Nulllohnrunde bei Leykam: „Ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“
Neudörfl
Für einen Großteil der Beschäftigten bei Walstead Leykam Druck gab es mit heurigem Jahr keine Lohnerhöhung. Kritik kommt von ÖGB, Betriebsrat und GPA.
155 Beschäftigte müssen sich weiterhin mit dem bereits 2017 gekündigten Kollektivvertrag aus der Drucker- und Grafikbranche begnügen.
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In einer Aussendung macht der ÖGB auf diesen Umstand aufmerksam. „Kürzlich kündigte die Geschäftsführung von Leykam eine Nulllohnrunde für dieses Jahr an – eine Entscheidung, die die Beschäftigten mit Enttäuschung und Unverständnis zurücklässt. Die Belegschaft, die in den vergangenen Jahren unter massiven Reallohnverlusten zu leiden hatte, wird nun ohne Lohnerhöhung abgespeist“, wird dort festgehalten.
Diese Haltung sei eine klare Verhöhnung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die Gewerkschaft GPA und Betriebsrat stellen sich entschieden gegen diese anhaltende Ungerechtigkeit. „Die Kollegen und Kolleginnen geben jeden Tag ihr Bestes. Trotz seit Jahren bestehender, unzureichender Rahmenbedingungen, gibt und gab es keine gerechte Abgeltung der Inflation und somit ein Mindestmaß an Anerkennung. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller die hier arbeiten“, so Marco Prohaska, Betriebsratsvorsitzender bei Walstead - Leykam in Neudörfl.
Laut Aussendung sind am Standort Neudörfl derzeit rund 215 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt. Während nur 60 dieser Beschäftigten von einem bestehenden Kollektivvertrag aus den Bereichen Handel oder Metallgewerbe profitieren, müssen sich 155 Kollegen und Kolleginnen weiterhin mit dem bereits 2017 gekündigten Kollektivvertrag aus der Drucker- und Grafikbranche begnügen. Dieser einst ältester Kollektivvertrag Österreichs wurde von den Unternehmungen aufgekündigt, und die negativen Folgen werden nun im Verhalten der Geschäftsleitung der Firma Walstead -Leykam deutlich.
„Seit 2018 gab es keine fairen Lohnerhöhungen mehr, und die letzte Anpassung der kollektivvertraglichen Einkommen liegt bereits sieben Jahre zurück. Wir sind uns der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Grafischen Gewerbe bewusst, dies kann allerdings nicht als Vorwand für Lohn- und Gehaltseinbußen für einige Bereiche der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen insbesondere in der Produktion hergenommen werden“, ist Prohaska überzeugt.
Für die betroffenen Kollegen und Kolleginnen bedeute dies nicht nur einen Verlust an Kaufkraft, sondern eine Perspektivlosigkeit in einer Branche, die ohnehin um Fachkräfte kämpfe. „Es kann nicht sein, dass in der Druck- und Grafikbranche Lohnerhöhungen weiterhin willkürlich erfolgen und die Beschäftigten in diesem Jahr sogar mit einer Nulllohnrunde konfrontiert werden. Es muss sichergestellt werden, dass die Löhne die Inflation ausgleichen, um einen weiteren Reallohnverlust zu verhindern. Die Weigerung der Walstead Leykam-Geschäftsführung, sich auf sozialpartnerschaftliche Verhandlungen einzulassen, die ein Mindestmaß an Verhandlungsbereitschaft zeigen, gefährdet langfristig auch die Zukunft eines Leitbetriebs im Burgenland“, appelliert GPA-Landesgeschäftsführer David Schumacher. „Wir fordern eine Rückkehr zur Sozialpartnerschaft, sowie eine gerechte Lohnanpassung für alle Kolleg:innen, und die Bereitschaft zu ernstgemeinten Kollektivvertragsverhandlungen“, ergänzt ÖGB-Regionalsekretär Andreas Holzer.
Seitens der Geschätsführung von Walstead Leykam Druck will man diesbezüglich keinen Kommentar abgeben.
Der Artikel wird laufend ergänzt