Oberwart: Haus der Volksgruppen wird im April eröffnet
Multikulturell
In Oberwart entsteht mit dem Haus der Volksgruppen ein gemeinsames Zentrum für Burgenlandkroaten, Ungarn und Roma. Die Arbeiten gehen in die finale Phase – die feierliche Übergabe ist für April geplant.
Die Fassade des Hauses der Volksgruppen wurde bereits vollständig fertiggestellt.
© LIB
Aus dem ehemaligen städtischen Internat wird ein neues Zentrum der Vielfalt. Die Fertigstellung des Hauses ist bereits in Sicht, die Arbeiten schreiten planmäßig voran und stehen kurz vor dem Abschluss. Im April soll das Haus eröffnet werden und mit dem „Haus der Volksgruppen“ entsteht ein in dieser Form einzigartiger Ort, indem zentrale Institutionen aller burgenländischen Volksgruppen unter einem Dach arbeiten: der Burgenländisch-Ungarische Kulturverein, der Kroatische Kulturverein, Roma Service, die Volkshochschulen der Roma und Ungarn sowie der Minderheitensender Radio Mora. Auch die erste gemeinsame Volksgruppenbibliothek Österreichs ist vorgesehen.
Der Bau des Hauses chronologisch
Das Projekt ist mehr als der Umbau eines Gebäudes. Nach den notwendigen Abbrucharbeiten startete Mitte November 2024 der Bau der Fundamente. Teile der 1976 von Architekt Rudolf Schober fertiggestellten Anlage bleiben erhalten. Die drei markanten Türme des ehemaligen Internats wurden entkernt, saniert und in das neue Konzept integriert. „Wir versuchen, wirtschaftlich immer das Maximum herauszuholen und haben hier einen Bestand vorgefunden, den man auch weiterverwenden kann“, sagte Jutta Benedek, Geschäftsführerin der Landesimmobilien Burgenland (LIB), die als Bauherrin verantwortlich zeichnet. Die Fassade des Gebäudes wurde bereits vollständig fertiggestellt. Derzeit laufen die Arbeiten an den Außenanlagen, deren Abschluss bis Ende März vorgesehen ist. Auch im Inneren sind die Bauarbeiten weitgehend beendet: Sämtliche Oberflächen – mit Ausnahme einzelner Kellerbereiche – wurden bereits hergestellt. Die Tischler- und Möblierungsarbeiten befinden sich in der Endphase und sollen ebenfalls bis Ende März abgeschlossen sein.
„Mit dem Haus der Volksgruppen schaffen wir einen sichtbaren Ausdruck für das respektvolle Miteinander im Burgenland. Unsere Volksgruppen sind ein unverzichtbarer Teil unserer Identität. Dieses Haus ist ein Ort der Begegnung, der Zusammenarbeit und des kulturellen Austauschs – und ein klares Bekenntnis zur Vielfalt im Burgenland“, sagt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.
Starterwohnungen ebenfalls vorgesehen
Nach der Fertigstellung soll das Haus eine Nutzfläche von rund 5.400 Quadratmetern umfassen. Geplant sind ein großer Veranstaltungssaal, mehrere Seminarräume, Büros und ein Café.
Zusätzlich entstehen 20 Starterwohnungen, 36 Gästezimmer für Internatsschüler sowie ein Restaurantbereich. Das Haus wird damit nicht nur kultureller Treffpunkt, sondern auch infrastruktureller Knotenpunkt. „Wir sind die Stadt der Vielfalt, es gibt für dieses Haus keinen besseren Platz als Oberwart“, zeigt sich auch Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner erfreut.