Neuer Vorstand und Millionenprojekt für Nationalpark
Neusiedler See-Seewinkel
Der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel hat einen neuen Vorstand. Zugleich wurde ein mit 1,7 Millionen Euro dotiertes EU-Forschungsprojekt zum Erhalt des Graslands angekündigt. Der Nationalpark bleibt damit zentral für den Naturschutz im Burgenland.
Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel: Neues EU-Forschungsprojekt soll Grasland schützen.
© Birgit Böhm-Ritter
Breit aufgestelltes Team übernimmt Verantwortung
Der Vorstand des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel besteht aus sieben ehrenamtlichen Mitgliedern und ebenso vielen Ersatzmitgliedern. Bei der konstituierenden Sitzung in Illmitz wurde Univ.-Prof. Dr. Michael Getzner einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er ist Professor für Finanzwissenschaft und Infrastrukturökonomik am Institut für Raumplanung der Technischen Universität Wien. Als stellvertretende Vorsitzende fungiert künftig Mag.a Valerie Zacherl-Draxler. Sie leitet die Abteilung Nationalparks im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft und gehört dem Gremium bereits seit mehreren Jahren an.
Neu im Vorstand sind Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Mag.a Elke Schmelzer, Resident-Managerin der St. Martins Therme, sowie Silvia Pitzl, Bürgermeisterin von Apetlon. Ing. Werner Falb-Meixner, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Burgenland, ist vom Ersatz- zum Vollmitglied aufgerückt. Engelbert Jandl, langjähriger Geschäftsführer der VILA VITA, bleibt dem Vorstand erhalten.

© Büro LH-Stv.in Haider-Wallner
„Das neue Vorstands-Team ist breit aufgestellt und überzeugt durch wissenschaftliche Kompetenz, regionale Verankerung und wirtschaftliches Verständnis“, erklärte Haider-Wallner.
Mit dem neu formierten Gremium rückt nicht nur die strategische Steuerung des Schutzgebiets in den Fokus, sondern auch die langfristige Sicherung seiner vielfältigen Lebensräume.
INTERREG-Projekt „Grassland“ startet im Herbst
Ein zentrales Vorhaben für den kommenden Herbst ist der Start des EU-kofinanzierten Projekts „Grassland“. Es wird im Rahmen des INTERREG-Programms realisiert und ist mit 1,7 Millionen Euro dotiert. Der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel fungiert dabei als Leadpartner. Rund die Hälfte der Mittel fließt direkt in das burgenländische Schutzgebiet.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, wie sich Grasland-Ökosysteme langfristig erhalten und gleichzeitig nachhaltig nutzen lassen. Diese naturnahen Wiesenlandschaften prägen das Landschaftsbild des Seewinkels und bieten Lebensraum für zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Geplant sind Forschungsarbeiten zu Bewirtschaftungsformen wie Pflege, Beweidung und Mahd, die den ökologischen Wert des Graslands sichern sollen.

© Birgit Böhm-Ritter
Schutzgebiet wächst weiter
Der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel zählt mit seiner außergewöhnlichen Artenvielfalt zu den bedeutendsten Naturräumen Österreichs. In den vergangenen Jahren wurden mehrere Projekte zur Erhaltung seltener Lebensräume umgesetzt. So schützt das Vorhaben „LIFE Pannonic Salt“, das ebenfalls von der Europäischen Union kofinanziert wird, die typischen Sodalacken durch gezieltes Wassermanagement. Diese salzhaltigen Lacken sind europaweit selten und für spezialisierte Arten von großer Bedeutung.
Auch flächenmäßig entwickelt sich das Schutzgebiet weiter: Die Gesamtfläche des Nationalparks wurde zuletzt um rund 150 Hektar erweitert. Eine weitere Ausdehnung im Bereich des Hanság ist in Vorbereitung.

© Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel
Trotz angespannter öffentlicher Haushalte bekennt sich das Land Burgenland weiterhin klar zum Nationalpark. „Auch in Zeiten knapper werdender Budgets wird der Nationalpark seine wichtige Rolle für Natur- und Umweltschutz im Burgenland behalten“, betonte Haider-Wallner. „Das ist entscheidend, denn der Nationalpark ist ein Wirtschaftsmotor für die gesamte Region.“
Geplante Investitionen, etwa in die Infrastruktur und in die Adaptierung des Graurinderstalls, unterstreichen die Absicht, das Schutzgebietsmanagement konsequent weiterzuentwickeln. Der Schutz seltener Arten und sensibler Lebensräume bleibt dabei eine vorrangige Aufgabe.