Trauer um Pfarrer Franz Unger: Ein Leben für die Seelsorge
Neusiedl/Weiden am See
Franz Unger, langjähriger Stadtpfarrer von Neusiedl am See, ist am 14. August 2025 im Alter von 83 Jahren verstorben. Der gebürtige Illmitzer prägte das kirchliche Leben des Seelsorgeraums Am See (Neusiedl am See und Weiden am See) über Jahrzehnte – zunächst als Kaplan, später als Pfarrer und bis zuletzt als engagierter Aushilfspriester. Seine Arbeit war von einer tiefen Verbundenheit zu den Menschen und einem offenen Blick auf kirchliche Entwicklungen geprägt.
Pfarrer Franz Unger verstarb am 14. August 2025 im Alter von 83 Jahren. Er prägte die Seelsorge in der Region des Neusiedler Bezirks.
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Ein prägender Beginn in bewegten Zeiten
Als Franz Unger am 1. September 1969 seinen Dienst als Kaplan in Neusiedl am See antrat, lag ein ereignisreiches Jahr hinter ihm. Der damals 27-Jährige hatte Theologie sowie Psychologie und Pädagogik studiert und 1968 – im Jahr gesellschaftlicher Umbrüche – sein Studium abgeschlossen. „Ich bin ein 68er-Jünger“, erinnerte er sich später schmunzelnd in einem BVZ-Interview. Die Weihe zum Priester empfing er am 29. Juni 1969 in Frauenkirchen als einziger Burgenländer seines Jahrgangs. Nach ersten Stationen in Eberau und Andau kehrte er 1993 als Stadtpfarrer nach Neusiedl am See zurück.

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Ein Seelsorger mit Blick für die Menschen
Unger verstand Seelsorge als persönliche Zuwendung. Er gestaltete Gottesdienste lebendig, bezog Kinder und Jugendliche ein und pflegte enge Kontakte zu Pfarrgemeinderäten und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Selbst bezeichnete er sich als geborenen Jugendseelsorger. Kritik an der Kirche scheute er nicht, er fand selbst in einer breiten Öffentlichkeit klare Worte – etwa, als er acht Jahre lang – bis in die frühen 1990er – für die ORF-Sendung „Christ in der Zeit“ das Sonntagsevangelium kommentierte.
Trotz der Pensionierung 2007 gönnte sich Franz Unger nur wenig Ruhe. Ab 2009 wirkte er als Aushilfspriester im Seelsorgeraum Am See und übernahm weiterhin Messen, Taufen, Trauungen und Begräbnisse.

© Birgit Böhm-Ritter
Auszeichnung und Vermächtnis
Für seine Verdienste erhielt Franz Unger 2002 den Ehrenring der Stadt Neusiedl am See. Er war zudem Träger des Ehrenzeichens des Landes Burgenland. Die Kirche würdigte sein langjähriges engagiertes Wirken mit den Titeln Bischöflicher Geistlicher Rat und Ehrenkonsistorialrat.
In einem Interview zu seinem 50-jährigen Priesterjubiläum 2019 sagte er: „Egal was Rom hervorbringt – an Ort und Stelle bin ich für die Menschen da.“ Dieses Verständnis prägte sein Wirken bis zuletzt. Unger hinterlässt Spuren in den Herzen vieler Menschen, die er als Seelsorger, Begleiter und Freund über Jahrzehnte begleitet hat.
Im angesprochenen Interview nahm Unger auch Stelllung zur Rolle der Frau in der Kirche und zum Zölibat. Das hochinteressante Gespräch unter dem Titel„Unser Elan wurde ausgebremst“ist hier nachzulesen.
Gebetsstunde in der Stadtpfarrkirche Neusiedl am See, Donnerstag, 21. August 2025, 18 Uhr
Gebetsstunde in der Stadtpfarrkirche Neusiedl am See, Freitag, 22. August 2025, ab 15 Uhr
Begräbnisfeier in der Stadtpfarrkirche Neusiedl am See, Freitag, 22. August 2025, 16 Uhr