noch einmal gefahren, dann glaubten sie mir, dass ich schnell bin“, schmunzelt der ausgebildete Pädagoge, der sich rasch in Österreichs Spitze etablierte. Schon bei den ersten Staatsmeisterschaften ging es in die Top-Ten, beim Weltcup in Leogang auf Rang 82.

Auf Downhill- folgte die Enduro-Karriere

2017 stieg Peter Mihalkovits dann vom Downhill auf Enduro um. Der Grund für den Wechsel war simpel. „Die nächste Trainingsgelegenheit für Downhill hatte ich am Semmering. Der Aufwand war einfach zu groß. Für Enduro kann man hingegen vor der eigenen Haustür trainieren“, erklärt der ehemalige Weltcup-Starter. Das möchte der Dörfler auch der Radfahr-Jugend mitgeben: „Es braucht kein hochalpines Gebirge, um diesen wunderbaren Sport auszuüben. Zudem entstehen immer mehr Biker-Parks wie die Burgenland-Trials am Geschriebenstein oder die Wexl Trials in Sankt Corona.“ Diese sind übrigens auch das neue Betätigungsfeld des 31-Jährigen. „Nach meinem Studium begann ich dort im Marketing zu arbeiten. Mittlerweile ist daraus ein Vollzeit-Job geworden, der mir sehr viel Freude bereitet.“ Dabei bleibt er nämlich seiner großen Leidenschaft treu, kann an der Entwicklung des Radsports im Osten Österreichs aktiv mitwirken.

Einen Blick zurück wagt der Dörfler aber noch, bevor der Strich unter der Profi-Karriere gezogen wird. Nach dem Umstieg im Jahr 2017 auf Enduro dauerte es nämlich einige Zeit, bis sich Mihalkovits in der neuen Sparte zurechtfand. „Enduro ist viel intuitiver als Downhill. Der Aha-Effekt gelang eigentlich erst 2021. Da begann ich auf meinen Grundspeed zu bauen.“ Was folgte war der erste Weltcup-Auftritt 2018, der Deal mit dem Bold Cycles Team, die besten Weltcup-Platzierungen in Whistler Mountain 2022 und Leogang 2024 (jeweils Rang 57), die beiden Siege bei den Weltcup-Qualifyern in Kalnica 2019 und 2021 (Anm.: zweithöchste Kategorie) sowie ein WM-Einsatz im Vorjahr („Eine echt lässige Erfahrung.“). Was der erfolgreichen Karriere noch fehlt, ist der angepeilte Staatsmeistertitel. Bisher gelangen drei dritte Plätze. „Es war immer knapp.“ Und auch wenn aktuell Arbeit anstelle von Fitnesstraining auf der Tagesordnung steht, könnte die Lockerheit eines Ex-Profis den Titel 2025 möglich machen.