ÖVP und FPÖ präsentieren die Burgenland-Kandidaten zur EU-Wahl

„Nachwuchshoffnungen“

Als noch amtierender Europa-Abgeordneter stellte ÖVP-Chef Christian Sagartz die JVP-Obfrau Vanessa Tuder als Kandidatin für die EU-Wahl vor. Für die FPÖ wird im Burgenland der Güssinger Bezirksparteichef Michael Gmeindl antreten.

FPÖ-Chef Alexander Petschnig mit Kandidat Michael Gmeindl (v.l.) und ÖVP-Kandidatin Vanessa Tuder mit Landesparteiobmann Christian Sagartz (Bild rechts).

FPÖ-Chef Alexander Petschnig mit Kandidat Michael Gmeindl (v.l.) und ÖVP-Kandidatin Vanessa Tuder mit Landesparteiobmann Christian Sagartz (Bild rechts).

© Millendorfer, privat

Noch knapp ein halbes Jahr haben die Parteien Zeit, im Europawahlkampf so richtig in Schwung zu kommen. Für die Wahl am 9. Juni haben im Burgenland nun die ÖVP und die FPÖ ihre Namen bekanntgegeben: Vanessa Tuder, Landesobfrau der Jungen Volkspartei, tritt als Nachwuchshoffnung an; die Freiheitlichen schicken mit Michael Gmeindl den Güssinger Bezirksparteichef ins Rennen.

Im Burgenland ist die 26-jährige Tuder keine Unbekannte mehr: Im Vorjahr wurde sie zur JVP-Chefin gewählt, in ihrer Heimatgemeinde Unterkohlstätten ist sie als Vizebürgermeisterin im Amt. Vorgestellt wurde die junge Kandidatin vom „Chef persönlich“: ÖVP-Landesparteiobmann sitzt noch bis zur Wahl im Europaparlament und soll dann in den Landtag zurückkehren.

„Frischen Wind und eine klare Vision“ erwartet sich Sagartz von Tuders Kandidatur. Die 26-Jährige unterstrich bei der Präsentation, dass sie einer Generation angehöre, die „nicht mehr in Schilling umrechnet, und für die es selbstverständlich ist, in Europa zu leben“.

„Positive Signale“ und kritische Positionen

Dementsprechend will Tuder der EU-Skepsis mit positiven Signalen entgegenwirken. Der Weg führe über die Kommunikation, sagt sie, und so soll im Zuge des Wahlkampfs zu eigenen EU-Stammtischen geladen werden.

Eine bekannt kritischere Position nimmt die FPÖ in Sachen EU ein. Seine Meinung zur „EU-Bürokratie“ werde Michael Gmeindl als burgenländischer FP-Spitzenkandidat in den kommenden Monaten ebenso wie „nationale Interessen“ vertreten. „Europa ist unser Zuhause, aber das Europa braucht Burgen“, kündigt Gmeindl zu seinem Antritt an.

Der 50-jährige Bezirksparteichef nennt den „Kampf gegen den Asylmissbrauch“ als ein zentrales Thema seines Wahlkampfs. Welchen Platz er in der blauen Bundesliste zur EU-Wahl einnehmen wird, ist noch nicht bekannt. Bei der ÖVP hofft man mit Tuder auf einen Listenplatz unter den ersten Zehn.

Die SPÖ wird aus dem Burgenland, wie berichtet, keinen eigenen Kandidaten aufstellen. Den Ausschlag dazu hat eine Diskussion um die (letztlich nicht aussichtsreiche) Platzierung von Wunsch-Kandidat Norbert Darabos gegeben. Bei den Grünen wollte Nationalratsabgeordneter Michel Reimon antreten, zog dann aber ebenfalls wegen Unstimmigkeiten rund um die Kandidatur zurück.