Neues Kapitel: Stadtgasthaus am Nyikospark mit prominentem Küchenchef
Neusiedl am See
Das „Stadtgasthaus am Nyikospark“ in Neusiedl am See stellt seine Küche neu auf. Ein personeller Wechsel bringt frische Impulse in den Traditionsbetrieb. Konzept und Team bleiben dabei klar auf Qualität und Regionalität ausgerichtet.
Küchenchef Oliver Wiegand, Patron Fritz Tösch, Vera Zakall-Tösch, Restaurantleiterin Nicole Wandaller und Sous Chef Dominic Beck
© Birgit Böhm-Ritter
Normalerweise bleibt die Tür an einem Mittwoch geschlossen, doch am gestrigen Vormittag ist im „Stadtgasthaus am Nyikospark“ reger Betrieb: Journalistinnen und Journalisten, Fotografen und Kameraleute nehmen Platz, notieren Eindrücke, richten ihre Objektive aus. Der Ruhetag wird zur Bühne für einen Neuanfang. Das Haus wirkt vertraut – und doch hat sich hinter den Kulissen Entscheidendes verändert.
Das Gebäude trägt Geschichte in sich. In der k.u.k. Zeit diente es als Offizierskasino der Neusiedler Kaserne. Seit 1999 führt die Familie Tösch das Gasthaus, 2022 ging es schließlich in ihren Besitz über. Über Jahre gewachsen, soll das Gasthaus nun mit einem neuen Küchenchef weiterentwickelt werden.
„Oliver hat eine sehr gute Hand für die Grundprodukte. Er steht für eine leichte zeitgemäße Küche. Und genau das ist es, was wir jetzt im Nyikospark brauchen, um das Restaurant in diese Höhen und Sphären zu heben, die diese alte Gastwirtschaft verdient“, lobt Patron Fritz Tösch.
Mit Oliver Wiegand übernimmt kein unbeschriebenes Blatt den Posten des Küchenchefs. Vielmehr ist Wiegand einer, der mit seiner Kochkunst seit Jahrzehnten die gastronomische Landschaft der Region prägte: Er ist ein vielfach ausgezeichneter Koch mit zwei Gault & Millau Hauben, Bib Gormand (Guide Michelin) und 3 Falstaff Gabeln.
Sein Wechsel nach Neusiedl am See ergibt sich aus einem Zufall und einer zeitlichen Überschneidung: Während sein Engagement in der „Blauen Gans“ in Weiden am See mit deren Schließung endete, verließ Küchenchef Martin Wresnig nach fünf Jahren den Nyikospark und kehrte in seine Heimat, in die Steiermark, zurück.
„Ich freue mich extrem, es ist eine große Ehre für mich hier zu kochen“, sagt Wiegand. Er kam nicht allein von der „Blauen Gans“ in den „Nyikospark“. Sous Chef Dominic Beck sowie Restaurantleiterin und Sommelière Nicole Wandaller folgten ihm. Das Trio kennt die Abläufe, vertraut einander – eine Grundlage, die im täglichen Betrieb spürbar wird.
Die neue Küchenlinie sucht die Balance zwischen Vertrautem und Neuem. Regionale Produkte bilden die Basis, internationale Einflüsse setzen Akzente. Manche Gerichte entstehen dabei nicht nur in der Küche, sondern werden direkt am Tisch vollendet.
„Essen gehen alleine ist heute zu wenig. Wir müssen ein bisschen was inszenieren, um die Gäste zu begeistern“, sagt Tösch.
Beim Pressetermin wird diese Handschrift greifbar: Eine pannonische Fischsuppe wird am Tisch eingegossen, ein ausgelöstes Bauernhendl mit Spinat und Champignons verbindet regionale Zutaten mit moderner Technik. Ein Kalbstatar mit Kimchi und Ingwer-Mayonnaise setzt einen klaren Kontrast. Die Gerichte wirken leicht und präzise, ohne überladen zu sein. Die Inszenierung passiert in einer angenehmen und nicht aufdringlichen Art und Weise.
Auch vegetarische und vegane Speisen gewinnen an Bedeutung. „Für mich ist das die größte Herausforderung. Aber die Nachfrage nach vegetarischen Speisen wird immer größer“, sagt Wiegand. Seine Leidenschaft gilt seit jeher dem Kochen. „Es ist mein Leben“, sagt er. Inspiration kann er überall schöpfen, selbst im Schlaf.
Bei aller Veränderung bleibt das Fundament im „Stadtgasthaus am Nyikospark“ bestehen. Klassiker wie das Wiener Schnitzel behalten ihren Platz, ebenso das Mittagsmenü - um 13,80 €.
„Das Credo des Nyikospark wird sich insofern nicht verändern, dass wir weiterhin ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten wollen, aber auf einem hohen Qualitätsniveau“, betont Tösch.
Im Service setzt Restaurantleiterin Nicole Wandaller auf Nähe und Kontinuität. „Die Gäste sollen sich wie zu Hause fühlen“, sagt sie. Aus Besucherinnen und Besuchern sollen Stammgäste werden.