Badesee Neudörfl: Bis zu tausend Gäste an besonders heißen Tag
„Naturjuwel“
Die Badezeit am Neudörfler Badesee neigt sich allmählich wieder dem Ende zu. In der vergangenen Woche zog bereits Franz Schober von der Seekantine „Taverna Giovanni“ gegenüber der BVZ eine Bilanz des heurigen Sommers. Auch die Saison am Badesee selbst sei eher „durchwachsen“ gewesen, berichtet Bürgermeister Dieter Posch.
Würde man als Gemeinde den Neudörfler Badesee wirtschaftlich gewinnbringend betreiben wollen, müsste der Eintrittspreis zumindest um das dreieinhalbfache erhöht werden, was natürlich nicht zur Debatte steht.
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Auf wirtschaftliche Rentabilität sei der Badesee grundsätzlich nicht angewiesen. Unterm Strich verzeichnet er auch einen jährlichen Verlust oder, wie es der Bürgermeister formuliert, ein Abgang: „Verlust heißt für mich, ich mache ein Geschäft und zahle am Ende drauf. Der Neudörfler Badesee ist eine soziale Einrichtung, in gewissen Aspekten vergleichbar zum Beispiel mit einem Kindergarten. Auch dort gibt es einen jährlichen Abgang, da ein Kindergarten keine Einnahmen lukriert.“
Rund 600 Saisonkarten wurden heuer verkauft
Beim Badesee gibt es immerhin die Einnahmen durch den Kartenverkauf. Heuer wurden rund 600 Saisonkarten verkauft, was dem langjährigen Schnitt entspricht. An besonders heißen Tagen suchen zwischen 800 und 1.000 Gäste Abkühlung im kühlen Nass. Hinzu kommen noch die Besitzer der rund 120 Kabanen um den Badesee herum. 2024 (die aktuellen Zahlen liegen noch nicht vor) wurden so bis zu 66.000 Euro durch den Eintrittskartenverkauf eingenommen. Durch die Verpachtung der Badeseekantine und den Anglerclub werden weitere Einnahmen für die Gemeinde erzielt.

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Ausgaben ergeben sich hauptsächlich durch den Personalaufwand, welche für den Erhalt und die Pflege der gesamten Anlage verantwortlich sind. Zwei Bademeister und vier FerialpraktikantInnen sind während des Sommers beim Badesee tätig. Laufend werden auch Investitionen getätigt, berichtet der Bürgermeister. So wurde zum Beispiel in den vergangenen Jahren ein Abstellraum für Campingbetten geschaffen, ein Behinderten-WC eingerichtet oder eine zweite Rettungsinsel angeschafft. Ebenso müssen Maschinen für die Pflege des Areals gewartet oder gegebenenfalls angekauft werden. Und auch der Sand für den Beachvolleyballplatz ist nicht kostenlos.
Der Abgang betrug im Jahr 2024 211.000 Euro. „Unsere Naturanlage belastet das Budget aber um ein Vielfaches weniger als etwa ein Freibad!“, so der Bürgermeister. Würde man den Badesee wirtschaftlich rentabel betreiben wollen, müsste man entweder die Eintrittspreise um mehr als das dreifache oder die Besucherzahlen um denselben Faktor erhöhen. „Ersteres wäre nicht familienfreundlich, Letzteres wäre der Qualität nicht zuträglich“, so der Bürgermeister. „Wir pferchen unsere Anlage nicht künstlich voll.“
Pachtvertrag mit Esterhazy läuft noch bis 2035
Die letzte minimale Preisanpassung bei den Eintrittskarten wurde 2024 vorgenommen. Mit den neuen Preisen befände man sich zu vergleichbaren Angeboten in der Nähe immer noch „im unterdurchschnittlichen Mittelfeld“, ordnete SPÖ-Gemeindevorstand Martin Giefing im März 2024 die Anpassung ein.
Auch die Pacht an die die Esterhazy Betriebe AG müsse mitberücksichtigt werden. Der Pachtvertrag der Marktgemeinde Neudörfl – zu vergleichsweise günstigen Konditionen – läuft noch bis 2035 fort. Danach habe man einen Rechtsanspruch auf Verlängerung, sagt Bürgermeister Posch. Er konnte diesen Rechtsanspruch im Zuge der letzten Verhandlungen vor zirka 15 Jahren vertraglich fixieren.
Zur Renovierung der Badeseekantine gäbe es indes noch keine neuen, nennenswerten Meldungen. Mit dem Kantinenbetreiber Franz Schober, dem zuständigen Architekten und den Gemeindevorständen stehe man laufend in Gesprächen über die weitere Vorgehensweise.
Badewasserqualität in den vergangenen Jahren stets „ausgezeichnet“
2023 erstellte das Land Burgenland ein sogenanntes „Badegewässerprofil“ vom Neudörfler Badesee. Darin heißt es unter anderem: Der Badesee Neudörfl „entstand aus einer Nassbaggerung in den ausgedehnten Schotterfluren der Leitha. Er besitzt keinen oberflächigen Zu- oder Abfluss und wird, neben den Niederschlägen, ausschließlich über den Grundwasserzustrom gespeist. Das rund 3 ha große und bis zu 17 m tiefe Gewässer ist von einer breiten, aber flach ins Wasser reichenden Wiesenböschung umgeben.“
Im Zuge der Profilerstellung wurde auch die „mikrobiologische Badegewässerqualität“ in den Jahren 2018 bis 2022 bewertet. Diese war stets „ausgezeichnet“ und erreichte somit die höchstmögliche Stufe.