3 Burgenländer blasen mit Original Hoch- & Deutschmeistern den Marsch

Musik mit Tradition

Gottfried Putz aus Dörfl, Walter Ochs aus Marz und Robert Salzer aus Nickelsdorf musizieren bei einer der bekanntesten österreichischen Militärtraditionskapellen mit. Am 23. August sind die „Hoch- und Deutschmeister“ am Musikfest in Marz zu hören.

Anlässlich des 200. Geburtstages von Johann Strauss Sohn und des 50. Todestages von Robert Stolz präsentierten die Original Hoch- und Deutschmeister - darunter Walter Ochs aus Marz, Gottfried Putz aus Steinberg-Dörfl, Kapellmeister Reinhold Nowotny, Robert Salzer aus Nickelsdorf und Obmann Raimund Sulz deren schönste Melodien im Ambiente des Schlosses Belvedere und des Belvederegartens.

Anlässlich des 200. Geburtstages von Johann Strauss Sohn und des 50. Todestages von Robert Stolz präsentierten die Original Hoch- und Deutschmeister - darunter Walter Ochs aus Marz, Gottfried Putz aus Steinberg-Dörfl, Kapellmeister Reinhold Nowotny, Robert Salzer aus Nickelsdorf und Obmann Raimund Sulz deren schönste Melodien im Ambiente des Schlosses Belvedere und des Belvederegartens.

© Harald Schuster, Schuster Harald

„Mir san vom ka und ka Infanterie-Regiment Hoch- und Deutschmeister Nummero Vier“ - heißt es im Refrain des „Deutschmeister-Regimentsmarschs“ von Wilhelm August Jurek, der zu den wohl beliebtesten Militärmärschen gehört. In schmucken dunkelblauen Waffenröcken mit Stehkragen samt Borten, Sternen und Lyra aus silberfarbenem Blech, Ärmelaufschlägen und goldenen Knöpfen zu lichtblauen Hosen und den Tschakos (Kappen), auf denen ein goldener Doppeladler glänzt, könnten die Original Hoch- und Deutschmeister geradezu aus einem der Sisi-Filme mit Karlheinz Böhm und Romy Schneider marschieren oder überhaupt gleich aus dem Film „Die Deutschmeister“, ebenfalls mit Romy Schneider, der die Entstehungsgeschichte des Deutschmeister-Regimentsmarsches thematisiert.

Mit den Original Hoch- und Deutschmeistern marschiert seit heuer der Dörfler Gottfried Putz, langjähriger Kapellmeister des Musikvereins Dörfl und Bezirkskapellmeister des Burgenländischen Blasmusikverbandes im Bezirk Oberpullendorf. Schon länger mit dabei und zwar seit 2019 bzw. 2020 sind Walter Ochs aus Marz Robert Salzer aus Nickelsdorf. Während sich Ochs ums Schlagwerk kümmert, spielen Salzer und Putz das Flügelhorn.

Gespielt wird in der „hohen Stimmung“

Alle drei eint neben der generellen Liebe zur Blasmusik ein Ansinnen, nämlich die Altösterreichische Militärmusik sowie die Wiener Musik aufrechtzuerhalten. „Die Hoch- und Deutschmeister spielen in erster Linie die alten österreichischen Traditionsmärsche und die alte Wiener Tanzmusik der Familie Strauss und ihrer Zeitgenossen wie Ziehrer, Komzak usw. Musik, die leider immer mehr aus dem Repertoire der österreichischen Blasorchester verdrängt wird“, erklärt Neuzugang Gottfried Putz. Einen besonderen Reiz bringt für ihn auch die Besonderheit mit, dass die Hoch- und Deutschmeister in der „hohen Stimmung“ spielen.

„In der Zeit der Monarchie waren unsere Militärkapellen einen Halbton höher gestimmt. Im Zuge der Internationalisierung nach dem zweiten Weltkrieg stellten fast alle Kapellen auf den heute üblichen Kammerton a=440 Hertz um. Die HUD wollen das historische Klangbild bewahren, und spielen daher in der im 19 Jhdt. üblichen höheren Stimmung, also mit kürzer gebauten Instrumenten, was zu einem helleren und im Freien weiter tragenden Klang führt“, erläutert Putz. „Wenn man sich an einer Mitwirkung interessiert, kann man mit dem Orchester Kontakt aufnehmen und wird dann zu ein paar Schnupperproben eingeladen. Und wenn es gefällt, die Chemie und Leistung stimmen, entscheidet der Vereinsvorstand über eine Mitgliedschaft.“

Die Anzahl der Auftritte sei von der Jahreszeit und von den Veranstaltern abhängig. „Es sind nicht allzu viele, da alle Musiker in mehreren und unterschiedlichen Musikgruppen aktiv sind.“ In den letzten Wochen standen etwa eine Deutschlandtournee, ein Platzkonzert in Baden sowie Konzerte im Schloss Belvedere und im Prater am Programm. Im Burgenland werden die Hoch- und Deutschmeister übrigens am Samstag, dem 23. August (19 Uhr), im Rahmen des Musikfests in Marz zu hören sein.

Zu den Hoch- und Deutschmeistern

Die Original Hoch- und Deutschmeister sind laut ihrer Webseite die letzten blasmusikhistorisch originalen Vertreter der ruhmreichen Militärmusik Österreich-Ungarns. Denn bei der „Original Hoch- und Deutschmeister“ Kapelle des K. und K. Infanterieregiments Hoch- und Deutschmeister Nr. 4, kurz Original Hoch- und Deutschmeister, wird bis heute nicht nur eine historische Adjustierung beibehalten, sondern auch – im Gegensatz zu anderen Militärtraditionskapellen Österreichs – auch die altösterreichische Instrumentierung und Stimmung gepflegt.

So sind Es-Trompeten und Ventilposaunen statt Zugposaunen im Einsatz, ebenso wie – statt der üblichen Basstuba – das traditionelle Helikon. Was für einen besonderen Flair der Hoch- und Deutschmeister sorgt, ist die sogenannte „hohe Stimmung“. Diese liegt einen Halbton höher als die der meisten anderen Ensembles. Sie geht zurück auf die alten Feld- und Militärmusiken, die vor allem im Freien und in der marschierenden Truppe gehört werden mussten.

Quelle: www.deutschmeister.at