Oberwart: Jets-Urgestein sagt ganz leise Servus

Musiklegende

Fred Pokomandy nimmt Abschied von der Bühne. Nach 58 Jahren ununterbrochener aktiver Bühnenpräsenz zieht sich der Gründer der südburgenländischen Rockband zurück.

Ganz ohne Musik geht’s bei Fred Pokomandy ja doch nicht. Er leitet seit 12 Jahren den Evangelischen Kirchenchor in Kemeten mit über 20 Mitgliedern, und das sollte noch „ einige Jährchen“ so bleiben !

Ganz ohne Musik geht’s bei Fred Pokomandy ja doch nicht. Er leitet seit 12 Jahren den Evangelischen Kirchenchor in Kemeten mit über 20 Mitgliedern, und das sollte noch „ einige Jährchen“ so bleiben !

© Lexi

Der Jugendtraum erfüllte sich im Jahre 1966, als Fred Pokomandy zusammen mit Bruder Ed und Schulfreund Heno Muth die „ Jets“ gründeten. „Es war eine unheimliche Aufbruchstimmung in der südburgenländischen Musikszene, vielleicht auch angespornt durch die „Flower Power“ Bewegung und die Hippies in Amerika. Die Bands hier schossen aus dem Boden, in fast jedem südburgenländischen Gasthaus gab es Live-Musik. Manche Leser erinnern sich bestimmt noch an Bandnamen wie Wild Cats, Spirits, Magic 69, Strangers, Workers, Mc Lees, Yellow Cap oder Jocers, Rangers, Favorits, Apollos, Bergland Buam, Harry Trio… um nur einige zu nennen. Aber auch Künstler wie STS, oder Opus gaben ihre ersten Konzerte im Südburgenland„, erinnert sich Fred Pokomandy.

Die Jets, inzwischen auf fünf Mann aufgestockt, waren Vorreiter für viele dieser Bands, die alle kamen und gingen – die Jets sind geblieben, bis zum Jahr 2016! Im April 2016 erfolgte nach dem Motto: „50 Jahre sind genug“ ein fulminantes Abschiedskonzert in der restlos ausverkauften Oberwarter Messehalle. Die Rockbrüder waren auch auf anderer Schiene unterwegs und so gründeten Ed und Fred zusammen mit Bertie Unger im Jahr 1998 die Gruppe „Oberwart 3“ Auch dieses Musikprojekt wurde rasch erfolgreich und erfreute sich großer Beliebtheit. Nun hat sich Fred Pokomandy entschlossen, auch das Kapitel „Oberwart 3“ zu schließen und zugleich sein aktives Bühnenleben zu beenden. „Diese Entscheidung fiel nicht leicht und mag für den einen oder anderen Fan überraschend kommen, aber ein altes Sprichwort sagt: Wenns am Schönsten ist, sollte man aufhören“, sagt der Vollblutmusiker.

„Alles im Leben hat seine Zeit“, hängt Fred seine Gitarren an den berühmten Nagel, denkt mit Demut und Dankbarkeit an die Bühne zurück. Jetzt heißt es nur noch „DANKE“ zu sagen an Gattin Heidi, die über die Jahrzehnte „sehr, sehr viel“ Verständnis und Geduld aufgebracht hatte, an tausende und abertausende Fans für die Treue und Freundschaft, (die Fans waren der Motor für die Musikmaschinerie „Jets“ und „Oberwart3“ ).

Aber auch an all seine Mitmusiker wie Bruder Ed , Heno Muth, Mike Dafert, Gerhard Krammer, Bertie Unger, Hansi Rosner, Franz Reichart, Volker Weyse, an die Gastmusiker Reinhard Kracher, Peter Gangoly, Alex Kiss, Sohn Thomas Pokomandy, sowie an die Technik-Crew Thomas „Sham“ Unger, Gerhard Pimperl und Martin Schuster mit dem legendären Gruß der Band: „Daunk eich für die Hock´n“.