Taktstock wurde beim Musikverein Weinland weitergereicht

Neuer Kapellmeister

Nach zehn prägenden Jahren übergab Kapellmeister Sandro Schlaffer den Taktstock an seinen Nachfolger Marvin Hüller. Der Musikverein Weinland setzt damit auf Kontinuität und frische Impulse zugleich.

Marvin Hüller (l.) übernahm nach 10 Jahren die Rolle des Kapellmeisters im Musikverein Weinland von Sandro Schlaffer (r.).

Marvin Hüller (l.) übernahm nach 10 Jahren die Rolle des Kapellmeisters im Musikverein Weinland von Sandro Schlaffer (r.).

© Musikverein Weinland/Peter Oberhauser

Mit 31. Dezember 2025 ging für Sandro Schlaffer eine besondere Ära zu Ende. Seit 1. Juli 2015 stand er dem Musikverein Weinland Neckenmarkt-Horitschon als Kapellmeister vor. „Zehn Jahre sind nicht nur eine symbolische Zahl, sondern für mich auch der richtige Zeitpunkt, den Taktstock an die nächste Generation weiterzugeben“, erklärt Schlaffer. Besonders freut ihn, mit Marvin Hüller einen „idealen Nachfolger“ gefunden zu haben.

Ganz ohne Wehmut blickt Sandro Schlaffer aber nicht zurück. Vor allem seine letzten beiden Weihnachtskonzerte 2025 in den Kirchen von Neckenmarkt und Horitschon bleiben ihm in besonderer Erinnerung: „Diese Konzerte waren für mich sowohl musikalisch als auch emotional etwas ganz Besonders und werden mir immer in Erinnerung bleiben.“

Insgesamt seien es jedoch die vielen gemeinsamen Momente gewesen, die seine Kapellmeisterzeit geprägt haben: unzählige Proben, Auftritte und hochwertige Darbietungen in der Region und darüber hinaus, aber auch gesellige Stunden abseits der Bühne. „Lustige Busfahrten, gesellige Momente und eine Gemeinschaft, bei der Discokugel, Limbostange und die ’Fäaschtbänkler’ natürlich nicht fehlen durften“, erinnert er sich schmunzelnd.

Unter Schlaffers Leitung hat sich der Musikverein stetig weiterentwickelt. „Wir sind sowohl musikalisch als auch menschlich stark gewachsen“, betont er. Besonders die Offenheit der Musikerinnen und Musiker für neue Herausforderungen und moderne Blasorchesterliteratur habe ihn beeindruckt.

Dem Musikverein bleibt er weiterhin erhalten – künftig wieder in vertrauter Rolle als Klarinettist.

Mit Marvin Hüller übernimmt ein junger, engagierter Musiker die Leitung des Musikvereins Weinland. Seit über zwölf Jahren ist er selbst Teil des Musikvereins Weinland. Die Musik begeleitet ihn schon sein gesamtes Leben. Hüller ist als Musikschullehrer tätig, unterrichtet an einer Musikmittelschule und studiert Instrumental- und Gesangspädagogik sowie das Konzertfach Trompete an der Joseph Haydn Privathochschule Eisenstadt. Darüber hinaus ist er in der Blasmusikszene als Trompeter und Flügelhornist unterwegs – teilweise sogar über die Landesgrenzen hinaus.

Die Motivation für den Schritt ans Dirigentenpult liegt für ihn auch in der Abwechslung: „Wenn man Trompete unterrichtet und gleichzeitig mitten im Trompetenstudium steckt, dreht sich ein großer Teil des Alltags ständig um das eigene Instrument. Da tut es gut, den Kopf auch einmal anders einsetzen zu können – und trotzdem bleibt man seiner größten Leidenschaft, der Musik, treu. Die Aufgabe als Kapellmeister gibt mir genau diese Möglichkeit: musikalisch zu arbeiten, gemeinsam etwas zu gestalten und gleichzeitig neue Perspektiven zu bekommen.“

Inhaltlich verfolgt Hüller klare Ziele: Musik soll verbinden, Spaß machen und Gemeinschaft schaffen.“ Besonders wichtig ist ihm dabei die Vereinsgemeinschaft – generationenübergreifend und mit Freude am gemeinsamen Musizieren.

Auch die Nachwuchsarbeit nimmt dabei einen zentralen Stellenwert ein. „Ohne junge Menschen würden viele Traditionen und Vereine verschwinden“, ist Hüller überzeugt: „Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, Kinder und Jugendliche für die Musik zu begeistern“.

Das bestehende Jugendorchester sieht er als starke Basis, auf der weiter aufgebaut werden kann. Neue Ideen seien bereits vorhanden, bräuchten jedoch Zeit zur Umsetzung.

Erste Eindrücke seiner Handschrift konnten Besucher bereits beim Frühjahrskonzert gewinnen. „Ein anderer, aber spannender Wind ist spürbar“, sagt Hüller. Dabei gehe es ihm darum, Tradition und Innovation zu verbinden.

Ein Ausblick macht bereits neugierig: „Gerade im Jubiläumsjahr im kommenden Jahr dürfen sich unsere Zuhörer auf besondere Highlights freuen“, verspricht Hüller.

Der Musikverein Weinland steht damit vor einem neuen Kapitel – getragen von Erfahrung, Gemeinschaft und der Begeisterung für die Musik.